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Reiseplanung Sommer
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Reiseplanung Sommer 2022

Am 24. Februar 2022 überfällt die russische Armee auf Befehl Putins die Ukraine. Und damit ist unsere ursprüngliche Reise für den Sommer 2022 Makulatur. Statt die Planung über die Ukraine und Russland ins Kaukasusgebirge zu vertiefen, brauchen wir eine neue Reiseidee. Als Sommer-Camp-Tour mit dem Defender soll es in Richtung Süden gehen. Oben auf der Prioritätenliste des Reiseziels steht:
– interessante Landschaft(en)
– dünn besiedelt
– hoher Anteil an Erd- und Schotterstraßen durch Wälder und Gebirge
– guter Rotwein

Also ziehen wir einfach mal mit dem lila Stift eine groben Rundkurs auf die Europakarte oder genauer, auf die Osteuropakarte.

Interessante Landschaften findet man immer dort, wo seit Millionen von Jahren Urkräfte wirken, seien es Vulkane, Wüsten oder dort, wo tektonische Platten der Erdkruste sich aufeinander zu bewegen und Druck ausüben. Das Ergebnis sind Faltengebirge, die im Himalaya die höchsten Gebirge unserer Erde darstellen. Ganz so weit soll es im Sommer nicht gehen und auch nicht ganz so hoch.
Und da Gebirge sich seit Menschengedenken für die Landwirtschaft nicht sonderlich gut eignen, sind diese Landesteile dünn besiedelt und die Nebenstraßen in einem rudimentären Zustand, bei dem oft auf die Asphaltdecke verzichtet wird.

Die höchsten Erhebungen bilden häufig auch gleichzeitig Landesgrenzen und diese werden seit Jahrtausenden kontrolliert und gesichert. Folglich findet man entlang der Grenzkämme auch alte Militärwege, die seit dem 1.Weltkrieg auf die Breite von Geländefahrzeuge ausgebaut wurden. Genau das, was wir suchen.

Fast alle Wege und Pfade, so wie diese alte Militärstraße in Rumänien, sind legal befahrbar.

Und wenn die Länder christlich geprägt sind, findet man eine lange Tradition und tiefes Knowhow im Bier brauen und Wein keltern. Perfekt für unsere Sommerreise.

Reiseplanung Sommer 2022

Also starten wir im Odenwald, fahren durch den Spessart und die Südröhn ins Erzgebirge. Folgen dem Kamm der Sudeten, der das Erzgebirge mit den Karpaten verbindet.

Offroad Tourenbuch Rumänien

Offroad Tourenbuch Rumänien

Den 1300 km langen, nach Westen offenen Bogen der Karpaten haben wir bei der Erkundung für unser 4×4-Tourenbuch Rumänien ausgiebig durchstreift. Hier freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit rumänischen Freunden und auch darauf, einige der Highlights nochmals zu fahren. Von den Karpaten geht die Reise ins Balkangebirge Bulgariens, für uns Neuland.
Etwas südlich des Balkangebirges liegen die Rhodopen, unter Offroadfahrern ist das Gebirge wegen seiner anspruchsvollen Pisten bekannt.

Auf Pisten über die Höhen der Waldgebiete.

Ab hier wird sich unsere Kompassnadel wieder gen Westen drehen und uns den Weg nach Griechenland weisen. Im Pindosgebirge kennen wir fast jede Gebirgspiste und freuen uns schon auf ein paar schöne Nachtplätze an klaren Gebirgsbächen, an denen die ein oder andere Flasche Rotwein den Tag abschließen wird.
Weiter geht die Reise in die Albanischen Alpen. Dieses Gebirge bildet den Abschluss der Dinarischen Kette und ist zugleich deren höchster Teil. Die von Gletschern geformten Trogtäler und die zerklüfteten Steilwände geben dem Gebirge diesen hochalpinen Charakter, der sonst auf dem Balkan kaum anzutreffen ist. Über den Gebirgszug der schon erwähnten Dinarischen Kette, die sich über 600 km entlang der östlichen Adria zieht, erreichen wir in Slowenien die südöstlichen Ausläufer der Alpen.
Die Alpen sind dann das letzte Gebirge welches wir auf unserer Reise überqueren. 

Ob sich die Reiseplanung Sommer 2022 in die Praxis umsetzen lässt wird sich zeigen, es ist zumindest ein Versuch auf den wir uns freuen.


4×4 Tourenbücher zur Vorbereitung

Hier geht es zur Detailseite speziell zu unseren Offroad-Tourenbüchern

Offroad Tourenbuch Albanien

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 6 comments

  1. Oswald

    Moin Sabine, moin Burkhard,

    bei der Routenplanung müsst ihr nochmal bei. Ein Teil der Route führt über das Staatsgebiet der Ukraine. Zwar nur der westlichste Teil südwestlich von Lwiw, aber denoch Ukraine. Ich gönne euch diese Route wirklich gerne, jedoch werdet ihr dort vermutlich nach Westen ausweichen müssen.
    Also besser vorher Gedanken drüber machen und vielleicht noch ein paar CarePakete einpacken, die an der Grenze übergeben werden können.
    Weil – egal ob bis dahin der Krieg vorbei oder noch „heiß“ ist – die Menschen dort drüben werden über Jahre oder Jahrzehnte noch auf Hilfe von außerhalb angewiesen sein.
    Ich wünsche euch eine gute Reise und immer leckeres Pivo am Abend.

    Gruß Oswald

    • Burkhard

      Hallo Oswald,
      die Planung durch einen Teil der Westukraine ist bewusst so gewählt. Ob es sich im Sommer so durchführen lässt, wird man sehen und gegebenenfalls kurzfristig ein Teilstück umplanen.

      • Gerhard

        Servus Burkard,
        man kann sich ja Gedanken machen in ein Kriegsgebiet (und das bleibt es für lange Zeit) zu fahren, aber muss man das zum jetzigen Zeitpunkt veröffentlichen? Auch in ein paar Monaten wird in diesen Land noch vieles zerstört sein, die Menschen traumatisiert, Zehntausende aus dem Land geflüchtet und ich fahre da mit meinem Offraodfahrzeug in dieses zerstörte Land.
        Auch wenn der Krieg möglicherweise in ein paar Wochen vorbei ist, ich würde mich wie ein Gaffer fühlen. Ist der Westen kein Kriegsgebiet? Sind dort nicht auch zehntausende Flüchtlinge?

        Auch ich würde gerne nochmal nach Syrien fahren, unvergessliches Aleppo, phantastisches Tadmur -oder was davon noch übrig ist. Ich würde mich dort deplatziert finden. Vielleicht in ein paar Jahren wenn es die politische Lage wieder zulässt und sich das Land hoffentlich wieder erholt hat.
        Kann durchaus sein, dass ich hier mit meiner Meinung alleine da stehe.

        Viele Grüße aus dem verschneiten Inntal nach Marokko (warte schon auf die nächsten Bilder)
        Gerhard

        • Burkhard

          Hallo Gerhard,

          man kann zu dem Thema sicherlich unterschiedliche Sichtweisen haben. Ich habe unter folgenden Voraussetzungen kein Problem damit, in ein Land zu fahren, das sich in einem Krieg befindet.
          – Ich fahre nicht in aktuell umkämpfte Gebiete.
          – Ich binde keine Kapazitäten, die die Einheimischen dringend brauchen.
          1991-1994 war ich oft in Kroatien und Bosnien unterwegs. Überwiegend mit Hilfstransporten aber auch als „private Reise“.
          Die Reaktionen der Einheimischen waren damals IMMER positiv.
          Entweder weil ich ihnen Produkte aus ihrem Garten abkaufte, (Geld war größerer Mangel als Pflaumen und Birnen) mit dem Geld konnten sie eine alte Lkw-Plane für die zerschossenen Fenster kaufen und ebenso froh waren sie, wenn ich die Plane oder die Rückwände von alten Schränken an die Fensterrahmen nagelte, damit der Wind und Regen nicht durchs Haus pfiff. Die jungen Männer waren ja alle eingezogen.
          Ich denke auf dem Land in der Ukraine (wir reisen durch die Wälder im Südwesten und nicht nach Mariupol) wird es ähnlich sein. Aber warten wir die nächsten Monate mal ab.

  2. Ulrich

    Klingt nach einem tollen Plan, würde ich auch gern so fahren! 🙂

  3. Tommy

    Interessante und mit ziemlicher Sicherheit auch schöne Strecke, die Ihr Euch da ausgedacht habt. – Ja, Westukraine hatte ich auch auf dem Schirm für kommenden Herbst; aber wie es aussieht, wird’s wohl bei Rumänien bleiben.
    Ich gestehe: das schlechte „Gaffer“-Gewissen treibt mich schon auch ein bisschen um. Aber nur ein bisschen. Zum Einen habe ich (in Ex-Jugoslawien) auch ähnliche Erfahrungen gemacht wie Du, Burkhard: Die Leute sind eher erfreut, wenn jemand ihr Land besucht, auch wenn es gerade recht geschunden aussieht; und vielleicht kann man ja sogar ein klein bisschen helfen …
    Zum Anderen ist das halt ein generelles Problem von uns „reichen“ Reisenden in unseren „fetten“ Autos – egal, ob das Zielland jetzt gerade erst von einem Krieg zerstört wurde oder halt einfach generell in desolatem Entwicklungszustand ist: Wir kommen nun mal aus einem reichen Land; und es wird in geschätzt 98% aller Zielländer so sein, dass die auf einem niedrigeren Level sind. – Da kann man immer das schlechte Gewissen haben: der reiche Touri, auf weichem Pfuhl sitzend und sich an der pittoresken Armut ergötzend. Aber das wird von der dortigen Bevölkerung in aller Regel nicht so empfunden, zumindest, wenn man sich „anständig“ (ist das heutzutage schon ein Fremdwort?) aufführt. Dazu gehört auch, die Leute ernst zu nehmen, zu versuchen, ihnen respektvoll und mindestens auf Augenhöhe zu begegnen, statt von oben herab mit der Arroganz des Kolonialfürsten. (Auch wenn es vielleicht manchmal nervt, wenn man das drölfzehnte Mal um ein Cola, eine Zigarette, einen Kugelschreiber oder einen Guyambel (oder wie die ortsübliche Währungseinheit auch sonst heißt) angeschnorrt wird als Gegenleistung für ein Foto mit Kamel, Bärenbaby oder zahnloser Großmutter …)
    Eine Alternative gibt es doch nicht: alle Länder nicht mehr zu bereisen, in denen aus unserer Sicht des satten Europäers nicht alles zum Besten bestellt ist: das kann’s ja nun auch nicht sein. Man kann ja nicht immer nur ins Tessin fahren 😉 …

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