Unimog Atlas 4x4
Expeditionsmobile bis 7,5 Tonnen

Unimog – Atlas 4×4

Wenn Unimog, dann so

Ein Unimog ist das geländegängigste Allradfahrgestell für den Aufbau von Expeditionsfahrzeugen, das es gibt. Die Meinung hört man oft und sie ist richtig.

Jedoch wird leider all zu oft der Aufbau zu schwer, der Hecküberhang zu lang, die Tankkapazität zu klein oder die großen Tanks hängen zu tief, die Gewichtsverteilung zwischen VA und HA extrem ungünstig. Das Resultat des Umbaus ist ein Wohnmobil auf Unimogbasis statt eines Expeditionsmobils. Ein Allradfahrgestell von MAN, Mercedes, Iveco oder meinetwegen auch Steyr wäre besser geeignet und man macht sich mit einem solchen Wohnmobil nicht lächerlich, wenn es dann doch mit zwei Metern Hecküberhang und Unterfahrschutz nicht mehr geländegängig ist. Bei einem verschandeltem Unimog kann man die Ausrede, dass der Wohnkomfort ja im Vordergrund stehe, nur belächeln.

Aber es gibt auch Ausnahmen, bei denen der Aufbau die Geländefähigkeit des Unimogs nicht behindert, bei denen das Gewicht nahezu gleichmäßig zwischen Vorderachse und Hinterachse aufgeteilt ist. Natürlich sind hier Kompromisse nötig, ein zwei Quadratmeter großes Badezimmer mit Steinfliesen wird man in einem solchen Unimog nicht finden.

Im Januar 2014 trafen wir zufällig Michael Dennig in Marokko. Fünf Tage fuhren wir gemeinsam im Gebiet Kem-Kem im Süden Marokkos.

Unimog Atlas 4x4

Der Unimog U1300 von Atlas 4×4 zeigt seine Stärke in den Dünen

Unimog U1300L

Sein Unimog (der Umbau vom Militärfahrzeug zum Expeditionsmobil wurde ausführlich in der Zeitschrift “Allradler” beschrieben) ist genau so, wie ein Unimog sein sollte: leicht, voll verwindungsfähig, größtmögliche Böschungswinkel und größtmögliche Bauchfreiheit.

Unimog Abendstimmung

Gehört auch zum Expeditionsalltag eines Unimogs: Lagerfeuer in der Wüste

Die Innenaufteilung ist genial, in der Heckrundsitzgruppe haben sieben Personen Platz, unglaublich für ein Fahrzeug in dieser Größe. Das feste Bett wird samt Lattenrost und Matratze mit einem Elektromotor unter das Dach gezogen und liegt im Schlafmodus auf der Hecksitzgruppe auf. So ist bei einer Kabinenlänge von nur 3,6 Meter ein festes Bett mit einer großzügigen Sitzgruppe möglich. Davor schließen sich Küchenblock und Vorratsschränke an. Eine kleine Nasszelle, ich würde sie vergrößern und in den Eingangsbereich integrieren, ermöglicht Duschen und Toilettengang auch unter unangenehmen Wetterbedingungen.

Die Möbel sind zweckmäßig, hell und vor allem leicht und stabil, die Verschlüsse und Scharniere für extreme Belastungen ausgelegt.

Technische Änderungen  am Unimog

Am Expeditionsmobil von Atlas 4×4 wurde ein Ladeluftkühler zur Leistungssteigerung montiert und das Getriebe optimiert. Zudem wurden Achsen des Dingo eingebaut und die Dämpfung angepasst, um nur die großen Arbeiten zu nennen.
Das alles auch unter extremen Belastungen funktioniert, erklärt sich, wenn man die Hintergründe von Michael kennt. Er war Ingenieur bei Mercedes, zuständig für die Lkw Erprobung, kennt also die Richtlinien und die Knackpunkte. Kein Wunder, dass z.B. seine neu konstruierte, leichte Kofferlagerung die Freigabe von Mercedes erhalten hat.
Wer auf einem Unimog aufbauen will, bereit ist Kompromisse in Zuladung und Wohnkomfort zu machen, sollte sich mal die Bilder und die Berichte auf der Seite von Michael Dennig ansehen.

Die insgesamt sechs Umbauberichte als kostenloses PDF aus dem “Allradler” findet ihr in der Rubrik “Downloads”.
Hier der Link: www.atlas4x4.de
Und ein Video eines Fahrzeugtest vom Atlas 4×4 Unimog siehst du hier: Testfahrt

Wenn Unimog, dann so.

Unimog U1300

Unimog U1300: Abendstimmung im Süden Marokkos

expeditionsfahrzeug-dvd

Expeditionsfahrzeug-DVD

Mehr zu Expeditionsmobilen findest du auf unserer DVD Expeditionsfahrzeug.

Was bewährt sich auf Fernreisen, worauf sollte schon beim Ausbau geachtet werden.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 3 comments

  1. Rolf Schettler

    Mir fallen bei diesem Bericht insbesondere die von Atlas 4×4 vorgenommenen signifikanten technischen Verbesserungen am Unimog auf:
    – Ladeluftkühler zur Leistungssteigerung
    – Getriebe optimiert
    – Achsen vom Dingo eingebaut.

    Trotz der Erfahrungen mit vier vorher genutzten Unimog-Reisemobilen auf der Basis von 404S, 416/90 PS, 416/125PS & U1300 habe ich mir vor vielen Jahren nach Beratung durch einen Entwicklungsingenieur aus Gaggenau einen Tropen-Unimog U1300/37 Doka (leicht) mit dem Motor aus dem U1700 bauen lassen ( = 22,5 PS/to GG statt 17,3 PS/to GG). Obwohl er nach den Erfahrungen mehrerer Sahara-Reisen einen ultra-leichten kurzen Kofferaufbau bekam, wurde er nicht zu meinem Traummobil, da genau die von Atlas 4×4 vorgenommenen Verbesserungen schon nach den Testfahrten meines Neufahrzeugs auf meine Wunschliste rückten.

    Nachdem mein U435.117 dann die eine oder andere Schwierigkeit mit den verstärkten 100 km/h-Achsen hatte, zog ich die Konsequenz und suchte mir ein Fahrzeug, das die Punkte höhere spezifische Motorleistung/Tonne GG, stand-stabilere Achsen und Getriebe ohne Nachbesserungsbedarf erfüllte.

    Wünschenswert wäre es gewesen, wenn Unimog diese sinnvollen und möglichen Verbesserungen früher schon in die Serie des U435 hätte einfließen lassen.

    Ich gratuliere deshalb Atlas 4×4 zu diesen Modifizierungen und damit zu diesem offensichtlichen Super-Unimog und bedaure, dass es ihn nicht schon vor Jahren gab, als bei mir die Realisierung eines Traumes anstand!

    Rolf

  2. Klaus

    Sicherlich hat sich Atlas4x4 in der Szene seit deren Bestehen (2014) einen Namen in der Unimog-Gilde gemacht und wie bei allem, gibt es die, die die Möglichkeiten der ellenlangen und exklusiven Zubehörliste absolut top finden und die, denen das getreu des Credos des alten Porsche ‘was nicht dran ist, kann auch nicht kaputt gehen’, einfach zu viel des Guten ist. Es gibt einige U1300L32-Unimog-RM mit dem OM352 Saugdiesel und einer ca. 3,75 m langen Kabine mit gewichtsoptimiertem Ausbau, die ohne all diese sog. ‘Features’ bestens durchs Gelände kommen.

    Auf meine Frage zu Rißbildungen bei deren Kabinen in GFK-Sandwichbauweise bzw. deren Langzeiterfahrung dazu habe ich von Atlas4x4 leider keine Antwort erhalten. Wenn ich die Formgebung der Kabine der Pistenkuh betrachte, habe ich nicht den Eindruck, daß es sich hierbei um eine Kabine in GFK-Sandwich-Bauweise handelt. Andere lehnen diese Kabinenbauweise sogar kategorisch ab, da sie z. B. bei einem Crash wie ein trockenes Brötchen zerbröseln würden.

    Generell stimme ich dem Redakteur vom Explorer-Magazin zu, der in dem Video mitteilt, daß die Wertigkeit der Ausführungen in der Wohnkabine noch Entwicklungspotential haben und die Flightcase-Bauweise nicht jedermanns Sache sei. Bezüglich deren Anordnung des Wassertanks unter dem Fzg. gebe es bereits Kunden von Atlas4x4, die damit nicht unerhebliche Probleme mit eingefrorenem Wasser gehabt haben sollen.

    Aber wie sagte jetzt ein begeisterter Kunde eines MB der schweren NG80 Klasse von EWR nach seiner Reise damit in den hohen Norden Europas? Nach Übergabe müsse man in der Regel, egal bei welchem Ausbauer, mit zwei Terminen zur Abstellung von auftretenden Problemen rechnen. Wie der Ausbauer dann damit umgehe, zeige die Kompetenz und Qualität des Ausbauers. Jedenfalls sei er besonders von den techn. Sonderlösungen, ihrer Tauglichkeit und dem Preis/Leistungsverhältnis von EWR sehr zufrieden. Da würden dann auch mal Sachen o. B. gemacht.

    Mir persönlich ist solch ein Fzg., auch wenn es optisch ebenso sehr gut gelungen ist, definitiv zu groß, auch wenn ich die Geräumigkeit der Fahrer- und Wohnkabine als sehr angenehm empfinde.

    Die von Atlas4x4 gewählte Aufteilung der Kabine für den 3,25er Radstand erachte ich für diese Größe nichtsdetotrotz als sehr gut durchdacht. Auch die Wendigkeit ist hierbei sicher unerreicht.

    Wem das aber zu klein ist und wem ein großer LKW (MB, Steyr, MAN) zu groß ist, dem lege ich die Seite von gelberunimog.de nahe. U2450L38 mit großer 14.00R20 Bereifung, 1,91 m lichte Stehhöhe in der WK und einer max. Fzg.-Höhe von 3,19 m. Nicht schlecht.
    Wer es aber klein, wendig und trotzdem günstig möchte, dem lege ich z. B. die Seite von ubelix.de oder ullimog.de nahe.

    Nach meinen bisherigen Recherchen und Informationen setzt sich der Bau eines RM aus verschiedensten Gewerken zusammen. Kaum ein Ausbauer verfügt in sämtlichen Gewerken über die Top-Spezialisten. Sowohl die Kabinen in Alu- als auch in GFK-Sandwich-Bauweise begrenzen die Gestaltungsfreiheit der Kabine. Für mich, als ausgesprochen ‘designaffiner’ Mensch, wirken vor allem GKF-Kabinen wie aufgesetzte Fremdkörper auf einem Basis-Fzg., es fehlt der harmonisch fließende Übergang, der das Fzg. als ein integrales Gesamtwerk wirken läßt. Aber das ist meine ganz persönliche Auffassung!

    Habe ich mich hier zuletzt noch dahingehend geäußert, daß es wichtig sei, um etwaigen Problemen mit Ausbauern möglichst aus dem Weg zu gehen, alles aus einer Hand zu beziehen, tendiere ich heute mehr und mehr dazu, da ich weder Schrauber noch handwerklich begabt bin, mir Spezialisten der entsprechenden Gewerke zum Bau eines auf meine Bedürfnisse zu 100 % zugeschnittenen RM zu suchen und dabei bereits vorhandene Erfahrungen zu integrieren.

    Denn das war auch der Weg des alten Porsche. Da ihm niemand ein Fzg. nach seinen Vorstellungen bauen wollte oder ließ, hat er sich eben selbst eins gebaut. 356, 901, 912, 911 – Ikone des Fzg.-Baus, Legende zu Lebzeiten.

    Klaus

    • Klaus

      Anmerkung:
      Die Aussage bzezüglich der Problematik der Anordnung der Wassertanks seitens Atlas4x4 stammt NICHT!!! vom Explorer-Magazin.
      Das ist meinerseits etwas unglücklich formuliert worden.

      Das Grausame in den Kommentarbereichen egal welcher Foren, ist die dabei voreingestellte automatische Rechtschreibprüfung.

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