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Iveco daily 4x4
Erfahrungen mit Expeditionsmobilausbauern

Iveco Daily 4×4 – Neuwagen mit massiven Mängel

Iveco Daily 4×4 ist eines der beliebtesten Fahrzeuge unter den Fernreisenden. Viele Ausbauer verwenden diese Basis um daraus kundenspezifische Expeditionsmobile zu fertigen. Innovation Campers ist ein in der Szene bekannter Produzent und kennt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Basisfahrzeuge. Doch der neue Iveco Daily 4×4 ist eine Zumutung für jeden Perfektionisten.
Burkhard Recker, der Chef von Innovation-Campers, schildert hier seine Erfahrung mit einem neuen Iveco Daily 4×4 Fahrgestell.

Das Fahrzeug wurde von Iveco Gütersloh am 9.8.2019 verkauft. Die Verkaufsabwicklung im Vorfeld war super. Nettes angenehmes Verkaufsgebahren.

Iveco Daily 4×4 – Das Gute

Der neue Iveco Daily kommt bullig daher. Mit den 255/100×16 Rädern hat er der Konkurrenz etwas voraus. Es gibt ihn nun in drei Radständen und wie zuvor in Einzel- und Doppelkabine und auch weiter mit drei 100% Sperren und Untersetzung. Auch eine 7,5t Version ist jetzt verfügbar, jedoch ohne die 255 Bereifung, die diese Traglast nicht mehr verkraftet.

Die Hinterachse wurde ebenso verstärkt. Die montierten Adapter lassen vermuten , dass es sich ursprünglich um eine Achse für Zwillingsbereifung handelt. Das Splittgetriebe ist leider nicht mehr an Board. Also einsteigen und los geht es.

Iveco Daily 4×4 – Fahrbericht

Die 8 Gang Automatik schiebt das Fahrzeug, das ja ein 5,5t LKW ist, ordentlich voran. Auch beim Gas wegnehmen schaltet das 8 Gang Getriebe sauber runter und verzögert sogar spürbar. Zeitweilig fühlt man sich an die Rekuperation eines Elektroautos erinnert. Der Geräuschpegel ist im grünen Bereich, wenngleich das Surren des Getriebes doch deutlich zu vernehmen ist. Das Cockpit ist aufgeräumt und mit allerlei kleinen Helferchen ausgestattet. Die sogenannten Luxussitze sind besser als beim letzten Daily 4×4 aber geben beim Sitzkomfort noch Platz nach oben. Die Bremsen , nun rundum innenbelüftete Scheibenbremsen, verdienen nun auch den Namen “Bremse”, was beim alten Model z.B. 2008 nur mit Einschränkung der Fall war. Das Spiel beim Lastwechsel ist beim neuen Daily, der hier von mir gefahren wurde, spürbar besser als beim alten Model. Also hätte Iveco mit dem neuen Iveco Daily 4×4 einen großen Wurf landen können.

Iveco Daily 4×4 – Katastrophale Verarbeitung

Soweit also alles super wenn da nicht die geradezu katastrophale Verarbeitung wäre. Wie heißt es doch so schön in der Iveco-Richtlinien für Ausstatter: Vor Auslieferung an den Endkunden muss der Ausstatter die Funktionstügtigkeit und Sicherheit des Fahrzeugs kontrollieren. Das habe ich, Burkhard Recker, auch so gemacht, nur Gott sei Dank vor dem Umbau. Ich hatte Ende der 90 Jahr schon mit Rover ein Mal einen Großkundenvertrag, den ich nach 13 Monaten und 30 verkauften Defendern kündigte. Ich wollte und konnte nicht weiter jeden Wagen 1-3 Mal zum Roverhändler geben um die Mängel zu beseitigen. Verkaufte ich doch schon seit Anfang der 90er Jahre auch Toyota. Bei allen, von mir bisher verkauften Toyota, gab es nur bei den PZJ Modellen der ersten Generation dann und wann Probleme mit dem Getriebe, wenngleich auch Toyota fleißig dabei ist, sich den Spitznamen der 80er “Rostcruiser” oder “Rostlux” wieder zu erarbeiten.

Das was Iveco bei dem von mir getesteten neuen Iveco Daily 4×4 Doka Automatik sich geleistet hat, stellt aber alles, was ich von Rover und anderen Herstellern gewohnt war in den Schatten.

Die Mängelliste

Die Mängel in der Auflistung die nach Meinung von Burkhard Recker vorliegen:

Betrifft Fahrzeuglieferung Iveco Daily 4×4
Chassis Nr. ZN3D055D109041450 Doka Automatik

Das Fahrzeug hat zum Teil gravierender Mängel.

Hier noch einmal die aktualisierte Aufstellung Stand 23.9.2019

  1. Vorn Fahrerseite tropft Öl, mal mehr mal weniger, vermutlich Schläuche der Servolenkung.
  2. Einfüllschlauch und Tankbelüftung baumeln lose herum bis zu 1,10 m und sind beim Durchgang in die B-Säule zum Teil ohne Schutz geführt.
  3. Der Tank hängt für ein ausgewiesenes Geländefahrzeug viel zu tief, es hat den Anschein, als wenn man erst den Wagen konstruiert hätte und erst im Nachgang aufgefallen ist, dass da ja noch ein Tank verbaut werden muss.
  4. Schläuche, Leitungen wahrscheinlich die Kühlung für das Automatikgetriebe, die vom Getriebe kommen, können am am Kardan schleifen, da die dort keinerlei Befestigung haben. Auch im Verlauf nach vorn zum Kühler ist bis auf eine Halterung auf weiten Strecken keinerlei Befestigung für die Leitungen, die vom Getriebe kommen.
  5. Am Auspuffrohr ist eine Sensorleitung zu stramm verlegt und kann somit bei Vibrationen abreißen .
  6. Die Achsentlüftungen enden ohne weiteren Schutz oben am Rahmen offen !!!
  7. Am Tank scheuert das Schutzgehäuse vom Dieselfilter, so das der Tank daran durchscheuern kann. Auch im Inneren des Gehäuses hat der verbaute Dieselfilter vorn Kontakt zum Schutzgehäuse und kann somit scheuern.
  8. Kabelbäume und Schläuche sind im Rahmen rechts und links auf bis zu 2 m und manchmal mehr ohne Befestigung und das bei bis zu ca. 3 cm Durchmesser der einzelnen Stränge. Iveco könnte z.B. mal in einen Yamaha Außenborder Motor schauen und von Yamaha in Bezug auf Kabelführung viel lernen. Die Belastung bei einem solchen Bootsmotor ist auch nicht höher, als die bei einem LKW, der auf einer Wellblechpiste fährt. Oder ? Überhaupt mach die ganze Verkabelung, wenn man mal vom Motorraum und Kabine innen absieht, eher den Eindruck wie eine schlecht gemachte Nachrüstung.
  9.  Die Verteiler der Druckluftleitung können lose schwingen und sind ungeschützt (und das bei einem ausgewiesenen 4×4 LKW). Das Ganz sieht aus wie ein Bastelecke einer Oberstufen Werk AG .
  10. Im Führerhaus ist ein Halter neben dem Fahrersitz am Boden an dem man sich Barfuß oder mit Sandalen den Fuß aufreißen kann , ist mir passiert.
  11. Der Rückspiegel fehlt bei einem Fahrzeug das ohne Heckscheibe bestellt wurde.
  12. Bei der Druckluftanlage ist ein Stück Kupferrohr verbaut. Das führt in Verbindung zu den anderen minderwertigen Metallverbindungen zur Elektrolyse, und das innen und außen. Das Rohr ist gegen ein Ermetorohr im selben Duchmesser auszutauschen .
  13. Die unteren Verkleidungen an den Türen lösen sich ab und stehen teilweise vor und teilweise deutlich zurück . Es ist bei der Verarbeitung nicht zu erwarten, dass eine Neumontage gleicher Teile da Abhilfe schaffen kann. Da muss eine andere Lösung her. Allein die unterschiedliche Längenausdehnung von Stahl und den großflächigen Kunststoffverkleidungen, arbeiten schon gegeneinander .
  14. Die Motorhaube hat keine Stütze mehr, und bei den schwachen Aufstellern ist es nicht auszuschließen, dass schon ein kleiner Windstoß reicht, um die Motorhaube herunterfallen zu lassen .Ich hatte schon bei einem Audi (ist über 30 Jahre her ) das “Vergnügen” und stand mit eingequetschter Hand an einem Fahrzeug. Die Motorhaube ließ sich dann auch durch die Verspannung nicht mehr entriegeln.
  15. Der erste Schalldämpfer ist zu nahe am Getriebe geführt, das dann als untere Abdeckung dann auch noch einen Kunststoffdeckel hat anstatt einen Metalldeckel mit Kühlrippen. Aus Australien ist beim alten Model dies Problem mit der Temperatur schon bekannt. Man stelle sich mal vor: Da kühlt man das Getriebe mit einem Kühler vorn und leitet gleichzeitig die Wärme des Schalldämpfers mit der Befestigung des Schalldämpfers und Nähe in das Getriebe. Erinnert mich irgendwie an die Quadratur des Kreises.
  16. Vor allem auf der Beifahrerseite hat die hintere Lagerung der Kabine auf dem Rahmen nur 2,5 – 3 mm Luft bis Metall auf Metall stößt. Das ist sicherlich zu wenig bei voller Besetzung der Kabine und in unwegsamen Gelände.
  17. Das Handbremsseil ist oben über eine ungeschützte Kante geführt. Das da wohl etwas passieren kann, hatte man wohl erkannt, denn unter dem Seil ist ein Schutz angebracht. Da nun ja bei gelagerter Kabine auf dem Rahmen die beiden Bauteile auch gegeneinander arbeiten können, fehlt da wohl was.
  18. Das Verschleißanzeigekabel für die vorderen Bremsen ist mangelhaft am Bremssattel verlegt. Bei Fahrten durch nur ein wenig tieferen Matsch kann sich Matsch in die Felge innen setzen und das Kabel abreißen.
  19. Eine Sensorleitung der Abgasanlage scheuert vorn an einer Matte, jeder weiß, dass mit der Motorlagerung auch Vibrationen auftreten 
  20. Kabel und Schläuche am Ad Blue Tank auch teilweise ohne Befestigung und die Durchführung zur B-Säule zum Teil auch ungeschützt (Durchscheuern).
  21. Es sei noch erwähnt, dass ein Fahrzeug mit 100 km Laufleistung kein Neuwagen im rechtlichen Sinne ist.
  22. Die vorderen Türen passen oben, sind aber unten einen halben Zentimeter zu kurz.
  23. Bei der Überstellung des Fahrzeugs zurück nach Gütersloh ist weiter aufgefallen, dass das Getriebe im leichten Last- Schubwechsel zwischen 70 und ca. 88kmh deutliche Geräusche macht. Es hört sich wie ein Lagerschaden im Getriebe an, der auch im Verlauf der Fahrt immer lauter wurde!! Kilometerstand bei Rückgabe an den Ivecohändler 219 km. Na Leute was will man erwarten , der Wagen hat doch immerhin 219km gelaufen und ist noch nicht liegengeblieben. Mehr darf man für 80.000,- bis 100.000,- bei Iveco anscheinend zur Zeit nicht erwarten. Also stellt euch nicht so an …..  Ha Ha , wenn es nicht so ernst wäre. Solche Beträge gehören bei den Meisten und auch bei mir nicht zur Taschgeldklasse.
  24. Die seitlichen Begrenzungsleuchten in den hinteren Türen sind etwas schief verbaut.
  25. In der Kabine ist neben dem Beifahrersitz ein Teil der Bodenverkleidung lose und voll ausgestanzt.
  26. Die Hinterachse hat mit den Bügelschrauben an der Fahrerseite nur 9 – 10 mm Luft zum Rahmen. An der Beifahrerseite 10 – 12 mm. Ich wage zu bezweifeln, dass das bei der Maximallast und einer Querbeschleunigung, oder Achsverschränkung ausreichend ist. Sollte ich mich da irren, kann Iveco da gern schriftlich zu Stellung nehmen. Selbst beim Daily ohne Allrad ist da mindestens doppelt so viel Spielraum. Auch ist die Federlagerung an der Hinterachse bei der hinteren Lagerung mit dem Federaugen nach unten montiert. Das produziert bei Maximallast einen  Hebelarm kurz vor dem Federauge und versuch dabei das Federauge aufzubiegen. Die zweite und dritte Feder stützen sich somit nicht mehr auf der Hauptfeder Lagerachse hinten ab. Das führt zumindest zu einem Moment, da die vordere Lagerung des Federpakets, wie auch im Allgemeinen üblich, mit dem Federauge nach oben gelagert ist. Beim Bruch der Hauptfeder hinten geht dann sofort gar nichts mehr. “Tolle Konstruktion für einen Offroader”. Man kann das nicht unbedingt als einen Mangel bezeichnen, aber doch zumindest als eine, für diesen Einsatzzweck fragwürdige Konstruktion. 
  27. Die Spaltmaße der Türen und vor allem bei der Türe hinten Fahrerseite passt im Verlauf nicht zu der C-Säule. Ein Versprung im Verlauf ist deutlich sichtbar. Das Ganze erinnert eher an einen schlecht reparierten Unfallwagen.
  28. Es bleibt zu hoffen, dass bei den hinteren Türen bei der Innenverkleidung nun ein Material verbaut wurde, welches sich nicht schon nach kurzer Zeit in alle Himmelsrichtungen verzieht wie beim alten Daily 4×4 von Modeljahr 2008 und vermutlich auch bei allen anderen Daily Doka.
  29. Es ist an dem Fahrzeug kein Reserveradhalter mehr verbaut!! Ich hatte dies im Kaufvertrag, wo es einer unter vielen aufgeführten Punkten war, glatt übersehen. Da hat Iveco mal eben die ganze Entwicklung dafür auf den dann sichtlich überraschten Endkunden verlagert.

Iveco Daily 4×4 – Das Fazit

Mein Fazit nach ca. 120km Überführungsfahrten. Zur Zeit würde ich die Finger von diesem Model lassen, zumal das Fahrzeug sicher kein Sonderangebot ist!  Bessert Iveco in der Qualität nach, müsste man den Daily 4×4 zur neuerlichem Beurteilung einem neuen Test unterziehen. Weiter bleibt, dass ein Fahrzeug in so einem katastrophalen Zustand nie das Werk oder den ausliefernden Händler hätte verlassen dürfen. Als Umbauer und Ausstatter hat man, wenn man dann das Fahrzeug als Ganzes mit Umbau verkauft, noch juristisch den schwarzen Peter, da man im Vertragsverhälnis zum Endkunden der Ansprechpartner ist. Der ausliefernde Händler in Güterloh ist ISO 9001 : 2015 zertifiziert und eventuell Iveco auch. Da frag ich mich doch wozu so eine ISO da ist, wenn so ein Murks den Betrieb verlassen darf! Auch würde mich mal interessieren, ob andere Aus- und Umbauer, der Name Bimobil wurde mir von Iveco genannt, die hätten schon ein Paar umgebaut, auch von solchen Verarbeitungsmängeln berichten können. Der neue Iveco Daily 4×4 wird nun von der Iveco Defence Abteilung gebaut wo doch dann ausgewiesenermaßen auf jeden Fall auch mit Offroad Betrieb zu rechnen ist. Das Fahrzeug wurde einem erfahrenen Sachverständigen vorgestellt und die Mängel sind auch von der Seite dokumentiert.

Text: Burkhard Recker

Bleibt die Hoffnung, dass Iveco die von Kunden aufgezeigten Mängel nutzt, ihre Fahrzeuge innovativ und konstruktiv zu verbessern.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 13 comments

  1. Jan Skacel

    Danke für die ausführlichen Berichte.
    LG Jan,
    derzeit in Zypern mit Sprinter 4×4 unterwegs.

  2. Francisco González Salguero

    Gracias por la información, en Noviembre del 2018 realicé la compra de la nueva IVECO DAILY 4X4 55S18HA8WX y a fecha de hoy aún no me ha llegado y todo lo que encuentro en internet sobre esta DAILY es negativo, sin tenerla empiezo a arrepentirme de no haber comprado el UNIMOG.

    Übersetzung angefügt von Burkhard Koch
    Vielen Dank für die Information, im November 2018 habe ich den Kauf des neuen IVECO DAILY 4X4 55S18HA8WX getätigt und seit heute ist er noch nicht angekommen und alles, was ich im Internet über diesen DAILY finde, ist negativ, ohne dass ich anfange, zu bereuen, nicht einen Unimog gekauft zu haben.

  3. Jhb

    ISO9001 heißt nicht das man automatisch gute Qualität bekommt.

    ISO9001 beschreibt nur wie etwas gefertigt wird bzw. Man muss das aufschreiben bzw. Immer so machen

    Das kann auch immer Grütze sein.

  4. ND

    Hallo Burkhard,

    ganz herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung. Die Infos zu dem Auto, welches bei uns eigentlich ganz oben auf der Wunschliste für den Nachfolger unseres Sprinter4x4 stand, sind ja obendrein auch selbst von Iveco schwierig und oft völlig falsch zu bekommen. Der Händler den Du beschreibst, ist von mir auch mehrfach kontaktiert worden. Rückrufe oder dergleichen erhält man selbst bei klarem Kaufinteresse leider nicht. Ich hatte eine unbedingte Empfehlung für das Autohaus bekommen – frage mich aber langsam, ob die noch zu bestätigen ist.

    Beste Grüße

  5. Christian Hütwohl

    Danke für die Infos. Ich hatte den Iveco 4×4 in 2016 auch mal auf dem Schirm, als Achleitner eine eigene coole offroad Version vom Daily 4×4 in einer Langversion und bis 6,5 Tonnen auf den Markt bringen wollte. Leider hatte Achleitner den Prototypen dann nicht weiterverfolgt, weil bekannt wurde, dass Iveco selbst eine 4×4 Langversion bauen wird, die jetzt in 2019 auf den Markt gekommen ist. Wollte das nicht abwarten und hab dann noch einen guten Mercedes Vario 4×4 bekommen. Das ist zwar ein Traktor, aber nahezu unkaputtbar und ein echter 7,5 Tonner mit LKW Technik. Habe meine Wahl auch nach der diesjährigen Islandtour nicht bereut, ganz im Gegenteil, bin begeistert.
    Grüsse aus de Schweiz

    • ANton Achhammer

      Hallo Herr Hütwohl,
      welches MB-Modell haben Sie mit welchem Aufbau und welchen Erfahrungen.
      Für eine kurze Nachricht wäre ich dankbar.

  6. Done

    Hallo Burkhard,

    gilt die katastrophale Verarbeitung auch fuer die regulaeren Dailys, oder betrifft das nur die 4×4 Versionen?

  7. André Hohmann

    Hallo Herr Koch,

    vielen Dank für Ihren sehr interessanten, offenen und ehrlichen Bericht. Nun ist über ein Jahr vergangen und ich denke, dass Iveco einiges verbessert hat. Es wäre schön, wenn wir hier ein Update bekommen könnten, wie sich Ihre Mängelreklamation entwickelt hat und ob Iveco Einsicht gezeigt und Besserung gelobt hat.

    Vielen Dank

    • Burkhard

      Hallo Andre,

      vielen Dank für deine E-Mail. Leider gibt es zu dem Bericht kein Update. Soweit ich weiß würde das Fahrzeug gewandelt. Der Kunde hat das Fahrzeug zurück gegeben und seinen Kaufpreis erstattet bekommen.

      Viele Grüße aus Spanien

  8. Roman

    Gibt es denn mittlerweile Neuigkeiten ? Es ist ja nun 1 Jahr her seit Ihrem Bericht. Über ein Update freuen sich sicherlich alle! Danke schön dür Ihre Zeit!

  9. Klaus

    Auch wenn das Thema Allrad-Fernreise-LKW zwischenzeitlich meinerseits ad acta gelegt worden ist, was nützt einem ein Fern-Reisemobil, wenn man weder reisen darf noch mit auswärtigem Kennzeichen einen Supermarkt befahren darf, wie es letztes Jahr Bekannten in Norddeutschland passiert ist.

    Im letzten Jahr war ich bei der Firma, die die Kabine der Pistenkuh gebaut hat. Zufällig hatten die dort gerade einen nigelnagelneuen Iveco Daily 4×4 als 7 t mit Automatik zum Ausbau. Das Fahrzeug war meinem Eindruck zufolge tadellos verarbeitet, hatte superbequeme Schwingsitze, auch der Inhaber der Firma sprach sich begeistert über den Daily aus. Den einzigen Wehrmuttropfen, den ich persönlich (1,75 m) feststellen konnte, war die etwas eingeschränkte Fußfreiheit auf der Beifahrerseite aufgrund des recht tief angesetzten Handschuhfachs. Der Daily hat auch noch einen richtigen Wählhebel beim Automatikgetriebe, der diese Bezeichnung auch verdient. Im Gegensatz zum aktuellen Sprinter, dessen Automatik-Wählhebel hinterm Lenkrad eher wie ein Blinkerhebel beim Golf III wirkt.

    Sprecht doch mal mit Verkäufern bei Mercedes. Die ballen die Faust in der Tasche angesichts dessen, wie der Daily ihnen den Markt abgrast, da der Sprinter immer weiter abgespeckt wird und zudem ein Nachfolger des Varios nachwievor nicht geplant ist. Es gibt ja den Fuso, was irgendwie wie Fusel klingt.

    Der Käufer des besagten Daily 4×4 – 5,0 t ist in der Szene und bei Iveco hinlänglich bekannt. Auch bei Rolls Royce kann man sicher mal ein Montags-Fzg. bekommen. Nichts ist unmöglich.

    Allen, die sich einen fabrikneuen Sprinter bei Firmen wie Iglhaut & Co. für 30-40 kEUR zusätzlich zum Fzg.-Preis umbauen lassen wollen, sei empfohlen, die Garantie- und Kulanzfrage des von Mercedes erworbenen Fahrgestells oder Kastenwagen im Vorfeld hinlänglich zu klären und sich schriftlich bestätigen zu lassen. Laut einem für den Bereich Wohnmobile bei Mercedes Benz im Werk zuständigen Ingenieurs, interessiert den Hersteller bei Schäden ggf. nicht, was TÜV & Co. freigegeben haben … Womit nichts gegen die Qualität der besagten Umbauten gesagt werden soll noch gegen die Haltung der MA in den Fachbereichen der Hersteller. Nach meinen Erfahrungen reißt sich kein Konzern und auch kein KMU darum, Kosten zu übernehmen … wenn es sich vermeiden läßt.

    Den Daily 4×4 dagegen bekomme ich als 7 t mit oder ohne Automatik als 3,0 l mit 180 PS, AT-Einzelbereifung, 3 Sperren und toller Innenausstattung mit allem, was das Herz begehrt, ab Werk mit Werks-Garantie.

    Wem der Daily 4×4 zu wenig Geländetauglichkeit bietet, schaue sich den Graellion von Tekne bei der Fa. Christ in AT an. Den gibt es sogar ab Werk mit Aufbau (ital. Rote Kreuz, Bus für Minenarbeiter in Afrika), dem 3,0 l aus dem Daily und einer Allison Automatik.

    In diesem Sinne …

    • Klaus

      Nachtrag:
      Der Iveco Daily4x4 als 7 t Fahrgestell mit Supersingle-Bereifung kostet mit voller Hütte um die 85.000 EUR. Damit hat der Daily4x4 als 7 t auch preislich ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, sowohl in Richtung der Van-Klasse wie Sprinter oder TGE oder Crafter, die nur bis max. 5,5 t erhältlich sind als auch in Richtung der LKW-Klasse, da die heutigen Allrad-LKW wie MB-Atego bei 10,5 t, Iveco-Eurocargo bei 11,5 t und MAN-TGM bei 13 t zGG beginnen.

      Der Daily4x4 hat aber ähnlich der Sprinter & Co Fraktion lediglich eine Spurweite von unter 2,0 m. Die im Netz herumgeisternden Ausbauten div. sog. namhafter Ausbauer lassen den Daily4x4 mit überkragenden Abmessungen wie 2,2 m Kabinenbreite, Alkoven und riesigen Überhängen hinten, mehr wie eine schwangere Auster auf hoher See wirken, denn einem seiner Auslegung entsprechendem Fernreisemobil. Ich verweise hier auch auf Burkhards Beitrag zum Ausbau eines Unimogs 1300L, ungeachtet, daß dieser eine größere Spurweite hat.

      Dann kommen von profunder Seite Informationen, daß der Daily4x4 als 7 t mit Supersingle-Bereifung den EU-Bremsentest wohl nur auf der allerletzten Rille geschafft haben soll. Man habe dabei das Gefühl, man trete auf der Bremse ins Leere. Jeder mache sich dazu im Kontext zu v. e. ‘Ausbauten’ seine eigenen Gedanken. Die Anforderungen von Feuerwehren gehen heute immer dahin, Allrad-Fzg. mit einer Spurweite von unter 2 m und einem zGG bis 7,5 t nicht nur zur Brandbekämpfung in Wäldern zu ordern, da die heutigen Unimogs zu breit und zu schwer (> 8 t) sind, sondern auch bei der Hochwasserbekämpfung im städtischen Raum. Feuerwehren haben aber über die gesamte Nutzungsdauer bekanntlich nur sehr geringe km-Laufleistungen und stehen unter permanenter Wartung.

      Ganz anders sieht das jedoch bei einem Reisemobil aus, das bis an die Belastungsgrenze vollgepackt mit ausuferndem Aufbauabmessungen eine Paßstraße samt Spitzkehren runterfährt oder zu einer Vollbremsung genötigt wird und hoffentlich nicht noch das Reserverad auf dem Fahrerhausdach liegen hat. Da kann der Vordermann nur beten ….
      Das geringste Übel werden dann die Kosten der sicherlich regelmäßig anstehenden Austausche der Bremsen samt Scheiben sein, da das Fzg. nicht über eine bei LKW übliche Druckluftbremse verfügt.

      Was besagte ehm. Kunden des Sprinter6x6 betrifft, die den Kaufpreis für das Reisemobil von der Fa. Schatzmeister zurückerstattet bekommen haben, ist, so munkelt man, daß sie zwischenzeitlich wohl auch Probleme mit der ihrerseits beauftragten Filmproduktionsfirma haben sollen. Auch das kostet Geld und sicher nicht zu knapp.

      Bevor man einer Firma derart an den Karren fährt und vors Schienbein tritt, man nenne mir bitte einen Ausbauer, bei dem es keine Mängel gegeben hat, besonders solche, die bereits bei Abnahme schon offensichtlich waren, sollte man sich persönlich mit der anderen Seite in Verbindung setzen. Besonders, da der ehm. Kunde anonym bleibt. Kunden der Firma Schatzmeister haben sich auf Anfrage hin unabhängig voneinander dahingehend ausgesprochen, daß etwaige Mängel auf Garantie schnell und kompetent behoben worden seien, sie den Kauf des Reisemobils noch keinen Tag bereut hätten und sich jederzeit wieder für die Firma Schatzmeister entscheiden würden.

      Vielleicht sollte sich jeder, der in so einer handelsüblichen Tupperbox oder Alu-Schaumstoff-Kiste sein Leben wo auch immer in wie auch immer gearteter Freiheit zu leben meint, fragen, wie gesund man in solchen Gebilden lebt. Nicht nur sind dort lösungsmittelhaltige Kleber als auch solche Kunststoffe obligater Begleiter bzw. deren ausdiffundierende Bestandteile, die sich -wissenschaftlich erwiesen- auf den Hausstaub legen, dessen Bildung eben durch Kunststoffe noch zusätzlich gefördert wird, die dann lungengängig eingeatmet werden. Zirben- als auch Tannenholz im Schlaf/Wohnbereich trägt -ebenso wissenschaftlich erwiesen- dazu bei, daß das Herz nachts eine Stunde weniger arbeiten muß, von den antibakteriellen Eigenschaften ganz zu schweigen.

      Natürlich kann man auch in Hundeboxen reisen.
      Ebenso kann man auch zu Fuß oder per Rad mit Rucksack und Zelt reisen.
      Jeder ist sich selbst da der Nächste.

  10. Georg

    Lieber Burkhard,
    bevor wir uns den MAN angeschafft haben – und auch jetzt noch, schauen wir etwas die Berichte über die Fahrzeuge an.

    Von Euerm Bericht über den “Iveco daily 4×4” waren wir doch etwas überrascht und haben uns gedacht, mal jemand anderen noch nach seiner Erfahrung mit diesen Fahrzeugen zu befragen.

    Ein Freund arbeitet bei einem bekannten Feuerwehrfahrzeugbauer und dort verarbeitet man seit 30 Jahren Iveco und davon hauptsächlich Daily 4×4. Mittlerweile pro Jahr etwa 100 Fahrzeuge, er hat also die Erfahrung mit rund 2000 Fahrzeugen dieses Typs gemacht und sagt, dass dies ein außerordentlich zuverlässiges Fahrzeug sei, sonst hätte er diesen Typ nicht seit 30 Jahren im Programm mit seinen heiklen Feuerwehrkunden. Nach seiner Erfahrung sind 1-2% der gelieferten Fahrzeuge mit einem Mangel behaftet und der wird jeweils sofort behoben vom Lieferanten. Weder er, noch einer seiner Ingenieure oder Fahrzeugbauer, haben je so etwas gehört, wie es in diesem Bericht steht.
    Viele Grüße Georg

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