Dadesschlucht
2004 Westafrika

Von Ceuta zur Dadesschlucht

Die Einreise nach Marokko war völlig problemlos. Vorbei das Chaos, das vor einigen Jahren an der Grenze herrschte. Jetzt werden Marokkaner von den Touristen getrennt abgefertigt und alles geht schnell und zivilisiert – na ja, halbwegs – ab. Grosses Gedränge und Gehupe gibt es nur noch an dem Schalter, der für die Marokkaner reserviert ist.
Die Uhr stellen wir zwei Stunden zurück, mehr ein symbolischer Akt, denn eigentlich müssten wir die Zeit 200 Jahre und zwei Stunden zurückdrehen.

Einladung zum Tee in Casablanca

Einladung zum Tee in Casablanca

Wir fahren über Land nach Rabat. Alles ist wie früher. Wir werden zum Tee eingeladen, am Straßenrand werden erntefrisch Melonen, Tomaten, Pflaumen und Äpfel verkauft, zu Preisen von 30 Eurocent je Kilo. Natürlich decken wir uns für die nächsten Tage ein. In den Ortschaften hängen frisch geschlachtete Hammel und Ziegen in den Metzgergassen. Wir trinken in einem Cafe in Ruhe unseren ersten Minztee und beobachten das Treiben auf den Strassen.
Für unsere erste Nacht finden wir einen absolut einsamen Platz an einem See. Unser erstes Ziel ist die Hauptstadt Rabat, um in der malischen Botschaft ein Visa für Mali zu bekommen.
Gefahren wird wie überall in den großen Städten. Auf vierspurigen Strassen wird in sieben Spuren gefahren. Einer blinkt rechts, biegt aber links – quer über alle sieben Spuren – ab. Rote Ampeln bedeuten: Hupen und Geschwindigkeit verringern. Andere Verkehrszeichen haben keine Bedeutung. Der Bus bleibt auf der dritten Spur stehen und lässt Passanten aussteigen.

verlorener Kraftstofftank

verlorener Kraftstofftank

Auf der rechten Spur steht ein Sattelzug, der seinen Dieseltank verloren hat, die Tankhalter waren durchgerostet. Mich erinnert es an meinen letzten Kirmesbesuch, wobei beim Auto-scooter zumindest alle in der gleichen Richtung fahren und keine Mofa- und Fahrradfahrer in die Quere kommen. Von den Fußgängern ganz zu schweigen.
Von links kommt ein Mofa mit zwei Polizisten, das Vorderrad schlägt, als sei schon mal ein Lkw darüber gerollt, dennoch hängen am Lenker zwei große Plastiktüten mit Brot und der Polizist auf dem Gepäckträger hat ebenfalls in jeder Hand eine große Plastiktüte mit Brot.
Wir müssen dreimal fragen und finden die Botschaft versteckt in einer Seitenstraße. Die Visa sind schnell erteilt und über Landstrassen und Pisten geht es in den Süden von Marokko.

Dades Schlucht

Dades Schlucht

Wir fahren durch eine grandiose Bergwelt, kommen nur langsam voran, weil wir ständig aussteigen und den Blick in die tiefen Schluchten genießen.

Obwohl die Dadesschlucht inzwischen asphaltiert ist und jede Menge Touristen mit Reisebussen durch die Schlucht gekarrt werden, fasziniert die Schlucht uns jedesmal wieder neu. Erinnerungen werden wach. Vor 15 Jahren waren wir das erste Mal hier, rumpelten über Schotterpisten und die Leidenschaft für Afrika wurde geweckt.

Die Dades-Schlucht, ein Highlight einer jeden Marokkoreise

Die Dadesschlucht, ein Highlight einer jeden Marokkoreise

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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