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Hinweisschild auf Versorgungsengpass
Südliches Afrika

Reise-Info Zimbabwe

Stand: September 2008

Land und Leute

Über Zimbabwe hört man seit ca. 10 Jahren nicht viel Gutes. Der Diktator Robert Mugabe hat das Land in den Ruin gewirtschaftet, begonnen hat es damit, als er 2002 ca. 4000 weiße Farmer aus dem Land geworfen hat. Seit dem geht es wirtschaftlich steil bergab, inzwischen hungern die Leute im Land. Die Supermärkte in dem ehemals reichen afrikanischen Land sind leer, der Transport im Land von Leuten und Gütern funktioniert nicht mehr, da der Treibstoff entweder nicht zu bekommen ist oder von den Leuten nicht mehr zu bezahlen ist. Die Inflation galoppiert in die Höhe, der größte Geldschein, den wir gesehen haben, war ein 500 Billionen-Dollar-Schein, dafür konnte man zuletzt ein Brot kaufen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 80 % und das Gesundheits- und Bildungswesen ist zusammengebrochen. Auch die Präsidentschaftswahlen im März 2008 haben bisher keine Besserung gebracht, da Mugabe immer noch an der Macht klebt und mit allem Mitteln versucht, sich dort zu halten. Eine politische Einigung zwischen Regierung und Opposition ist seither trotz vielen Verhandlungen nicht in Sicht.

Wir haben erst gezögert, ob wir in dieses Land reisen sollen. Nach mehreren Gesprächen mit anderen Reisenden, die der Ansicht waren, unsere geplante Route durch den Westen des Landes dürfte kein Problem sein, da gering besiedelt und Hochburg der Opposition, haben wir es gewagt und überwiegend gute Erlebnisse im Land gehabt. Die Bevölkerung war immer freundlich, irgendwie waren uns die Leute sympathisch. Sie hoffen alle auf den Machtwechsel und dass es dann wieder bergauf geht im Land. Die Souvenirhändler im Ort Victoria-Falls sind sehr aufdringlich, was allerdings aufgrund ihrer Situation nur allzu verständlich ist.
Route: Pandamatenga – Victoria-Falls – Hwange-NP: Robins-Camp – Main-Camp – Bulawayo – Beitbridge (gesamt 1.132 km). Die Teerstraßen waren in gutem Zustand.

Visum/Grenzformalitäten

Einreise bei dem kleinen Grenzübergang Pandamatenga. Das Touristen-Visum (30 Tage) wird direkt an der Grenze ausgestellt und kostet 30 USD (Single-Entry). Wir hatten das Pech, dass der Beamte nur noch Aufkleber für Double-Entry-Visa hatte, es blieb uns nichts anderes übrig, als diesen zu nehmen, kostet allerdings 45 USD.
Beim Zoll fallen weitere Gebühren an:
Roadtax: 10 USD, Carbon-Tax: 30 USD (Man bekommt einen Sticker, den man an der Windschutzscheibe befestigen muss.)
Die Abwicklung an der Grenze war korrekt und freundlich, allerdings sehr gründliche Kontrolle bei der Einreise. Zu den haushaltsüblichen Vorräten an Mehl, Zucker und Konserven haben die Beamten nichts gesagt. Da wir nicht sicher waren, ob die Einfuhr von frischen Milch- und Fleischprodukten verboten ist, haben wir diese vorsorglich versteckt. Die größeren Mengen an Maismehl (zum Verschenken an die Bevölkerung) und Kartoffeln haben sie nicht entdeckt.

Ausreise bei Beitbridge nach Südafrika: Es wird ein Brückenzoll erhoben. Die Staffelung erfolgt von 5 USD für PKW, 10 USD für leichte Fahrzeuge(bis 3,5 to) und 30 USD für schwere Fahrzeuge. Darauf achten, dass der richtige Beleg ausgestellt wird. Uns hat man versehentlich ein Ticket für 10 USD ausgestellt, das wurde bei der letzten Kontrolle kurz vor der Brücke nicht akzeptiert. Wir mussten zurück, das 10 USD Ticket wurde storniert, aber es gab die 10 USD nicht zurück, sondern den Ticketwert in ZIM-Dollar, dann mussten wir uns ein Ticket für 30 USD kaufen. Generell akzeptieren staatliche Stellen von Ausländern keine Landeswährung, geben aber generell nur Landeswährung als Wechselgeld zurück. Obwohl Burkhard sich heftig dagegen gewährt hat, war nichts zu machen. Es ist Gesetz von Mugabe.

Der Andrang an diesem Grenzübergang ist sehr groß, man sollte genügend Zeit einplanen, bei uns hat die gesamte Abwicklung (Aus-/Einreise) 4,5 Stunden gedauert.

Polizeikontrollen im Land

Die wenigen Polizeikontrollen waren zu uns Touristen immer korrekt und freundlich und haben nur nach dem Carnet des Passages gefragt.

Währung

Da der ZIM-Dollar nach wie vor hoch inflationär ist, sollte man möglicht kein Geld eintauschen, da man auf der Bank einen viel zu schlechten Kurs bekommt und auf dem Schwarzmarkt leicht übers Ohr gehauen werden kann. Mit USD kommt man an den touristischen Plätzen gut durch und die staatlichen Gebühren sind sowieso nur in USD zu zahlen. Viele Händler geben ihre Ware auch nur gegen USD oder südafrikanische Rand ab.

Versorgung mit Treibstoff und Lebensmitteln

Treibstoff gibt es an den normalen Tankstellen in der Regel nicht, in Victoria-Falls hätten wir bei irgend einem Schwarzhändler welchen bekommen können zu ca. 1,75 USD/Liter Diesel. Auf jeden Fall vorher in Botswana voll tanken. Frische Lebensmittel sind schwer aufzutreiben und entsprechend teuer, auch mit Lebensmitteln sollte man sich vorher genügend eindecken.

Victoria-Falls

Eintritt: 20 USD p.P. für einmaligen Eintritt. (Wenn man das Gelände zwischendurch verlassen möchte und nachmittags wieder rein will, um Aufnahmen bei anderem Fotolicht zu machen, werden die Gebühren erneut fällig.) Am Nachmittag ist generell besseres Fotolicht als vormittags. Im September haben die Main-Falls noch reichlich Wasser, während die Eastern Cataracts ganz trocken und die Rainbow-Falls nur noch ein Rinnsal bilden. Die Fälle von der Sambia-Seite aus zu besichtigen, macht daher um diese Jahreszeit gar keinen Sinn, dam man gar nicht bis zu den Main-Fällen vordringen kann. Man kann zwar bis kurz vor Livingstone Island an der Fallkante entlang laufen (viel Kletterei), aber kurz vor den Mainfalls ist Schluss weil die Insel Konzessionsgebiet des Sun-Hotels ist und nur mit einem Boot des Hotels (Bootsfahrt ca. 60 USD p.P.) gelangt man auf die Insel und hat man einen Ausblick auf die Mainfalls. Früher konnte man sich ein Tagesvisum für 10 USD für Sambia an der Grenze holen, uns wurde gesagt, dass dieses nicht mehr ausgestellt wird und man nun ein Touristenvisum benötigt. (Eintritt auf sambischer Seite zu den Fällen: 10 USD p.P.).
Bis zur Eisenbahnbrücke, die über die Schlucht des Zambesi führt, darf man laufen, ohne ein Visum für die andere Seite zu haben. Von dort kann man den Bungee Jumpern zuschauen oder für 100 USD selber runterspringen. Einen schönen Ausblick auf die Brücke hat man auch vom Garten des Victoria-Falls Hotel, ein Spazierweg führt vom Garten raus bis an den Rand der Schlucht.

Unterkunft in Victoria-Falls

Staatliches Restcamp: 28 USD pro Nacht für Camping, zwei Pers. War uns zu teuer, wir sind in der Shoestring-Lodge (GPS: S 17° 55,588′ E 25° 50,115′) untergekommen und konnten für 10 USD die Nacht im grünen Garten campen. Abends trifft sich dort bei lauter Musik ein gemischtes Volk an der einzigen intakten Bar im Ort, wo das Bier noch bezahlbar ist. Das Personal ist sehr nett, die sanitären Einrichtungen allerdings etwas unsauber.

Hwange-Nationalpark

Generell ist der Hwange NP für LKW’s verboten. Am Main-Camp hat man keine Chance, mit dem LKW rein zu kommen. Wir haben es am Robins-Camp versucht, dort war es kein Problem. Wir wurden lediglich im Maincamp bei der Ausreise aus dem Park eindringlich darauf hingewiesen. Eintritt: 20 USD p.P. und 5 USD fürs Fahrzeug, gültig für 7 Tage. Eine Übernachtung auf einer der drei Camps oder einer der Picknicksites kostet 10 USD p.P. Da zur Zeit so gut wie gar keine Touristen den Park besuchen, sind keine Vorbuchungen nötig und man kann von den drei Camps aus eine Übernachtung auf einer Picknicksite buchen. Dies ist unbedingt zu empfehlen, da diese sich direkt an den Wasserlöchern befinden und man sich ganz allein mit den Tieren mitten im afrikanischen Busch befindet und vor allem Nachts den Lauten der Tiere lauschen kann. An den Picknicksites leben Ranger, die für die Ordnung des Platzes sorgen. Sie sind nett und eher zurückhaltend.
Wir können einen Besuch des Parks nur empfehlen, Tiere gibt es reichlich (viele Impalas und Elefanten, Kudus, Giraffen, aber auch Löwen und Hyänen, die man garantiert nachts hört) entgegen anders lautenden Gerüchten. Da auf grund der politischen Situationen nur wenige Touristen ins Land kommen, hat man praktisch den ganzen Park für sich allein. Ende September war es allerdings sehr heiß und die Elefanten sind erst in der Dämmerung, bzw. nachts an die Wasserlöcher gekommen. Game-Drives machen keinen Sinn, da die Tiere viel scheuer sind als in anderen Parks, wie z.B. dem Etosha-Park in Namibia.

Weitere Informationen zum Land, zur aktuellen politischen Situation und zu den Nationalparks und Great Zimbabwe, dass wir nicht besichtigt haben, findet man unter www.hupeverlag.de.

Hauptsache unterwegs! Mit dem ersten Sonnenlicht aufwachen, nicht wissen, wem wir heute begegnen und wo wir abends ankommen.

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