Pelican 16 in der Westsahara
Mauretanien

Expedition zu Pelican 16 – kurzes Feedback

Wir haben das Flugzeugwrack der Pelican 16 erreicht.
Einen ausführlichen Expeditionsbericht gibt es in einer der nächsten Ausgaben des Overland-Journal-Europe.

Das Wrack der Pelican 16 liegt im Gebiet der Westsahara, der ehemaligen spanischen Kolonie. Vor der Kolonialisierung gehörte das Land zum Königreich Marokko, woher auch Marokko seine Gebietsansprüche nach dem Ende der Kolonialisierung ableitet. Gleichzeitig kämpfen einige der dort lebenden Nomaden für einen Unabhängigen Staat. Dabei werden sie von Algerien und Libyen mit Geld und (militärischer) Ausrüstung unterstützt.
Marokko hat daraufhin einen Schutzwall durch die Westsahara gezogen und diesen teilweise vermint. Damit ist das Land faktisch geteilt, in ein Gebiet das von Marokko verwaltet wird und in ein von den Freiheitskämpfern (Polisario) verwaltetes Gebiet.

Gebietsaufteilung der Westsahara

Gebietsaufteilung der Westsahara

Das Wrack liegt auf dem von der Polisario verwaltetem Gebiet. Es ist nicht so einfach anzufahren, da man den (verminten) Schutzwall umfahren muss. Am einfachsten gelingt dies, wenn man in Mauretanien der Bahnlinie folgt und irgendwann nach Norden abbiegt.
Einen Grenzposten oder offiziellen Übergang gibt es nicht.

Das Gelände ist leicht zu befahren, es sind unendliche Schotterflächen, auf denen ein schnelles, leichtes Vorwärtskommen möglich ist.
Wir umfahren die wenigen Ortschaften weiträumig, ebenso strategische Punkte wie Brunnen, Aussichtshügel etc., um nicht vor Erreichen unseres Ziels von Freiheitskämpfern, die bei Kontakt als gastfreundlich und problemlos geschildert werden, zurück eskortiert zu werden.

Beim Wrack der Pelican 16 angekommen, das, aus welchen Gründen auch immer, seit 1994 bewacht wird, werden wir von einem Polisario-„Mitarbeiter“ freundlich begrüßt: „Habt ihr ein Permit aus Fderik? Falls nicht, ist das auch kein Problem.“

Soweit ich sehen konnte, haben die beiden Wachmänner keine Möglichkeit der Kommunikation. Kein Funk, kein Mobilnetz.
Es beginnt eine Preisverhandlung für Fotos, die bei 50.000 Ougia (125,- Euro) startet. Relativ leicht und schnell können wir den Preis auf 5.000 reduzieren. Offiziell ist natürlich nichts zu zahlen, sondern es ist wohl das „Nebengewerbe“ des Mitarbeiters. Es wird Tee gekocht, die Atmosphäre ist locker, freundlich, relaxt. Alles kein Problem. Ich kann mein „Schwebestativ“ auspacken und Luftaufnahmen fotografieren. Wir werden nicht registriert. Müssen weder Ausweis zeigen, noch irgendwelche Angaben machen, woher oder wohin.
Das wir die Nacht bei dem Wrack verbringen wollen, um die Pelican unter dem Sternenhimmel zu fotografieren, führt zu Erstaunen, ist aber kein Problem.
Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Osten weiter und erreichen nach schneller Fahrt Fderik.
Dort  gibt es keine Polizeistation oder ähnliches. Es ist also sowohl von der Offroad-Fahrtechnik, der Navigation und der Bürokratie relativ einfach, die Pelican 16 zu erreichen.

Pelican 16 im Wüstensand

Pelican 16 im Wüstensand

 

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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