Hilfsrahmen an einem Expeditionsfahrzeug
Fahrzeuge

Rahmenbruch am Expeditionsfahrzeug

Der Artikel auf Pistenkuh „Mängel an neu ausgelieferten Expeditionsfahrzeugen“ führte dazu, dass ich regelmäßig Schadensprotokolle, Schadensbilder oder auch nur mal den Ärger mit dem Kundendienst und der Schadensregulierung mitgeteilt bekomme.

Vor ein paar Tagen schrieben Reisende: „Leider müssen wir unsere Weltreise unterbrechen, unser Zwischenrahmen ist gebrochen. Jetzt fahren wir zurück nach Europa um den Schaden reparieren zu lassen.“ Ich staune über das angehangene Bild, das Fahrzeug eines Premiumausbauers der gehobenen Preisklasse auf Basis eines Allrad-LKWs zeigt keine derben Gebrauchsspuren, wie sie nach einer Transafrika typisch wären. Das Bild kann es auch nicht zeigen, denn ich erfahre, das Fahrzeug hat etwas mehr als 50.000 Kilometer auf dem Tacho und ist noch nicht in schwerem Gelände über längere Strecken bewegt worden. Der Zwischenrahmen brach mehr oder weniger auf der Probefahrt.

Lachen musste ich über die Frage, ob es daran liegen könnte, weil sie eine Wellblechpiste gefahren seien und dabei den Reifendruck auf Straßendruck belassen haben. Wenn dem so wäre, wäre die Pistenkuh längst in 1000 Stücke.
Zudem würde der Hersteller ja darauf hinweisen, dass sein Fahrzeug wie ein alter Esel zusammenbricht, wenn man mit vollem Luftdruck Pisten fährt. Nein, daran kann es nicht liegen.
Natürlich erzeugen Wellblechpisten Vibrationen und diese können durchaus Schweißnähte brechen lassen, aber nicht bei einem als Expeditionsfahrzeug ausgelegtem Fahrzeug.
Der Ausbauer sollte doch  genau die Kräfte kennen, die bei dem verwendetem Basisfahrzeug und seiner Kofferkonstruktion wirken und die der Hilfsrahmen aushalten muss, oder etwa nicht?
Warum bricht der Hilfsrahmen und nicht die Fahrerhauslagerung, wenn es wirklich an der extremen Belastung einer Wellblechpiste liegt?

Okay, manchmal kann man am Sachverstand der „Fachbetriebe“ zweifeln, ich habe mal ein Fahrzeug gesehen, da wurde von einer Ausbaufirma in den Obergurt des Fahrzeugrahmens gebohrt und geschraubt, entgegen jeglicher Aufbaurichtlinie, das Basisfahrzeug hat damit eigentlich nur noch Schrottwert.

Und jetzt, wo ich mal die letzten Jahre Revue passieren lasse, fallen mir spontan 11 Expeditionsfahrzeuge (ohne die Eigenbauten und ohne Pick-ups) ein, deren Zwischenrahmen gebrochen war. Und von den 11 Ausbaufirmen sind viele mit bekannten Namen.

Jetzt meine Frage:

Wem ist an seinem Mobil schon einmal der Zwischenrahmen gebrochen? Welche Gründe nannte der Hersteller für das Brechen? Wie wurde das Problem gelöst?
Ich meine jetzt keine Selbstbauten, sondern von Fachbetrieben gefertigte Expeditionsfahrzeuge.

Ihr könnt entweder in die Kommentarzeile schreiben, dann ist es öffentlich, oder mir eine E-Mail senden, dann könnt ihr auch Hersteller und Namen nennen, ich behandele die Info vertraulich, dient dann nur zum Abrunden meiner Kenntnis.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Volker

    Hi ihr,
    Also nicht direkt “Expeditionsmobil”,
    Aber 50 Jahre altes Armeefahrzeug.

    Rahmenbruch.
    Vermutlich war zumindest z.T. Schuld, dass der Koffer fest mit dem Rahmen verschraubt wurde.
    Zwischenrahmen gibbet nicht, Koffer ordentliches Stahlkonstrukt.

    Tenor hier ist, wenn man einem verwindungswilligen Hauptrahmen nicht zumindest die benötigte Verwindungsfreiheit zugesteht, treten bei (Verwindungen, die größer als die gegebene Freiheit sind), große Kräfte dort auf, wo die Verbindung aufhört, also am Rahmen i.d.R. vorm Koffer. Oder der Koffer wird überlastet an den Auflagerstellen.

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