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Erfahrungen mit Expeditionsmobilausbauern

Erfahrungen mit Mercedes Sprinter 4X4 by EXPLORYX

Erfahrungen mit unserem «Milou» > Mercedes Sprinter 318 CDI 4X4 (6 Zylinder Diesel/184PS) by EXPLORYX

Regula und Edwin: "Fast 2 Jahre lang haben wir Evaluation betrieben (in Deutschland, Frankreich, Italien, Schweiz und sind zuletzt im Allgäu (bei Exploryx) hängen geblieben. Der ganze Aufbau/Ausbau wurde hier in Isny gemacht. Wir waren eigentlich bis zum Startdatum unserer Weltreise, September 2010, voll berufstätig (in der Tourismus-Industrie) 
- Damals, in den Jahren 2007 + 2008 gab es die ideale Kompaktklasse für unser Vorhaben (fast) noch nicht. Ein einziges Exemplar auf Basis des SCAM war uns aufgefallen. Sonst nur Kastenwagen, Pick-Ups mit Aufsetzkabine, Dachzelte in jeglichen Varianten und dann eben LKWs > keines dieser Versionen kam als Lösung in Frage".

Für unser Reisevorhaben wollten wir eigentlich alles auf «Diesel» basieren, aber Markus Köllmayer/Exploryx riet uns dringend, wenigstens für die Küche auf Gas zu basieren, da in den großen Höhen der Anden ein Kochherd auf Diesel-Basis garantiert nicht mehr funktionieren kann (Kälte/Höhe usw.). Für unsere Diesel-Heizung (die bis heute tadellos funktioniert) hat Exploryx einen Höhen-Kit verpasst. Höchster Standplatz: 4.890m / – 16°C.

Mit dem bordeigenen Strom mussten wir sehr kalkulierend vorgehen, da zur Zeit der Auftragserteilung (Herbst 2008!) Solar-Strom noch in den Kinderschuhen steckte.

Wir sind nun schon fast seit 11 Jahren unterwegs und haben mit knapp über 200.000km das 4. Reifenpaar montiert – Reparaturen unterwegs gab es einige, auch ärgerliche. Doch eines sei vorneweg vermerkt: absolut keine Probleme die den Aufbau, die Arbeit von Exploryx betrifft. Chapeau: deutsche Gründlichkeit und Qualitäts-Sinn!

Mit dem Exploryx Expeditionsmobil in Afrika.

2010 – 2012: Argentinien > Kolumbien – retour via Brasilien – Buenos Aires

Verschiffung: Le Havre – Buenos Aires. Danach 2 Jahre kreuz und quer durch ganz Südamerika, wovon über 2 Monate in Höhen von 4.200 müM. Die Panamericana ist leider nur ein Mythos, langweilig. Wir waren vor allem abseits der Panam unterwegs, wo das echte, lebendige und unverfälschte Südamerika präsent ist, querten Dutzende von Flüssen, wo es das eine oder andere Mal wegen Hochwasser Wartezeiten bis zu 3 Tagen ergab.

Hoch in den Anden erreichte uns das Schicksal des Partikel-Filters. In den Jahren 2010 und 2011 war dieses fatale Thema noch weitgehend unbekannt; große und modernst ausgestattete Mercedes Garagen kannten den Partikel-Filter leider noch nicht (!!) und so blieben wir tagelang abseits auf 4.450 müM in Bolivien stecken; nur die Heizung funktionierte glücklicherweise noch.

Folge: Wir mussten uns bis zur Grenze Bolivien-Chile abschleppen lassen und von da weg über viele hundert Kilometer bis zur nächsten Mercedes Garage als Huckepack auf einem ausgedienten, klapprigen LKW, welcher dann selbst eine Panne hatte (geplatzter Reifen, ging aber noch glimpflich aus). Aus Unkenntnis haben die Mechaniker den ganzen Motor zerlegt und offenbar den Fehler gefunden: alle 6 Einspritzdüsen sind verbrannt. Während 10 Tagen suchte man die geeigneten Düsen in ganz Südamerika (Kostenpunkt rein für diese Düsen: US$6.600,-) – der Pannengrund blieb aber geheimnisvoll. In Calama übernachteten wir volle 2 Wochen vor der MB-Garage, haben Ausflüge mit unsern Fahrrädern und mit ÖV-Bussen unternommen.

Wir sind dann noch 2 x in großen Höhen aus gleichem Grund stecken geblieben, haben aber dutzende Anlass-Versuche unterlassen, was dann die Einspritzdüsen schonte. Mit allerletzter Kraft erreichten wir Cusco, wo die Mercedes Mechaniker die Ursache des Ausfalles erklärten (… wir seien bereits das 11. europäische Fahrzeug mit den gleichen Problemen).

Kleinere Reparatur Ende Südamerika: die Servo-Lenkung, eine Folge der tausenden von Schlaglöchern. Total in Südamerika: 7 Reifenpannen + unzählige spannende Erlebnisse.

Um einsame Plätze zu erreichen, ist ein 4×4 hilfreich.

2013 – 2015: USA – Yukon – Alaska… bis zum geplanten Ziel: Prudhoe Bay/Alaska

In Kanada wurden wir Anfangs 2013 von der langen arktischen Kälte überrascht – die Wasserleitungen froren ein, zerplatzten. Die Suche nach einem Sanitär-Installateur war sehr schwierig. Ein Fehler, eine totale Unachtsamkeit von uns … unentschuldbar, aber durch Fehler wird man klug.

Die Victron Bordbatterie stieg in Oregon aus. Suche mal in den USA etwas ähnliches. Auch wer sucht, wird hier nicht finden. Dafür installierten Spezialisten 2 x 6V Batterie = ebenfalls 12 V (aber es waren Starterbatterien, was ich erst viel später feststellte – war nicht so gut).

Die schmutzigste, glitschigste, gefährlichste Straße war der Dalton Hwy von Fairbanks nach Prudhoe Bay. 2 x 620 km bei Regen = eine Schlamm-Schlacht par excellence und die Minen-Trucks fahren einfach durch, da ein Bremsen nur eine Katastrophe herbeiführt. Für uns resultierte ein Steinschlag Frontscheibe/Reparatur in Fairbanks – diese Fahrt in die totale Wildnis Alaska’s hat sich enorm gelohnt, sofern man Abgeschiedenheit mag, absolut keine Siedlung und Verpflegungsmöglichkeiten, einfach Natur pur mit Wildtieren (inkl. Bären).

2015: «Milou» an der Off-Road Messe Bad Kissingen präsentiert (gleich nach Ankunft in Bremerhaven)

2016: Marokko (Jan – Mar / Erstbesuch und Reko-Reise (3 Monate)

2016: Baltikum – russisch Karelien bis Murmansk – Finnland (Mai – Jul / 3 Monate)
Eintauchen in die bewegte Geschichte des II. Weltkriegs, in endlose Wälder und als Dreingabe Mückenschwärme!

Mit dem Exploryx-Mobil auf dem Weg zu abgelegenen Zielen.

2017 – 2018: 1 ganzes Jahr mit Australien (Feb 17 – Apr 18)

Wochenlang haben wir unseren «Milou» minutiös geputzt bis zum Ersetzen sämtlicher Kabelbinder. Aber es hat sich gelohnt, denn wir haben problemlos den australischen TÜV bestanden.

Buschbrände, heißer Wüstensand, rote Erde, mörderische Pisten (z.B. 660 km über die Gibb River Road; oder der Oodnadatta-Birdsville Track), unendliche Weiten, total sympathische Australier, Tropen und kalte Nächte, Kängurus, Wallabis, Krokodile und der excellente australische Wein, DAS ist Australien.

Auch hier mussten wir uns vor den Mega-Trucks (die Roadtrains) jeweils in Deckung bringen, um dem Steinhagel möglichst zu entweichen. Dann nicht zu vergessen die meilenweiten, leeren weißen Sandstrände, die mit einem 4×4 befahren werden dürfen.

Der längste Abstecher unserer Weltreise über 4000 km war von (südlich von Darwin) Daly Waters dem Golf von Carpentaria entlang bis Cooktown und retour bis zum Ayers Rock, da wir zeitmäßig für das Rote Zentrum etwas zu früh dran waren.

Während 12 Monaten Australien hatten wir lediglich eine Reifenpanne – Aufbau und Fahrzeug hielten den Strapazen stand.

Amüsant war jeweils der (sehr freundliche) Kontakt mit der Polizei, weil unser Sprinter das Lenkrad auf der total falschen Seite hatte. Alkoholtest war immer der Grund für eine Kontrolle und immer hätte der Beifahrer «blasen» sollen … «und habt ihr denn kein Lenkrad»?! Auch unser seltsames (europäisches) Nummernschild war alle paar Wochen ein Nachfragen wert, weil Überseefahrzeuge in Australien extrem selten sind.

2018 – 2019: Aserbeidjan – Iran – Oman/retour via Iran – Türkei (Nov 18 – Apr 19)

Eine, im Prinzip, sehr spannende Reise mit vielen Höhepunkten, aber auch …

Dies war eine geführte Tour durch SeaBridge/Abenteuer Osten (7 Monate). Leider klappte die geplante, publizierte und stark beworbene Rückreise über Saudi-Arabien und Jordanien nicht, weshalb ein 7’800km langer Umweg retour über Iran und die Türkei die Folge war.

2020: Marokko mit dem Exploryx-Mobil (Jan – 15. Jul)

Unsere 2. Marokko-Reise führte uns hauptsächlich dem Grenzgebiet zu Algerien entlang; vielfach «auf den Spuren (Tracks) der Lila Pistenkuh» (basierend auf dem Buch und den Routenvorschlägen)… von Figuig bis in den Erg Chegaga, zusammen mit Freunden aus Gstaad mit ihrem Exploryx Iveco Daily.

Geplant waren 3 Monate, schlussendlich waren es dann 7 Monate. In einer Oase südlich des Atlas hielt uns die Corona Pandemie während vollen 3 Monaten fest (totales Fahr- und Ausgehverbot). Mit Polizei-Bewilligung durften wir in Richtung Tanger-Hafen fahren, mussten uns aber nochmals einen vollen Monat in Martil/Mittelmeer gedulden. Dank der deutschen Botschaft konnten wir im Juli nach Algeciras übersetzen und so der “Gefangenschaft” entrinnen.

Mit dem Exploryx-Mobil im Wüstensand.

Quintessenz:

Wir suchten ein relativ leichtes, wendiges Fahrzeug (mit Grund-Komfort(**), wo wir aber auch auf gewissen Verbindungsetappen (zB. Autobahnen) zügig vorankommen können.

In Südamerika (und oft auch in anderen Schwellenländern) kam uns die sog. «Liviano» Größe (Lieferwagen) in engen Gassen, schmalen Pfaden sehr kommod. Auch die abschließbare Verbindungstüre vom Aufbau in die Führerkabine war diverse Male eine Beruhigung wert.

Es gestaltete sich als ein Glücksfall, dass wir uns zufälligerweise für Mercedes entschieden, denn überall auf unseren Routen ist diese deutsche Marke omnipräsent – man(n) weiß ja nie!?

Erstaunlich: ein Allrad-Sprinter kommt viel weiter als man denkt (Bodenfreiheit, PS, Geländekenntnisse, Fahrzeugbeherrschung, das «Spiel» mit dem richtigen Reifendruck/Kompressor an Bord eingebaut usw).

(**) wir waren früher jahrelang mit Jeep Cherokee/Grand Cherokee V8 mit Maggiolina Dachzelt unterwegs (auch in Kanada, USA, Alaska)

Fotos: suchst Du weiteres Bildmaterial? Dann besuche die Homepage von Exploryx unter:
www.exploryx.de > gehe auf «in Aktion» > Reisebilder > Milou in…… (Fotos sind hinterlegt)

Viel Spaß
Regula + Edwin
The Milou Team

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Detlev

    Sehr schön nachvollziehbarer Bericht, danke.
    Macht Mut, dass auch mit einem “überschaubaren” LLKW die Welt zu bereisen ist.

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