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Expeditionsziele für 4x4-Abenteuer

Kaspisches Seeungeheuer – Der Ekranoplan

Es gibt Ungeheuer, von denen kennt man nicht einmal ihren Namen, das Kaspische Seeungeheuer beispielsweise.
Es ist wieder einmal Zufall, wir unterhalten uns mit einem Reisenden in Marokko. Er war mehrmals mit seinem Unimog im Tschad und Libyen, suchte dort abgestürzte oder notgelandete Flugzeuge in der Wüste. Das Gespräch kam zur Pelican 16, die im Gebiet der Westsahara leicht zu erreichen ist. Ich gab ihm kurzerhand die Koordinaten und unseren Track. Von schrottigen Flugzeugen über weltweite interessante Lost Places kommen wir zu unserem nächsten Reiseplan, dem Kaukasus.
„Kennt ihr das Ungeheuer vom Kaspischen Meer?“, „Nein, noch nie davon gehört.“ 
„Fahrt da mal vorbei.“ „Was ist das?“ „Ein abgestürzter Ekranoplan.“ 

Ich habe keine Ahnung wovon er spricht, liegt vielleicht auch an den Sprachschwierigkeiten, ich habe noch nie etwas von einem Ekranoplan gehört.
„Hier, ich gebe euch die Koordinaten, fahrt mal hin.“
41°56’26.9″N
48°22’44.1″E

Später recherchiere ich.

Technische Daten findet man bei wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/KM

Schon beeindruckend: 500 km/h schnell und 540 Tonnen Startgewicht, knapp 100 m lang, 10 Düsentriebwerke. Einfach alles irre.

Für die Hintergründe muss man etwas genauer recherchieren. Ich fand einen Artikel im Spiegel von 2014, der der Sache auf den Grund ging, hier der Link: https://www.spiegel.de/geschichte/kaspisches-seemonster-versetzte-geheimdienste-in-aufruhr-a-1006844.html

Für alle, die sich mit einer Zusammenfassung begnügen, hier die Geschichte des Ekranoplan:

Geschichte des Ekranoplan

Da staunten die amerikanischen Geheimdienste, als sie 1967 die Bilder auswerteten, die ein Spionagesatellit beim Überflug über das Kaspische Meer aufgenommen hatte. Ein gewaltiges Monster trieb im Wasser, fast 100 Meter lang, aus grauem Stahl. Doch das Monster war scheinbar in der Lage, das Wasser unter sich zum Kochen zu bringen und sich mit 400 km/h zu bewegen. Dazu in einer Höhe von nur 4-10 Meter, unterhalb der  Sichtbarkeit der damaligen Radartechnik. Der russische Regierungschef Nikita Chruschtschow hatte im kalten Krieg den Ingenieuren unbegrenzte Mittel zur Verfügung gestellt. Sie sollten einen Träger für Mittelstreckenraketen entwickeln, der nicht vom Radar geortet werden kann und im Wasser keine Signale verursacht, die die Amerikaner mit ihrer Sonartechnik erfassen können.
Die Russen nannten es „Ekranoplan“, die verwunderten Amerikaner nannten es „Kaspisches Seeungeheuer“.

Von Begin an gab es technische Probleme mit diesem Giganten, dem fliegenden Schiff. In der Praxis veränderten hohe Wellen die Flugeigenschaften und sie bedrohten die Stabilität des Ekranoplan. Starker Seegang führte im Jahr 1980 schließlich zur Katastrophe: Während eines Testfluges schlug das „KM“ mit hoher Geschwindigkeit auf die Wasseroberfläche auf, als der Pilot versehentlich zu viel Schub wegnahm. Die Besatzung konnte sich retten, der Ekranoplan versank.

Das Kaspische Seeungeheuer heute

Der versunkene Ekranoplan, jener Zwitter aus Schiff und Flugzeug wurde im Jahr 2020 geborgen und an den Strand von Derbent gebracht. Hier soll das Kaspische Seeungeheuer die touristische Hauptattraktion im Außenbereich eines neu gebauten Militärmuseums werden.

Bei Youtube gibt es ein paar Videos dazu. Interessant ist dieses hier:


Literatursammlung

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„Zeigt mal, was ihr habt“, guckst du hier: Reisebücher Schwarze Meer 

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Jörg

    Hallo Burkhard,
    da hast du wieder eine besonderes Reisziel auswendig gemacht! Vielen Dank dafür.
    Jetzt kann ich nur für alle Interessierte hoffen, dass die Grenzen sich im nächsten Jahr wieder öffnen.
    Die Route um das Schwarze Meer bietet bestimmt noch jede Menge Überraschungen. Vermutlich werden wir in dem Gebiet im Mai/ Juni 22 unterwegs sein. Ja, wenn Russland (und vielleicht sogar der Iran) wieder das Reisen über Land erlauben…
    Alles Gute weiterhin
    Gruß Jörg

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