Tanken in Russland
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Tanken in Russland

Das Tanken in Russland läuft anders ab als wir es in Westeuropa gewohnt sind.
Erst das Geld, dann der Sprit. Wie sind die Preise? Gibt es AdBlue?

In Russland ist Diesel und Benzin deutlich preiswerter als in der EU. Zahlten wir in Polen noch 1,17 Euro für einen Liter Diesel, kostet er an der ersten Tankstelle 500 Meter hinter der russischen Grenze mal nur noch umgerechnet 55 Eurocent. (1 € = 74 Rubel. 1 L Diesel = 41 Rubel Stand Mai 2018)

Zahlen mit der VISA-Card ist an den Tankstellen kein Problem. Doch erst einmal muss man den Treibstoff in den Tank bekommen. So einfach wie wir es aus anderen Ländern kennen ist es nicht.

Zuerst muss gezahlt werden, dann wird die entsprechende Zapfsäule vor der das Fahrzeug steht, freigeschaltet. Dass bedeutet, man muss vorher wissen, wieviel Liter man tanken möchte.

Keine Sorge, die Tankstellen entsprechen der neusten Technik (zumindest an den großen Fernstraßen) und schalten bei gefülltem Tank automatisch ab. Das zig Liter daneben laufen weil man 200 Liter gekauft hat, aber nur 180 in den Tank gehen, sind Geschichten oder Geschichte.

Fasst der Tank weniger als man vorab gezahlt hat, bekommt man das zu viel gezahlte Geld zurück.

Für den, der mit Kreditkarte zahlt, wird es etwas schwieriger. Die meisten Tankstellen geben einfach Bargeld heraus. Kleinen Tankstellen in den Dörfern fällt das manchmal, insbesondere in den Morgenstunden, schwer.

Zum Volltanken hat sich bei uns in Russland folgendes bewährt: Wir hinterlegen eine Bargeldsumme die auf jeden Fall zum Volltanken ausreicht und bitten, die Zapfsäule frei zu geben. Nach dem Tankvorgang zahlen wir die tatsächlich eingefüllten Liter mit der Kreditkarte und nehmen die zur Sicherheit hinterlegte Barschaft wieder mit.

Klingt kompliziert, in der Praxis funktioniert es aber ganz gut.

Tanken in Russland, anders als in Westeuropa

Tanken in Russland, anders als in Westeuropa

AdBlue in Russland

In Russland fahren im Fernverkehr die mondernsten Zugmaschinen. Scania, DAF, Volvo, MAN und Mercedes sind die bevorzugten Maschinen, alle mit Euro 5 Technik. AdBlue ist an den Fernstraßen problemlos zu bekommen, in kleinen Dörfern, wo nur der alte Kamaz und der Trecker getankt wird, gibt es AdBlue oft in Kanistern zu 20 Liter. Dennoch würde ich in ländlichen Gebieten einen Ersatzkanister AdBlue dabei haben. AD Blue kostet 25-30 Rubel je Liter.

Dieselqualität in Russland

An den Tankstellen gibt es in der Regel Euro-Diesel. Dieser ist schwefelfrei oder schwefelarm und entspricht der Spezifikation für mindestens Euro-5 Fahrzeuge. Dieser Diesel kostet die oben genannten 55 Eurocent.
Der Preis für Benzin ist etwas günstiger, jedoch fast mit dem von Diesel identisch. Die Versorgung mit Benzin ist in ganz Russland so sicher wie die von Diesel. Die Preise sind in Moskau und östlich davon minimal höher als im westlich von Moskau gelegenen Teil. Zudem gibt es einfach nur Diesel, ohne die EURO Bezeichnung dahinter. Dieser kostet rund 5-8 Eurocent weniger, also 48 Cent je Liter. Allerdings hat dieser einen höheren Schwefelgehalt und ist nur unzureichend für die Abgasreinigung von EURO6 Fahrzeugen geeignet.

Bedenke: Auch wenn du ein Fahrzeug nach Euro-2 fährst und das Fahrzeug problemlos schwefelhaltigen Diesel verträgt, bedeutet dies aber, dass dein Motorenöl durch die Schwefelrückstände, die bei der Verbrennung entstehen und ins Motorenöl gelangen, schneller altert. Der Intervall des Motorenölwechsels sollte bei schwefelhaltigem Diesel verkürzt werden.

Den Schwefelgehalt im Dieselkraftstoff in allen Ländern der Erde gibt folgende Tabelle von Mercedes Benz ganz gut wieder. 
Schwefelgehalt im Diesel

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 4 comments

  1. Michael Grube

    Moin!

    Zu den Schwefelanteilen im Diesel gibt es eine ständig aktuell gehaltene Website der UNEP, die ich sehr empfehlen kann: https://www.unenvironment.org/explore-topics/transport/what-we-do/partnership-clean-fuels-and-vehicles/sulphur-campaign

    Mike

  2. Wolf

    Hallo zusammen.
    Wirklich informativ und toll geschrieben.Vor allem tanken in R,die russische Fahrweise die hier – dank you tube — wirklich niemand vermutet und natürlich die Grenze. Ich starte im nächsten Jahr von Franken aus ! Endlich! Ein Traum wird (hoffentlich) wahr Ziel: Wladiwostok! Im kleine Ford Transit Courier.Ganz bescheiden! Grosses Kopfzerbrechen macht mir aber noch die Grenze. Ich habe noch die Ostgrenzen der 80er und 90er im Hinterkopf. Horror!! Da ich den gleichen Grenzübergang in Lettland benutzen werde,bin ich für jeden noch so kleinen Tip dankbar.
    Weiterhin gute Fahrt und viele positive Erlebnisse wünscht euch,
    Wolf

  3. Burkhard Koch

    Hallo Wolf,

    mach dir wegen der Grenze keinerlei Sorgen. Die Grenzabfertigung ist kein Vergleich zu der Ostgrenze zu Zeiten des Kalten Krieges.
    Die russischen Grenzbeamte sind freundlich und hilfsbereit, bleiben dabei sachlich und korrekt. Keinerlei Korruption oder Schikanen.
    Die Kontrolle des Fahrzeuges ist gründlich aber völlig korrekt. Der Grenzer sagt, was er sehen will, welche Schublade oder Staufach zu öffnen ist. Du öffnest die Schublade, und der Beamte zeigt, was er in der Schublade sehen will oder herausgeholt haben will. Letztendlich suchen sie nach Waffen und Rauschgift, wozu auch bestimmte Medikamente zählen.

    In Russland gibt es mittlerweile alles zu kaufen, was es auch bei uns gibt. Es gibt kein “Verbotenes Propaganda-Material” du kannst Zeitschriften wie “Der Spiegel” auch in Moskau am Kiosk kaufen.
    Die Grenzabfertigung kostet etwas Zeit (2-5) Stunden. Auch wenn wenig Verkehr und zahlreiche Beamten vor Ort sind, es dauert eben. Der Grund des Wartens erschließt sich dem Grenzgänger nicht. Aber es warten alle, es ist keine Schikane, die gegen dich gerichtet ist. Am Besten genügend Zeit einplanen.

    Bei der Einreise aus der Mongolei, war die Grenzkontrolle recht oberflächlich. Er fragte nach Medikamente, die ich ihm alle zeigte, und das war’s.

    Also, die Grenze ist kein Grund zur Sorge.

    Viele schöne Erlebnisse in Russland und einen Gruß vom Baikalsee

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