Westalpen - Gardasee

Abenteuer Alpen – Colle del Colombardo

Tag 13: Heute steht nur Autofahren auf dem Programm. Die uns bekannten Offroadwege im Gebiet rund um den Gardasee haben wir befahren, jetzt geht es 350 Kilometer weiter nach Westen, ins Grenzgebiet zu Frankreich. Über Autobahn kommen wir gut voran. Für die Mittagsrast suchen wir hinter Turin ein kleines Stück Wiese. Endlich ist ein nicht verschrankter Wiesenweg gefunden. Uuii, welch eine Überraschung, da steht doch ein ganz wenig bekleidetes Mädel aus Afrika und wartet auf Kundschaft.
Sie spricht Englisch, kommt aus Nigeria und hat super tolle Ortskenntnis. Kennt jeden kleinen versteckten Flecken und da könnten wir problemlos campen. Campen im Freilichtpuff, warum nicht. Danke für den Tipp und viel Glück, denn das wird sie bei ihrem Aussehen gebrauchen können. Im schnellen Vorbeifahren wirkt auf Männer vielleicht der kurze Rock, aber bei genauer Betrachtung, zum Weglaufen. Wie will die Geld verdienen?

Colle del Colombardo

Es ist erst Mittag und so bleibt es bei einer kleinen Rast. Übernachten werden wir auf der Zufahrt zum Colle del Colombardo, da werden wir bestimmt was schönes für die Nacht finden. Es war ein Fehler. Wir hätten in der Ebene bleiben sollen. Wolken ziehen auf und mit jedem Meter, den wir an Höhe gewinnen, kühlt es deutlich ab, wir kommen immer dichter an die Wolkendecke heran. Was tun? Auf der Passhöhe werden wir vielleicht eine schöne Wiese finden, aber diese liegt dann in dichtem, feuchtem, kalten Nebel.

Colle del Colombardo

Wir übernachten direkt neben der Piste

Oder hier bleiben, einfach am Rand der Piste campen? Wir campen am Rand der Piste. Überall liegt Schafscheiße herum und in den steinigen Boden bekomme ich keinen einzigen Hering geschlagen. Während ich mich mit den Heringen rumärgere kriechen die ersten Schnecken am Zelt hoch. Nebel hüllt uns ein, es nieselt, alles ist feucht, Wind weht, wird stärker und kälter und pustet uns immer wieder den Kocher aus. So gibt es wieder keine warme Mahlzeit, noch nicht mal einen wärmenden Kaffee oder Tee. Brot ist alle, also gibt es Müsli als Abendbrot.

Von der Kapuze rinnt ein steter Tropfen in meine Müslischale. „Mir reicht’s. Ich habe keine Lust mehr.“ Meine Blechschüssel mit dem Müsli werfe ich quer über die Piste. „Was haben wir eigentlich auf dem Colombari oder wie das Ding hier heißt verloren? Ich fahr jetzt nach Turin ins Hotel. Setz mich in die Sauna und der Koch soll ein paar Steaks auf die Kohlen legen. Zelt, Kocher, Wasserkanister lass ich alles hier stehen, ich brauchs nicht mehr. Ich habe die Schnauze gestrichen voll.“ Sabine guckt mich an: „Willst du hinwerfen, nur weil mal ein schlechter Tag dazwischen ist?“ „Ein schlechter Tag?“ „Wenn du willst, können wir auch Urlaub in einem Wellness-Hotel machen?“ „Es ist einfach Scheiße, mehr will ich ja gar nicht sagen.“ Ich sammele meinen Blechnapf von der Straße und fülle neues Müsli ein. „Morgen scheint bestimmt wieder die Sonne.“ Sabines Optimismus.

Colle del Colombardo

Wir folgen dem abenteuerlichem Schotterwegs über den Colle del Colombardo

Das Wetter wird gut

Tag14: Das Wetter ist einfach Wahnsinn. Gestern hätte ich noch Zelt und Schlafsack verschenkt und heute ist strahlend blauer Himmel. Das Wetter ist so wechselhaft, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können. Wir müssen unsere Laune vom Wetter abkoppeln, uns einfach ein dickeres Fell zulegen. Auch wenn es schwer fällt, morgens feuchte, eiskalte Klamotten anzuziehen oder im Wind, wo einen die Regentropfen fast waagerecht treffen, sein Zelt auf- oder abzubauen. Ja, so machen wir das. Ab jetzt ist uns das Wetter egal. Ist auch leicht gesagt, denn die Sonne scheint.

Der Colle delle Colombardo macht Spaß. Schöne Erdwege über Almwiesen, Schäfer weiden ihre Herden und sind amüsiert und stolz als ich frage, ob ich sie filmen darf. Da der Schäfer weder Deutsch, Englisch oder Französisch spricht, haben wir uns auf italienisch geeinigt, das ich nicht spreche. Aber mein: „Uno Minuto Video et uno Foto“, dabei habe ich auf seine Schafe gezeigt, war eine leichte Übung.
Nachmittags finden wir eine schöne Wiese, kein Kuhdung, keine Schafskuddeln, also ein Grund zu bleiben, die nassen Klamotten zu trocknen und Kaffee zu kochen. Urlaubsfeeling.

Colle del Colombardo

Am Colle del Colombardo finden sich schöne Weiden zum Campen

Offroad Strecken in den Alpen

GPS Offroad Reiseführer Westalpen PistenkuhZu den legal befahrbaren Offroad-Strecken in den Alpen haben wir einen GPS-Offroad-Reiseführer Alpen zusammengestellt. Er enthält eine genaue Pistenbeschreibung, zudem alle Waypoints, Tracks und Routen als GPX-Format auf einem USB-Stick fürs NAVI. Ebenso ist eine Detail-Karte von Freytag und Berndt auf dem Stick.

Offroad Impressionen Westalpen PistenkuhZum Einstimmen auf die abenteuerlichen Pisten in den Bergen gibt es einen Reisefilm Offroad Impressionen Alpen von uns.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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