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Rumänien

Die Wälder Rumäniens

Die ersten Sonnenstrahlen durchbrechen den Nebel des Waldes.

Die Wälder Rumäniens sind das Ziel unserer Offroad-Reise.

Grünes Moos leuchtet in der Sonne, die Baumstämme, Felsplatten, Wegmarkierungen einfach alles ist damit überzogen. Lichtstrahlen brechen sich im Nebel, geben dem Ganzen eine mystische Stimmung. Tritt man auf den Höhenzügen aus dem Wald und folgt dem Erdweg dem Kamm entlang, bieten sich fantastische Fernblicke.
Egal in welche Richtung man schaut, bis zum Horizont reichen die dichten Wälder aus Fichten, Tannen, Buchen und Eichen. Kaum erschlossen sind sie die Heimat von Rotwild, Wildschweinen, Bären und Wölfen.

Auf Pisten über die Höhen der Waldgebiete.

Seit Stunden sind wir mit unserem Defender offroad in den Wäldern am südlichen Rand des Apuseni Naturparks in Rumäniens unterwegs, folgen glasklaren Bächen, aus denen man trinken könnte, hinab in die Täler in denen sich die Bäche zu Flüssen vereinen. Vorbei an ursprünglichen Holzhäusern, vor denen nach alter Tradition Heu und Brennholz für den kommenden Winter gelagert wird.

Die Dorfbewohner winken uns zu, sind freundlich und hilfsbereit, auch wenn sie nicht verstehen, dass wir lieber langsam über Waldwege fahren, statt die neue Asphaltstraße zu nutzen, die uns doch viel schneller ans Ziel brächte.

Die Wälder Rumäniens sind ursprünglich. Windbruch versperrt manchmal die Pfade.

Doch unser Ziel ist nicht der nächste Ort, sondern das Genießen der Ruhe, der Freiheit, der Ungebundenheit und der Natur. Auch wenn das manchmal weggerutschte Pisten oder das Wegzerren von auf den Weg gestürzten Baumstämmen bedeutet. Für all die Mühen werden wir reichlich belohnt: Atemberaubend schöne Nachtplätze mit 360 Grad Rundumsicht auf den Höhen oder auch mit kleinen Lichtungen mitten im Wald.
Auf solch einer Lichtung hatten wir gleich in der ersten Nacht Kontakt mit einem Bären.
Mitten in der Nacht werden wir im Klappdach wach, hören ein tiefes Brummen. Schwere Schritte auf dem matschigen Weg. Leider können wir nur die Umrisse erahnen, der ausgewachsene Bär steht still, reckt die Nase in die Höhe und schnuppert. Als er uns wahr nimmt, verschwindet er mit schnellen Schritten im Unterholz und entfernt sich. In der gleichen Nacht hören wir im Morgengrauen ganz dicht bei unserem Lager Wildschweine grunzen und quicken. Damit ist uns von Beginn an klar: Die Natur bietet nicht nur Abenteurern Lebensraum, sondern auch Tieren, die in der Lage sind, dir dein Honigbrot abzunehmen und keinen Spaß verstehen, wenn man aus Versehen zwischen Muttertier und Junge gerät. Keine Angst, aber eine gesunde Portion Vorsicht sollte man in die Wälder Rumäniens mitnehmen.

Wer Wald liebt, ist in Rumänien richtig.

Rumänien ist ein Land mit 6,4 Mill. ha Wald, der jedoch unterschiedlich in den einzelnen Landesteilen verteilt ist. 13 % in der Walachei, aber 61 % in der Bukowina.
Die Wälder Rumäniens bedecken 26,7 % des Landes. Die dominierende Baumart ist die Buche mit 31 %, gefolgt von der Fichte mit 22 %, an 3. Stelle stehen die Eichen. Der Wald in Rumänien ist mit nur 5 bis 8 Laufmeter/ha wenig erschlossen, deshalb verfügt Rumänien noch über 200.000 ha urwaldartige Bestände, die jedoch illegal – unter Bestechung der Forstämter – abgeholzt werden. (Siehe https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2020-04/rumaenien-urwaelder-europa-abholzung-unesco-waldsterben )
Wer Wald liebt und gerne auf Waldwegen offroad unterwegs ist, der ist in den Wäldern Rumäniens genau richtig.
Ist denn Offroadfahren legal möglich? Dazu schreibe ich nächste Woche etwas.

 


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Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 6 comments

  1. Egmar Gäßler

    Hallo Ihr Zwei

    Ich beneide Euch in Rumänien, was ich für sowas inzwischen an Alter zuviel habe, habe ich an Gesundheit zuwenig.

    Aber der Neid hält sich in Grenzen, ich fuhr wo es möglich war mit VW Käfer Cabrio mit Sperrdifferential, ungebremstem Gepäckanhänger (der bei mehrtägigen Aufenthalten natürlich stehenblieb) und Zelt. Zwar ohne Bär, aber ein Eichhörnchen mit Krallen und eine Wildsau mit dem Duft meiner Wurst in der Nase ergibt auch Fetzen.
    Rekord war 9 Stunden mit offenem Verdeck und 40 km/h, das in den Cevennen (dort und in den südlichen Pyrenäen ist es auch sehr schön, auch das Hinterland von Nizza mit seinen Wehrstraßen: wegen dem nassen Gras mit Schneeketten)

    Zu meiner Zeit war noch Kalter Krieg, wer da auf NATO-Seite mitspielte durfte eh nicht rüber, gerade deshalb fahre ich heute um so lieber dorthin. Aber scheinbar hat mich vor nur wenigen Jahren bei einem Museum südlich von Prag (so eine Area 51 Moskaus: das feinste was der ganze Ostblock hatte) jemand erkannt, jedenfalls waren hinterher meine Radmuttern locker!

    Dafür ist die Polizei noch wahrer Freund und Helfer, die Kalaschnikow dient nur zum Anhalten.

    Daß die Bukowina heute so menschenleer ist, hat einen Grund, der seit dem englischen Sieg 1945 nicht mehr erwähnt wurde. Das gilt bis hinunter bis nach Bessarabien, Odessa und die Krim. Interessanterweise steht das heute in Zusammenhang mit der Energiewende und auch Corona. Infos dazu kann ich nur direkt über eMail herausgeben.

    Schönen Gruß

    Egmar

  2. Totti

    Hey… wie nice ist das denn?
    Wo seid ihr aktuell?

    Wir sind in Turda und ziehen bald weiter Richtung Südosten 🙂
    Muss mir euren Bericht später mal durchlesen, da ich gerade bei jemandem sitze,
    den wir als Verkäufer im Dedeman Baumarkt getroffen haben und der uns gerade
    ein neues Abgasrohr für unsere Standheizung zusammenzimmert 😀

    Treffen wäre ja mal nett 🙂

    Gruß

    Totti

  3. Gian

    Ciao zame, hier sind einfach die Besten . Schöne Tour bis bald .

  4. Holger

    Hallo ihr beiden,

    euer Bericht klingt vielversprechend. Eine Frage: hättet ihr auch mit der großen Pistenkuh die Wege fahren können, die ihr bisher gefahren seid?

    • Burkhard

      Hallo Holger,
      jaein, es kommt auf das Gebiet an und welchen “Abenteuerfaktor” oder “offroadfeeling” man haben möchte. 
      Viele Waldwege sind auf 7 oder 7,5 Tonnen begrenzt. Wobei auf diesen Wegen auch die Holztransporter mit 40 Tonnen unterwegs sind, es scheitert also nicht an Brücken etc.
      Wer Wege erkundet, braucht einen kleinen Geländewagen, oft enden Wege oder verengen sich zu schmalen, oft rutschigen Pfaden.
      Zu dem ganzen Themenkomplex “Offroad in Rumänien” schreibe ich in den nächsten Wochen etwas länger. Ist auf der Todo-Liste.Lieben Gruß
      Burkhard

      • Holger

        Hallo Burkhard,

        vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich bin schon auf deinen Artikel zum Thema Offroad in Rumänien gespannt und wünsche euch weiterhin eine schöne Reise.

        Liebe Grüße,

        Holger

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