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Rumänien

Black Sheep – Das besondere Camp

„Wenn ihr in Rumänien seid, fahrt mal beim Black Sheep vorbei“, schrieb ein Freund in einer E-Mail. Schwarze Schafe wird es dort wohl viele geben, aber welches Schaf ist so berühmt, dass es eine Erwähnung wert ist?
Black Sheep ist kein Vieh, sondern der Name der Campsite von Dana und Tudor, südlich des Apuseni Naturparks gelegen.

Da das Black Sheep Camp mehr oder weniger auf dem Weg liegt, fahren wir mal vorbei.
Die Anfahrt gestaltet sich schon gut. Nach der kleinen Erdstraße weist ein Schild den Weg oder besser die Richtung, denn der „Weg“ ist eigentlich ein Bachlauf in dem man fährt oder der Bach nutzt ein Stück den Weg, je nach dem wie man es sieht.

Anschließend geht es auf einem ruppigen Erdsträßchen steil nach oben. Mit „normalen“ Wohnmobilen ist hier nichts zu machen. Später erklären uns Dana und Tudor, dass die Anfahrt schon eine Auswahl der Gäste bewirkt. Man möchte keine Massen hier oben auf den Wiesen zwischen Tannen und Fichten haben, sondern Menschen, die Natur und Ursprünglichkeit lieben.

Das Gelände des Black Sheep Camps von Dana und Tudor.

Die Anlagen sind einfach, aber sie funktionieren und sind sauber.

Die beiden kommen eigentlich aus der Stadt, Dana hat Architektur studiert, Tudor vieles gemacht, zuletzt als Grafiker gearbeitet. 2017 kauften sie eine alte Bruchbude mitten in der Natur, die verfallene Schäferhütte, die sie in den nächsten Jahren selbst zu ihrem Haus renovierten. Vieles ist noch zu tun, keine Frage, aber man spürt die Freude und den Stolz der beiden, alles selbst geschaffen zu haben.
Auf den Wiesen kann man sein Camp aufschlagen, irgendwo, wo es einem gefällt. Frisches Quellwasser kommt aus den Bergen, die Kraft der Sonne erwärmt es zum Duschen.

Der große Topf wird eingeheizt.

Abends kann man die Ruhe genießen, vor dem eigenen Zelt sein Essen zubereiten und den Tag ausklingen lassen. Man kann aber auch mit Dana und Tudor und anderen Campern zusammen am Feuer sitzen und gemeinsam aus dem großen Topf, der über dem Feuer schwenkt, essen.
„Heute habe ich eine Kalbskeule, ich mache daraus einen traditionellen rumänischen Gulasch“, sagt Tudor, während er mit der Axt Holz spaltet und Dana Kartoffel, Möhren, Paprika und das Fleisch in Würfel schneidet. Die Zwiebeln braten bereits im Topf. „Das Kalb wurde vor ein paar Tagen von einem Wolfsrudel oben in den Bergen angegriffen und verletzt. Zunächst sah es gar nicht schlimm aus, nur eine Verletzung am Bauch, aber als wir es in den Stall transportierten war klar, wir müssen es schlachten, es wird die Nacht nicht überleben“, erzählt Tudor. „Bier nehmt ihr euch einfach aus dem Kühlschrank“, ergänzt Dana. „Muss ich irgendwo eine Strichliste führen?“ „Nein, wir sind kein offizielles Restaurant, es ist auch kein offizielles Camp, hier treffen sich nur Freunde von uns. Am Ende kann man bei der Abreise fürs Campen, Essen und Trinken etwas in die Donation-Box geben, muss man aber nicht.

Bis spät in die Nacht sitzen wir gemeinsam am Feuer, trinken Bier und Schnaps und erzählen von unseren Plänen, den gemachten Erfahrungen und so entsteht über die Stunden eine Verbundenheit.

Eine Camp-Atmosphäre, wie man sie unterwegs in der Welt selten erfährt. Wir werden Dana und Tudor vom Black Sheep Camp in guter Erinnerung behalten, werden in ein paar Jahren bestimmt wieder zusammen Schnaps trinken und irgendein Fleisch stundenlang auf dem Feuer köcheln lassen, wir freuen uns darauf. Bis dahin bleibt uns nur, den beiden viel Glück zu wünschen.

Wenn ihr in der Nähe seid, fahrt mal vorbei.

Gruppen sollten sich anmelden, damit Tudor genügend Bier in der Kühlbox und einen ordentlichen Braten im Topf hat.

Kontaktdaten:

Website: https://blacksheepcamp.wordpress.com/
Facebook: https://www.facebook.com/BlackSheepCamp/
Koordinaten: N46°36’21.6″ E22°54’43.1″

 


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Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Edwin J. Schafer

    Hallo ihr zwei Oberglücklichen – und wie wir euch beneiden.
    Nach den eindrücklichen Marokko Abenteuer (inkl. Corona „Erlebnis“) nun als Dreingabe eine LR-Expedition nach Rumänien.
    Nur äusserst schade, dass wir diesmal euren Spuren mit unserem „Milou“ (MB 4×4 Sprinter) nicht folgen können, da zu gross und mit zuwenig Sperren versehen.
    Aber wir geniessen nicht nur euren super spannenden Schreibstil, aber auch die äusserst gelungenen, sehr ansprechenden, romantischen Photos.

    Sind gespannt auf weitere Nachrichten und bedanken uns.
    Mit grobstolligen Grüssen
    Regula + Edwin, the Milou Team by Exploryx

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