Warenkorb

Quantas Boing 747
Australien

Warum nach Australien – Die Entscheidung

Wir sind auf der Rückreise. Sechs Monate Marokko liegen hinter uns. Wo geht die nächste Reise hin? Eigentlich wollten wir für acht Monate auf die arabische Halbinsel, Oman, Jemen, Dubai, die Vereinigten Arabischen Emirate und was sonst noch möglich ist. Natürlich über Land: Türkei, Syrien, Jordanien und im Transit durch Saudi-Arabien.
Im Radio hörten wir von Aufständen, Revolten gegen Revolutionsführer, Goldtransporte durch die Wüste und Milliarden in der Schweiz.
Wie sich die Situation in Syrien, Oman und Jemen entwickeln wird, war im April 2011 völlig unklar, selbst ob wir überhaupt ein Visum für Syrien bekommen hätten und ob wir auch auf dem Landweg im Frühsommer 2012 zurück fahren könnten.
Abgesehen davon wäre die Reise wieder in eine Region gegangen, die arabisch-islamisch geprägt ist. Wieder Vorhänge der Diskretion wegen, in den Internetcafes, wo jeder weiß, auf welchen Seiten die Herrschaften sich rumtreiben, nur unterbrochen vom Gang in die Moschee. Wieder ähnliche Landschaften: Wüsten, Oasen, Dromedare. Wieder Tee zum Sundown. Okay, billiger Sprit.
Nein, Arabien ist für uns im Moment nicht das Felix Arabia, das glückliche Arabien. Vielleicht in ein paar Jahren, dann schmeckt der Tee wieder süßer.
Also neues Reiseziel. Südamerika, Brasilien, Costa Rica, Argentinien, Peru klingt gut. Karneval in Rio, Schönheiten an der Copacabana, … reicht, ich bin dabei.
Also den Deutz nach Buenos Aires verschiffen und los.
Nun hat es sich zugetragen, dass wir Großeltern geworden sind. Natürlich wollen wir diesen Teil des Lebens genießen und jedes Jahr 3-4 Monate den Enkel abknutschen. Das heißt aber auch, wenn unsere Pistenkuh in Südamerika steht, brauchen wir in Deutschland einen Schlitten und eine Bleibe. Wir könnten uns ja hier ein Wohnmobil kaufen, einen alten 508 oder so.
Eigentlich bescheuert, ich schiffe meinen Deutz für viel Geld von hier weg, um mir dann für viel Geld einen Ersatz zu kaufen. Dann doch besser den Deutz hier lassen und drüben einen passenden Wagen kaufen. Nee, Südamerika geht nur mit Deutz, da sind wir uns schnell einig.
Australien. Klar, irgendwann wollen wir mal nach Australien, aber jetzt schon? Können wir doch machen, wenn wir alt sind, ist doch zivilisiert.
Aber dann doch mal bei Youtube ein paar Filme angesehen, Dschungel-Abenteuer, Wüste, lange Offroad-Strecken. Okay, doch Australien, ohne Deutz, aber wir brauchen dennoch einen Allradkarren. Einen Stuhl mit ordentlich Hubraum. Also Landcruiser gekauft.
Letztendlich macht das Verschiffen der Pistenkuh in unseren Augen wenig Sinn, denn in Australien dürfte die Kuh nur ein Jahr bleiben und dann wäre wieder eine teure Verschiffung nach Neuseeland fällig. Nach drei, vier Jahren muss dann der lila Deutz auch wieder auf einen anderen Kontinent verschifft werden. Allein von dem, was die Verschiffungen kosten, können wir einen brauchbaren Toyota-Landcruiser HZJ-78 mit lokaler Zulassung kaufen.
Natürlich werden wir auf Luxus verzichten müssen und natürlich werden wir die Bequemlichkeit der Pistenkuh vermissen. Wir wissen auch nicht, ob wir wirklich 3-4 Jahre in einem Geländewagen leben wollen, aber wir freuen uns schon auf den Versuch.
„Aber die Pistenkuh ist doch euer Image, sie ist doch euer Markenzeichen, wollt ihr das alles aufgeben?“ Es geht auch noch anders: „Seiten von Leuten, die mit irgendwelchen Geländewagen reisen gibt es zu Hauf im Netz. Eure Seite ist anders, weil ihr mit einem Lastwagen reist. Solltet ihr ins Lager der Buschtaxis wechseln, nehmt mich bitte aus eurem Newsletter-Verteiler.“
Tja, da kann man wohl nichts machen, außer die Adresse löschen. Wir haben lange gearbeitet, um die Freiheit zu haben, uns von möglichst vielen Zwängen und Erwartungen zu lösen. Es wäre doch absurd, wenn wir jetzt wegen Image, Bekanntheitsgrad der Webseite oder Marketing nicht mehr die Freiheit hätten, das Reisefahrzeug zu bestimmen. Vielleicht machen wir irgendwann mal eine Radtour, vielleicht mit Traktor und Zirkuswagen, wir wissen nicht, was noch kommt.

Freiheit ist das Einzige was zählt, alles andere ist Nebensache.
Freiheit bedeutet auch, den Land Cruiser violett zu rollen.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Christine Mair

    es taugt uns eure Abenteuer anzusehn und wollen noch mehr sehn ,wir sind von Australien besessen und waren auch schon des öfteren dort,zuletzt 3 monate durch den westen aber nur mit einem campervan ,war auch traumhaft ,solche Erlebnisse offroad wären natürlich der Hammer ,reist ihr wieder durch Australien ,gibt es DVDs oder bücher für tipps sind wir zu haben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert