Russland - Mongolei

Reiseinfos zu Russland für Selbstfahrer

Land und Leute – Verständigung

Wir haben die Russen immer als freundlich und hilfsbereit erlebt. Steht man irgendwo frei in der Nähe einer Ortschaft, wird man in der Regel in Ruhe gelassen. Der Russe selbst sucht den Kontakt nicht, er ist eher distanziert und kümmert sich um sein Ding. Möchte man Kontakt haben, muss man selbst den ersten Schritt gehen. Spricht man etwas russisch, ist das Eis schnell gebrochen. Öfter haben wir es erlebt, dass das Smartphone mit dem Google-Übersetzer zur Verständigungshilfe herangezogen wurde. Auch mit Handzeichen und Körpersprache ist eine einfache Verständigung möglich und bringt viel Spaß. Nur wenige Russen sprechen ein paar Brocken englisch, dann eher noch ein paar Worte Deutsch.

Straßen – Verkehr – Tanken

Typischer Fernverkehr auf russischen Landstraßen

Die Hauptverbindungsstraßen sind gut, in der Peripherie der großen Städte meistens vierspurig ausgebaut. Auf dem Weg von Moskau nach Novosibirsk und weiter bis zum Baikalsee herrscht viel LKW-Verkehr. Gute Straße wechselt sich mit schlechteren Abschnitten ab, die tiefe Spurrillen aufweisen. Oft gibt es auch längere Baustellenstrecken, auf denen die Geschwindigkeit reduziert werden muss.

Vor den großen Städten sind öfter Verkehrskontrollen, hier gibt es auch fest installierte LKW-Waagen, die LKWs werden dafür auf eine gesonderte linke Spur geleitet. In der Regel kann man als Wohnmobil rechts daran vorbeifahren, nur selten wird man herausgewinkt, was sich auf die Kontrolle der Papiere beschränkt.

Biegt man auf Nebenstraßen ab, so mehren sich meist die Schlaglöcher, man kommt deutlich langsamer voran. Tankstellen und Rasthöfe gibt es entlang des Trans-Sibirien Highway in regelmäßigen Abständen. Sehr häufig werden Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Überwiegend wird sich an die Verkehrsregeln gehalten, selten gibt es waghalsige Überholmanöver. Dennoch gibt es viele Verkehrstote, die Kreuze am Wegesrand zeigen es an. 

In Russland muss an der Tankstelle zuerst das Geld für die gewünschte Literzahl bezahlt werden, danach wird die Zapfsäule freigeschaltet. Die meisten Tankstellen akzeptieren Master oder Visakarte. Hat man mehr Liter angegeben und bezahlt, als in den Tank passen (oder möchte man volltanken und gibt absichtlich mehr Liter an), bekommt man eine Rückerstattung in Bargeld.  Eurodiesel ist an den meisten Tankstellen erhältlich, ein Liter kostet 39 Rubel (0,52 €).  Benzin ist geringfügig teurer. An vielen Tankstellen entlang der Fernverkehrsstraßen ist auch AD Blue erhältlich.

Geldumtausch -Währung:

1 Euro = 75 Rubel (Stand: Mai 2018)

Einen ATM gibt es in jeder kleinen Stadt, dort kann mit der VISA oder Master-Card Geld gezogen werden. Die Höhe des max. Betrags schwankt von 5000 bis 10000 Rubel. Fast überall (auch in kleinen Supermärkten) kann mit der VISA oder Master-Card bezahlt werden, auch an den meisten Tankstellen. Es ist daher nicht nötig, eine hohe Bargeldsumme abzuheben.

Versorgung mit Lebensmitteln – Wasser

In den Großstädten gibt es riesige Supermärkte, die eine ähnliche Ausstattung haben, wie wir es von Europa kennen, oft liegen diese am Rand der Städte, leicht von der Fernstraße zu erreichen. Obst und Gemüse ist etwa gleich teuer wie in Deutschland, Fleisch, vor allem Schwein und Rind, ist deutlich günstiger, aber meistens mit mehr Fettgehalt, als wir es von Deutschland gewohnt sind.  Milcherzeugnisse und Käse gibt es in großer Auswahl zu erschwinglichen Preisen. Gutes, leckeres Brot findet man seltener. Die Alkoholabteilung ist umwerfend riesig, vielfältig und günstig. In den kleineren Supermärkten darf Alkohol erst ab dem Nachmittag verkauft werden.

Auf dem Etikett steht ausschließlich alles auf Russisch, manchmal ist es daher nicht ganz eindeutig, was man da in den Einkaufswagen packt, möchte man die Inhaltsstoffe wissen, hat man keine Chance.

Mit Wasser kann man sich  gut in den kleinen Dörfern versorgen, dort gibt es meistens noch eine öffentliche Wasserstelle mit einer Druckpumpe. Einen Schlauch kann man dort nicht anschließen, das Wasser muss vom Eimer mit einer Pumpe in den Tank befördert werden. Manchmal haben wir auch eine Pumpe mit Schlauch in einem Garten entdeckt und gefragt, ob es möglich ist, Wasser aufzufüllen. Wasser wurde uns nie verweigert und nie haben wir dafür etwas bezahlt, sondern ein kleines Geschenk als Dankeschön gegeben.

Selten haben wir an Tankstellen oder Raststätten eine Möglichkeit zum Wasserauffüllen entdeckt. 

Internet:

Telekom Laden in Russland

Telekom Laden in Russland

Anbieter MTC/MTS (rotes Logo mit weißem Tropfen): 350 Rubel  (4,80 €) für 10 GB, 1 Monat gültig

Weitere Anbieter: Megafon und Beeline, die vermutlich ähnlich günstige Konditionen anbieten.
Der Reisepass wird kopiert, innerhalb weniger Minuten war unsere Simkarte freigeschaltet. Ein Laden findet sich einfach in jeder kleinen Stadt. Das mobile Netz ist sehr gut ausgebaut, sehr oft hat man schnelle LTE-Verbindung, Skype funktioniert gut.

Übernachtung – Camping:

Reiseinfos Russland

Freies Campen in Russland

Campingplätze gibt es in Russland nur einige wenige auf den touristischen Routen (entlang des Goldenen Ring, beispielsweise in Susdal), die sanitären Anlagen sind akzeptabel. Der Campingplatz Sakolniki in Moskau, in einem großen Parkgelände im Nordosten der Stadt gelegen, hat sogar eine Waschmaschine (150 Rubel). Übernachtung für ein Wohnmobil, 2 Pers. = 1400 Rubel. Hier trifft man auch auf andere Reisende, die gen Osten unterwegs sind.

Freies Übernachten ist in Russland problemlos möglich. Abseits der Großstädte gibt es viele Gelegenheiten, von der Fernverkehrsstraße abzubiegen und sich einen Platz am Waldrand zu suchen. Aber Vorsicht ist geboten, der Untergrund muss genau inspiziert, bevor man auf eine Wiese oder Lichtung fährt. Wenn es geregnet hat, wird der sibirische Boden zu einem sumpfigen Morast, aus dem man sich nur schwer wieder befreien kann.

An vielen Raststätten kann man mit dem Reisemobil auch gut und sicher stehen, meist wird dafür eine geringe Gebühr erhoben. Die Ausstattung der Raststätten ist sehr unterschiedlich, oft gibt es sogar Duschen und Toiletten, die von den Fernfahrern genutzt werden und natürlich auch für die Reisenden zur Verfügung stehen.

 Hier herrscht auch nachts ein Kommen und Gehen von Fahrzeugen, ein ruhiger Übernachtungsplatz ist das natürlich nicht. Wir haben es deshalb vorgezogen uns irgendwo auf dem Land einen Platz zu suchen, der von der Straße nicht einsehbar ist. Immer haben wir eine ruhige Nacht gehabt, nie haben wir uns unsicher gefühlt.

Klima – Optimale Reisezeit in Russland:

Auf dem Weg von Moskau bis zum Baikalsee bewegt man sich überwiegend in der feucht-kontinentalen Klimazone. Große Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter sind für Russland nicht ungewöhnlich, so kann die Höchsttemperatur in Novosibirsk im Sommer + 40 Grad betragen, während im Winter das Thermometer bis zu – 40 Grad Celsius fällt. 

Die meisten Reisenden werden wohl die Frühjahr- und Sommermonate für eine Russlandreise bzw. Anreise in die Mongolei bevorzugen. Ab Mitte Mai beginnt im Uralgebirge der Frühling, die ersten Bäume werden grün. Juli und August sind die besten Monate für die Gegend um den Baikalsee, es ist sommerlich warm und für Offroad Fahrten sind die Furten in den Monaten niedriger als sonst im Jahr. Im russischen Altai ist die Vegetation Ende Mai sehr schön, alles ist grün und blüht, auch die Höhenlagen sind dann Schnee- und Eisfrei. Im September wird es herbstlich, das Laub verfärbt sich, in Sibirien und auch im Altai gibt es jetzt schon die ersten Schneestürme. Die Hauptverbindungsstraßen sind aber auch zu Beginn des Winters schneefrei und gut zu befahren.

Landkarten – Reiseführer:

Als Übersichtskarte sind die Karten vom RKH-Verlag (world mapping project) im Maßstab 1: 2.000.000 sehr nützlich. Mit digitalen Karten, die auf OSM-Karten basieren, beispielsweise die Navigations Apps Maps.Me oder MapOut für Tablet bzw. iPad findet man sich gut zurecht und wird sicher durch jede Großstadt geführt. Lediglich die Klassifizierung der Straßen stimmt oft nicht, so entpuppt sich schon mal eine als gute Nebenstraße dargestellte Verbindung als ein morastiger Waldweg. Reiseführer in deutscher Sprache gibt es nur von Lonely Planet, die allerdings nicht sehr viele Infos für Selbstfahrer enthalten.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.