Einreisestempel im Passport mit Visum Mongolei
Russland - Mongolei

Reise-Infos Visum Mongolei

Visum Mongolei

Deutsche Staatsangehörige benötigen kein Visum, sie bekommen an der Grenze eine kostenlose Aufenthaltsgenehmigung von 30 Tagen.

Österreicher und Schweizer müssen vorab ein Visum bei der Botschaft der Mongolei in ihrem Land beantragen. Dafür muss zusammen mit dem Reisepass ein vollständig ausgefülltes Antragsformular (online oder handschriftlich) und ein Passfoto eingereicht werden.

Zusätzlich wird die Kopie einer Einladung oder eines Nachweises für eine  Hotelreservierung und die Kopie vom einem Zug/Flugticket benötigt, so steht es in den Regularien des Außenministeriums der Mongolei, siehe unten.

Nach Rücksprache mit anderen Reisenden aus diesen Ländern, benötigt man diese Nachweise nicht zwingend. Es ist auch ausreichend, im Antragsformular eine Adresse von einem Hotel/Guesthouse anzugeben.
Hilfreich ist es, zum Visum-Antrag ein gesondertes Schreiben beizulegen (auf Englisch) in dem man erklärt, dass man mit dem eigenen Fahrzeug einreist und überwiegend campen wird.

Das Visum kann frühestens 90 Tage vor Reisebeginn beantragt werden.

Webseite des Außenministeriums der Mongolei (engl.): http://www.consul.mn/eng/01visae.php

Auf der Seite kann auch das Antragsformular heruntergeladen werden.

Verlängerung des Aufenthalts

Die Aufenthaltsgenehmigung bzw. das Visum kann um 30 Tage verlängert werden, sodass man sich insgesamt 60 Tage in der Mongolei aufhalten kann. Der Antrag auf Verlängerung muss laut der Regelung innerhalb der ersten 7 Tage bei der Immigrationsbehörde in Ulan Bator (nahe des Flughafens) gestellt werden. (So steht es auf dem Abschnitt des Immigrations-Zettels. Auf der Seite des Außenministeriums, obiger Link, wird darauf hingewiesen, dass die Beantragung nicht später als 4 Tage vor Ablauf des Aufenthalts gestellt werden soll.)

Da wir im Westen (Grenzübergang Tsagaannuur) eingereist sind, haben wir direkt am nächsten Tag unseren Aufenthalt in Ölgii verlängern lassen. Entgegen Infos von anderen Reisenden hat das problemlos funktioniert. Der Prozedere ist in Ulan Bator und Ölgii etwa gleich.

GPS Immigration-Office:

Ulan Bator, Flughafen: N 47° 51,204‘ E 106° 48,910‘

Ölgii: N 48° 58,064‘ E 89° 58,146‘

Es muss ein formloser handschriftlicher Brief auf Englisch verfasst werden, in dem man begründet, warum man den Aufenthalt verlängern möchte. (Application of Visa Extention). Wir haben grob unsere Reiseroute angegeben, die kreuz und quer durchs Land führt und erwähnt, dass wir gerne das Naadam-Fest besuchen möchten, der Termin lag außerhalb der 30 Tage ab Einreise. Nachdem unser „Application-Letter“ im Immigration Office entgegen genommen wurde, mussten wir bei der Golomt-Bank die Gebühr einzahlen, die Bank befindet sich in der Nähe, 3 Min. zu Fuß. Die Einzahlung erfolgt in Euro, bei der Gelegenheit kann man auch direkt Euro im Tögrög tauschen lassen. Zurück im Büro muss noch ein amtliches Formular mit den persönlichen Daten ausgefüllt und ein Passfoto aufgeklebt werden. Nachmittags um 16 Uhr konnten wir unsere Pässe incl. dem Stempel für die 30 Tage Verlängerung abholen.

Die Gebührenliste hängt im Büro aus:
Für die ersten 7 Tage: 27.000 MNT
zusätzlich 2000 MNT für jeden weiteren Tag.

30 Tage Verlängerung kosten insgesamt: 109800 MNT.

Wenn man länger als 30 Tage im Land bleibt, muss man sich zusätzlich registrieren lassen, dies wird direkt bei der Verlängerung mit erledigt und kostet eine zusätzliche Gebühr von 4000 MNT.

Einreise/Grenzformalitäten

Für den gesamten Grenzablauf sollte incl. Wartezeiten 4-5 Stunden einkalkuliert werden. Die Grenze im Westen hat nur Werktags (Mo-Sa) geöffnet, am Grenzübergang Altanbulag (nördlich von Ulan Bator) wird auch sonntags abgefertigt. Lediglich zum Nadaam-Fest vom 11. – 13. Juli muss damit gerechnet werden, dass die Grenze geschlossen ist oder nicht alle Fahrzeuge abgefertigt werden.

Ausreise aus Russland:

Auch bei der Ausreise wird das Fahrzeug sorgfältig kontrolliert, der Drogenhund wird durchs Fahrzeug geführt. Die Pässe werden gestempelt, die Migrationskarte, die man bei der Einreise bekommen hat, wird einbehalten. Die Zollerklärung zur temporären Einfuhr wird abgestempelt und verbleibt beim Fahrzeughalter.

Einreise im Westen der Mongolei von Russland, Grenzort Tsagaan Nuur:

Nach der Ausreise fährt man etwa 25 Kilometer durch Niemandsland bis zum mongolischen Grenzposten. Zuerst wird das Fahrzeug desinfiziert, Kosten: 100 Rubel. Beim nächsten Schalter bekommt man einen Migrationszettel, dieser wird ausgefüllt und zusammen mit den Pässen wieder abgegeben. Es erfolgt der Eintrag in den Computer und man erhält einen kleinen weißen Laufzettel. Nach der oberflächlichen Kontrolle des Fahrzeugs (Polizei) geht es weiter zum Hauptgebäude, dort steht man noch mal mit den Pässen an, der Migrationszettel wird einbehalten, der Pass gestempelt. Zusätzlich muss der Fahrzeughalter mit dem Fahrzeugschein und dem Laufzettel zu zwei Zoll-Schaltern. Beim Zoll wird das Papier zur temporären Einfuhr des Fahrzeugs ausgehändigt, das muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Der Laufzettel muss am Ende drei Stempel enthalten, dieser wird beim letzten Posten kontrolliert und einbehalten. Auch vom Zoll erfolgt eine oberflächliche Kontrolle des Fahrzeuges.

Zum Schluss muss in einem weiteren Gebäude eine Versicherung für 30 Tage abgeschlossen und eine Straßennutzungsgebühr gezahlt werden, zusammen 2.050 Rubel. (Wenn man eine Verlängerung des Aufenthalts plant, kann man auch direkt die Versicherung für 60 Tage abschließen.)

Der Ablauf (an beiden Grenzübergängen ähnlich) erfolgt geordnet und übersichtlich, die Beamten zeigen einem freundlich, wo was als nächstes zu tun ist. Die gesamte Abfertigung nimmt etwa zwei Stunden in Anspruch. Der Kurs für Tögrög ist an der Grenze schlecht, es empfiehlt sich, die genannten Gebühren in Rubel zu zahlen, was durchaus üblich ist.

Hinweis:
In einigen Reiseführern (Auflage 2015) wird beschrieben, dass es zur Einfuhr des Fahrzeugs einer gesonderten Genehmigung bedarf, die vor Reiseantritt beantragt werden muss und dass ohne diese Genehmigung eine relativ hohe Kaution fürs Fahrzeug verlangt wird. Das Vorgehen hing mit der Mongol Rallye zusammen, der Verkauf der Fahrzeuge im Land sollte verhindert werden. Da die Rallye seit einigen Jahren in Ulan Ude (Russland) endet, wird die Kaution nicht mehr erhoben. Das Fahrzeug kann temporär eingeführt werden (max. 6 Monate), es wird dafür keine Kaution und keine Gebühr erhoben, ein Carnet des Passages ist nicht erforderlich.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Alejandro Svhaupp

    Danke Burkhard,
    genau diese Art und Weise der Wissensübermittlung um Grenzformalitäten ist das, was der Einsteiger ins Overlanding benötigt.

    Ein Atlas mit allen Infos der Lànder wäre Klasse.
    Schade, dass sich die Info öfters ändern, so dass ein statisches Buch nicht lohnt, aber ein Hefter mit aktualisierungsseiten wäre klasse.

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