Verfallenes Schloss in Russland
Lost PlacesRussland - Mongolei

Lost Places: Verlassenes Schloss in Russland

Ein verlassenes Schloss in der kleinen Stadt Sudogda.

Ehrlich gesagt waren wir von dem Besuch des Lost Places etwas enttäuscht. Die freie Zugänglichkeit ist nicht mehr möglich. Die Schloss-Ruine ist mit einem hohen Metallzaun umgeben und wird mit zahlreichen Überwachungskameras kontrolliert. Nun ist es für mich nicht unbedingt erforderlich, verfallene Gebäude von innen zu erkunden, doch der Zaun aus Blechplatten ermöglicht nicht einmal ein Foto von außen. Ich habe die hier gezeigten Bilder mit der Mavic-Pro fotografiert.

Ein Blick aus der Vogelperspektive über die verlassene Villa

Ein Blick aus der Vogelperspektive über die verlassene Villa

Legende der Schlossruine

Wladimir Khrapovitsky, ein vermögender, russischer Holzhändler reist öfter nach Frankreich und wird von den dortigen Schlössern und deren Architektur zu dem Bau eines eigenen Schlosses in den russischen Wäldern bei Vladimir inspiriert.
Er suchte den besten russischen Architekten des 19. Jahrhunderts und beauftragte Peter Boitzoc der ebenfalls oft nach Frankreich gereist war, mit dem Bau des Anwesens im gotischen Stil.

Boitzov hatte bereits einige Fantasy-burgähnlichen Gebäude rund um Moskau entworfen und gebaut. So sollte Boitzov im authentischen Französisch-Stil Gebäude und Gärten mit großen Skulpturen planen, dazu ein umfangreiches See- und Brunnen-System. Heute ist von dem einst ausgeklügelten Labyrinth von hoch aufragenden Gebäuden nur noch ein trauriger Ort übrig, aber dennoch  beeindruckend.

Von 1884-1889 wurden neben dem Schloss, ein Haus der Jagd, eine Haus für den Hausverwalter, Theater, Ställe, Schuppen und ein Holzmusikpavillon errichtet. Dazu ein Wasserturm gebaut und Teiche mit Bootsstegen angelegt. In den Urwäldern rund um das Schloss lies Khrapowizki einen botanischen Garten anlegen in dem er alle Bäume, die in der Region heimisch waren, pflanzen lies. 

Khrapovitsky, ein kultivierter Mann, hat viel in die Entwicklung der Region investiert und in seinen holzverarbeitenden Betrieben sowie auf seinen eigenen Baustellen der Bevölkerung Arbeit gegeben. Durch seinen Einfluss entwickelte sich die Region im Laufe der Zeit zu einer der wohlhabendsten in Zentralrussland. Übrigens hat Khrapovitsky die erste Eisenbahn in der Region finanziert.

Als einer der reichsten Geschäftsmänner seiner Zeit, konkurrierte der große Familienbesitz von Khrapovitsky möglicherweise mit den adligen Herrschern in Moskau und St. Petersburg. Für Gäste standen zahlreiche luxuriöse Schlafzimmer und Bäder mit großen runden Wannen zur Verfügung. Im Garten boten Spazierwege entlang von kaskadierenden Wasserbecken, den Gästen Unterhaltung und Entspannung.
Natürlich verursacht Erfolg und Reichtum auch Neider, Missgunst und Feinde. Das Schloss wurde mit mit „Sicherheitstechnik“ ausgestattet. Zu den bedeutendsten zählten Wachtürme und unterirdische Gänge.
Etwa 30 Jahre nach dem Bau, etwa um 1925, als die Leninisten-Marxisten sich formierten und die russische Revolution mit der Bedrohung  der „Kapitalisten“ begann, flüchtete die Familie Khrapovitsky nach Frankreich. Seit dem verfallen die Gärten und Wasserbecken.
Das Schloss wurde als Schule genutzt und später als Krankenhaus, bis es 1958 nach einem verheerenden Brand leer stand. Das Schloss fiel in Vergessenheit blieb aber erhalten.

Die Ruine der Villa steht seit Jahrzehnten leer und verfällt.

Die Ruine der Villa steht seit Jahrzehnten leer und verfällt.

Jahr für Jahr ging das verlassene Schloss in den heutigen Zustand über – eine romantische Schloss-Ruine

Bis 2016 war es für abenteuerlustige Touristen noch möglich, das bröckelnde Schloss innen und außen zu erforschen (die rostigen Gitter an den Fenstern stellen kein Hindernis dar). Ein Schild warnte die Besucher, dass das Betreten der baufälligen Ruine auf eigene Gefahr erfolgt.

Aber wie eingangs geschrieben ist eine Begehung der Schloss-Ruine heute nicht mehr möglich.
Eine Investorengruppe hat die Ruine gekauft und beabsichtigt daraus ein Luxushotel zu machen. Dachdeckerarbeiten auf dem Nebengebäude haben bereits begonnen.

Ein kürzlich gefundener Brief von Frau Khrapovitsky legt nahe, dass dieser verarmt in Frankreich starb.

Hier noch ein Link zu einer Seite, die historische Bilder des Anwesens zeigt.

https://de.stuklopechat.com/puteshestviya/93825-zamok-hrapovickogo-muromcevo-zamok-hrapovickogo-dostoprimechatelnosti-vladimirskoy-oblasti.html

 

Die Schloss-Ruine in Sudogda

Die Schloss-Ruine in Sudogda

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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