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Iran - Arabische Halbinsel

Reifen Reparatur Set im Einsatz

Statt der Fotodrohne kommt heute das Reifen-Reparatur-Set zum Einsatz.

Saudi Arabien ist ein Traum für jeden Offroad-Reisenden. Ein landschaftliches Highlight reiht sich an das nächste. Solange man auf Straßen und Pisten bleibt, wird man mit Reifenpannen keine oder wenig Probleme haben. Das Risiko eines Reifenschadens steigt jedoch deutlich an, sobald man sich in der Landschaft seinen Weg suchen muss oder nur noch auf einzelnen Fahrspuren unterwegs ist. Oft sind diese Spuren nur Land Rover breit und bei einem größeren Fahrzeug fährt immer ein Rad neben der Spur. Okay, keine lange Rede.

Wir sind in der Vulkanlandschaft Harrat Khaybar unterwegs und hier ist es unumgänglich, zig Kilometer über Vulkangestein zu holpern. Dabei sind faustgroße Steine für die Lkw-Reifen nicht das große Problem, eher die scharfkantigen Felsbrocken, die aus dem Boden hervorstehen und unnachgiebig an ihrem Platz bleiben.

Jedenfalls macht es irgendwann „Peng“ und mit einem lauten Zischen stehen wir in der Staubwolke, die die ausströmende Luft des linken Vorderrades erzeugt.
Ein komplettes Ersatzrad haben wir nicht mit, ich repariere die Reifen direkt vor Ort.

Bisher habe ich dazu immer das komplette Rad abgenommen und dann den Reifen von der Felge montiert. Dank Sprengringfelge ist das überhaupt kein Problem. Warum einige auf ihren Expeditionsmobilen einteilige Felgen der Größe 22,5“ montieren lassen, verstehe ich nicht. Außer das sie billig sind, haben sie nur Nachteile, aber das ist ein anderes Thema.

Heute probiere ich aus, die Felge auf der Radnabe montiert zu lassen und nur den Reifen runter zu nehmen. Obwohl der Reifen drei Jahre nicht demontiert wurde (ich tausche die Reifen nicht regelmäßig diagonal, sondern lasse sie ihr Leben lang in ihrer Laufposition), gelingt das erstaunlich leicht. Liegt aber auch an der verwendeten Montagepaste, dazu am Schluss noch ein Hinweis.

Riss in der Reifen-Schulter

Der Schaden am Reifen ist beachtlich. Der Schulterbereich des Reifens ist auf einer Länge von etwa fünf Zentimeter aufgerissen.

Für genau solche Schäden habe ich einen Aramid verstärkten Flicken dabei, wie er sich auch in unserem Reifenreparatur-Set befindet. Zum Reifen-Reparatur-Set schreibe ich ebenso zum Schluss noch einen Kommentar.

Wir haben Glück, der massive Reifenschaden ereignete sich genau am Übergang von Lavagestein zu feinem, festen Sand. Wir fahren in südliche Richtung und so scheint die wärmende Sonne auf die linke Fahrzeugseite. (Je wärmer der Reifen bei der Reparatur ist, umso besser).

Reifen Reparatur Set im Einsatz

Ich zeichne mit Reifenkreide die Flickengröße an und schleife mit dem Lamellenschleifer die Luftkanäle weg, so dass die Fläche schön glatt ist.
Vulkanisierflüssigkeit aufpinseln, etwa 5 Minuten warten und dann den Aramidflicken auflegen und festrollen. Reifen montieren. Fertig.
Reifen Reparatur Set im Einsatz

Früher wären wir jetzt weiter gefahren, doch von einem Fachmann habe ich gelernt, dass es besser ist, den Reifen bei Wärme ein paar Stunden ruhen zu lassen, bis der Selbstvulkanisiervorgang vollständig abgeschlossen ist. Also nutze ich die Gelegenheit und fette die Schmierstellen am 12M18 ab. Und da jetzt die Sonne auf der anderen Fahrzeugseite steht, bleiben wir für die Nacht einfach hier.
Die beiden größten Fehler, die man beim Reifenflicken machen kann, sind:
– Unsauberkeit (Dreck, Staub) auf der zu vulkanisierenden Fläche
– Ungeduld

Morgen gibt es dann wieder Drohnenbilder. Guckst du hier: Socialx

Reifen-Reparatur-Set

Für wen ist das Reifen-Reparatur-Set geeignet?

Reifen Reparatur-Set für Expeditionen

Das Set habe ich speziell für Offroad-Lkw zusammengestellt. Für kleinere Geländewagen würde ich das Bushranger Plugga III mitnehmen und auf längere Reisen mit hohem Offroadanteil einen Aramidflicken und Lamellenschleifer, den man in Afrika und anderen Entwicklungsländern nicht so einfach findet. Das alles gibt es auch in einem kleinen Rep-Set Basic für Geländewagen.
Das Set für Offroad-Lkw findest du hier: Reifen-Reparatur-Set für Expeditionen

Montagepaste für LKW Reifen.

Das Zeug heißt Reifenmontagepaste, erleichtert aber die Demontage der Reifens mehr als die Montage.
Um den Reifen bei der Montage gleitfähig zu machen, könnte man auch Spüli, Shampoo oder jede andere Seife nehmen. Als Notlösung geht das immer. Eine Reifenmotagepaste ist darauf abgestimmt, dass der Reifen auch nach Jahren nicht auf der Felge „festbackt“ und dennoch der Schmierfilm nicht dazu führt, dass die Felge im Reifen dreht. Die Gefahr der durchdrehenden Felge ist besonders bei PS-starken Fahrzeugen und reduziertem Reifendruck im Sand gegeben.

Reifenmontagepaste gibt es in 10 kg Eimern beim Reifenhandel, man braucht jedoch nur wenige Gramm für eine Montage. Um keinen 10 kg Eimer kaufen zu müssen, bieten wir im Shop eine Dose Reifenmontagepaste zu 500 Gramm an.

This article has 7 comments

  1. Alex

    Hallo Burkhard,

    vielen Dank für den Interessanten Artikel! Ich habe darauf hin nochmal meine Rema Anleitungsbroschüre aus den späten 90ern gelesen. Zur Vulkanisationszeit steht da 24h bei mindestens 18°C.

    Reparierst Du auch noch die Aussenseite des Schadens? Rema empfiehlt hier einen Trichted zu schleifen und diesen mit Thermopress MTR Gummi zu füllen – muss aber heissvulkanisiert werden…..

    Viele Grüße

    Alex

    • Burkhard Koch

      Hallo Alex,

      an den Infos aus den 90iger Jahren hat sich wenig geändert. Die 18 Grad und die Zeit sind etwas variabel. Ist ja nicht so, dass es bei 18° funktioniert und bei 17° nicht.
      Eine fachmännische Reparatur schließt die Außenseite ein. Ich habe unterwegs dazu nicht die Möglichkeit. Das heißt, meine Reparatur ist nur für den Notbehelf, um mit dem Reifen noch ein paar Tausend Kilometer zurück in die Zivilisation zu fahren. Ich werde den Reifen (alle 4 Reifen) in Deutschland verschrotten und durch neue ersetzen.

  2. Armin Thun

    Danke für den wie immer ausgezeichneten Beitrag! Auch wenn man nicht gerade hofft, in derartige Situationen zu kommen, so sieht man ihnen dank Eurer Berichte mit einer gewissen Gelassenheit entgegen. Weiterhin gute Fahrt!

  3. Christian Hessing

    Hallo zusammen,
    Ich drück die Daumen, dass die Reparatur hält. Wir hatten vor ein paar Wochen einen ähnlichen Schaden an unserem Landcruiser, den ich dann, dank Ersatzrad, im nächsten Ort hab reparieren lassen. Sah eigentlich fachmännisch aus. Wir sind dann am nächsten Tag mit wenig Luftdruck auf Wellblech weiter gefahren und der reparieren Reifen hat dann noch genau 13km gehalten.
    Da ich den neuerlichen Defekt nicht sofort bemerkt hatte, war in Folge der Reifen dann komplett hin.
    Hoffe, bei Euch hält’s dauerhaft.
    LG und weiterhin gute Reise
    Chris

  4. Eckhard Wipfler

    Hallo Burkhard,
    hallo Kollegen und Kolleginnen,
    extrem gefährlich für Reifenschäden sind kleine Basaltsäulen, die ein bisschen aus dem Sand ragen. Vorsicht also in erodierten sandigen Basaltgegenden, denn die Säulen bilden sich unterhalb der ehemaligen Pillow-Laven! Damit haben wir mal vor 35 Jahren alle sechs Reifen an unserem Magirus-6×6-Tanker ruiniert, als ich noch professionell im Sudan unterwegs war. Ich will hier aber keine alten Geschichten erzählen. Grundsätzlich sind Sprengringfelgen natürlich super, hatten wir damals auch drauf. 22.5er Felgen haben aber auch Vorteile über den Preis hinaus, nämlich, dass man praktisch überall Ersatzreifen dafür bekommt, da die meisten LKWs diese Größe fahren. Man sollte aber mindestens ein Ersatzrad dabei haben, vielleicht besser zwei. Reparatur erfolgt dann in einer Reifenwerkstatt, die es auch überall auf der Welt gibt. Oder, erster Versuch vor Ort, mit Ahle und Vulkanisierzeug, falls es nur ein Nagel oder Dorn ist. Hatten wir mit dem Landy in Marokko, hat ganz gut funktioniert. Aber nun noch kurz zu euren Büchern: Ich hatte schon in der Vergangenheit welche und habe nun seit Weihnachten alle beisammen und folgende Frage zur Fahrzeugklasse: Wir haben einen Steyr 10S18, aber mit dem kurzem Radstand einer ehemaligen Bergfeuerwehr. Er ist nur ungefähr 6 m lang und auch nur 2,98 m hoch, da wir ein Klappdach gebaut und montiert haben. Sind wir eurer Meinung nach also eher Fahrzeugklasse 2 oder 3. Wir sind vor kurzem mit dem Steyr den Feldweg hinterm Cirque de Jaffar hochgegurt, aber das war anscheinend FZK 3, da ihr das ja auch mit dem 12M18 gemacht habt, oder? Für 3 gibt’s natürlich deutlich weniger Strecken, vor allem in den Bergen, beispielsweise im Buch „Westalpen“.
    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß in Saudi Arabien,
    freue mich auf das neue Buch,
    Ecki

    • Burkhard Koch

      Hallo Ecki,
      Ich würde den 10S18 ganz klar in die Kategorie 3 einordnen. Die Fahrzeugbreite ist viel öfter das Problem als die Höhe, Länge oder Gewicht.
      Den Cirque de Jaffer sind wir sowohl mit dem Magirus Deutz als auch mit dem Steyr gefahren.
      Viele Grüße aus Saudi-Arabien
      Burkhard

      • Eckhard Wipfler

        Hallo Burkhard,
        danke für deine Einschätzung. Der seltene kurze 10S18 ist deutlich wendiger als der „Normale“. Dennoch bleibt die Breite, da hast du recht.
        Danke nochmals,
        viele Grüße,
        Ecki

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