Landweg nach Indien

Unfreundlich, arrogant und teuer

Unfreundlich, arrogant und teuer

In New Dehli, der Hauptstadt Indiens besorgen wir die Visa für die nächsten Länder. Wir stehen auf einem Parkplatz im Botschaftsviertel zusammen mit Walter und Lore und Nico und Esther.
Hier lässt es sich gut leben, das Viertel ist sauber und es gibt gute Restaurants und endlich wieder Eiscreme.
Auch um unsere Botschafter müssen wir uns keine Sorgen machen. Die Leben in fürstlichen Residenzen und repräsentieren den First-Class-Lebenstil ihrer Länder. Würde an den Eingangsportalen nicht die Landesfahne wehen, würde man meinen es seien die Villen von Hollywood-Stars mit ihrem Nobel-Fuhrpark in den Garagen. Und auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt. Hört man aus diesen Zeilen Neid heraus? Hmm, wie kann so etwas kommen?
Die Botschaften von Iran und Pakistan verlangen ein Empfehlungsschreiben der Deutschen Botschaft von uns. Also marschieren wir zu unserer Vertretung um den Standartbrief abzuholen. Wir werden in einen kleinen Raum gelassen, etwa so groß wie ein Wartehäuschen an der Bushaltestelle. Ich frage die Dame höflich, ob man nicht ein Empfehlungsschreiben für uns beide erstellen kann, also insgesamt nur zwei Schreiben statt vier.
„Nein, jeder braucht ein solches Schreiben, das akzeptieren die Iraner nicht und so etwas haben wir noch nie gemacht.“
Ich ärgere mich über die doofe Nuss. „Aber es ist doch mein Problem, ob die Iraner das Schreiben akzeptieren oder nicht, für die Muslime ist doch klar das meine Frau nicht alleine reisen darf und ob Sie so etwas noch nie gemacht haben, ist doch kein Argument.“
„Nein, ich drucke ihnen vier Schreiben aus. Das macht dann zusammen 80,- Euro.“
Eine Stunde später bei den Iranern.
Wir werden in die Botschaft gelassen, werden mit Tee bewirtet und sitzen in noblen Ledersesseln. „Warum habt ihr zwei Schreiben machen lassen? Lasst das beim nächsten Mal auf ein Blatt schreiben.“ Was soll ich darauf antworten?
Noch in keiner Botschaft sind wir so gut behandelt worden wie bei den Iranern. Bei den meisten Landesvertretungen ist eher wie bei der Deutschen: unfreundlich, arrogant und teuer.
Für ein Touristenvisum müssen unsere Daten gecheckt werden, dass kann bis zu sechs Wochen dauern. Solange zu warten haben wir keine Lust, also bleibt nur ein Transitvisum von 7 Tagen, das wir in fünf Tagen abholen können.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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