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Landweg nach Indien

Gruppensex

Gruppensex

Und jetzt kommt was, was ihr uns nicht glaubt, aber gerade passiert ist.
Es ist Sonntagabend, die Sonne steht als feuerroter Ball am westlichen Horizont. Wir haben einen tollen Übernachtungsplatz in einem Ausgrabungsgelände in einem ehemaligen Fort gefunden. Jede Menge Fotomotive.
Ein Moped mit Mann und Frau fahren über die nahe vorbeiführende Teerstraße. Nichts ungewöhnliches und auch nicht, das sie anhalten und sich nach dem woher und wohin erkundigen.
Er möchte gerne mal in unser Auto sehen. Okay, ausnahmsweise.
Er sieht meinen Laptop auf dem Tisch stehen und fragt ob wir Videos gucken, insbesondere Sexvideos. Seine Frau dreht sich um und kichert. Was soll ich sagen? Die Wahrheit oder das was man auf solche Fragen antwortet? Also, Deutschland ist liberal und es ist möglich, solche Videos zu sehen und daher haben wir jetzt hier keine dabei, wir genießen hier die Natur, lüge ich dann doch.
Er könne mir Videos geben, auch mit seiner Frau und fremden Männern.
Ich bin sprachlos, vielleicht habe ich das alles falsch verstanden, ich hätte im Englischunterricht besser aufpassen sollen.
Aber ich muss auch gar nicht antworten, er setzt noch eines drauf.
Wir könnten auch zu viert Sex haben, jetzt sofort, er und seine Frau sind ready for sex, right now.
Ach du Scheiße, normal müsste ich ihn rauswerfen, aber er glaubt wirklich, in Deutschland ginge das so. Also bin ich höflich und erkläre das es so nicht geht, man schaltet Kontaktanzeigen im Internet und lernt sich kennen und dann ist es vielleicht möglich, wobei dies Ausnahmen sind und nicht jeder Deutsche und schon gar nicht jede Deutsche gruppensexbegeistert ist.
Okay, wenn wir Zeit brauchen, könnten sie in einer halben Stunde noch mal vorbei kommen.
Nein, wir wollen keinen Sex. Okay, dann nur ausziehen und streicheln. Nein, auch das nicht, sagt Sabine. Okay, dann nur wir zwei Männer mit seiner Frau. Nein.
Endlich, verlassen sie unser Auto und zum Abschluss noch mal die Frage: „We are ready for sex, you want?“ „No, we are not ready,” und aus Höflichkeit setzte ich die Floskel “I am so sorry“ hinten dran und dafür gibt’s einen Stoß von Sabine in die Seite.
Nach zehn Minuten ist der Spuk vorbei und wir öffnen erst mal die Whiskyflasche, die ich schon für Monsen gekauft habe.
Sorry Monsen, aber ich besorge eine Neue.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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