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Reifenpanne
2004 Westafrika

Reifenpanne im Busch

Wir wollen nach Burkina Faso. Für die Fahrt von Mali nach Burkina haben wir uns eine kleine Piste bei Hombori ausgesucht. Hier erwarten wir ursprüngliche Dörfer und einsame Landschaft. Was wir nicht erwarteten, war, dass es gar keine Piste gibt. Die Landschaft ist flach, keine Berge nur trockenes Gras und vereinzelt ein paar Büsche und Bäume. Sieht aus wie bei Daktari.

Hand der Fatima bei Hombori

Hand der Fatima bei Hombori

Also warum nicht die 30 Kilometer ins nächste Dorf querfeldein fahren, es wird bestimmt eine Piste kommen. Schlimmstenfalls fahren wir 200 Kilometer durch den Busch bis zur Hauptpiste bei Dijabo in Burkina.
Wir fahren auf den Horizont zu und werden nach einigen Kilometern durch dichten Buschwald gestoppt. Die Bäume und Büsche sind zu groß, als das ich sie einfach überfahren könnte. Zu den Dörfern gehen nur noch Fußpfade. Wir fahren durchs Gras am Wald entlang Richtung Westen, irgendwann muss der Wald ja mal aufhören.

Plötzlich ein lautes Zischen und der Deutz sackt vorne links 15 Zentimeter tiefer. Ich springe aus dem Führerhaus und sehe einen zirka zehn Zentimeter langen Riss in der Seitenwand des Reifens. Im hohen Gras bin ich auf einen Überrest eines mit der Machete abgeschlagenen Baumes gefahren. Dummerweise hat der Baumfäller den Baum so gefällt, das der Überrest angespitzt wie ein Marterpfahl im Gras verborgen blieb.
Gedanken rasen durch meinen Kopf. Wie viele solcher Reifenkiller stehen noch im hohen Gras. Das schöne liebliche Gras, in dem es soviel Spaß machte zu fahren, kommt mir jetzt beängstigend und bedrohlich vor.

Riss in der Reifenflanke - Nicht zu reparieren

Riss in der Reifenflanke – Nicht zu reparieren

Ich ärgere mich über den kaputten Reifen und freue mich gleichzeitig über die in Mauretanien für viel Geld gekaufte Karkasse.
Ich habe den Wagenheber noch nicht ausgepackt, da sind schon alle schattigen Plätze unter den Bäumen von Zuschauern belegt. Keine Ahnung wo die alle plötzlich her kamen.
Heute bieten wir das komplette Programm, nicht nur Rad wechseln, sondern Reifen wechseln, denn unser komplettes Reserverad haben wir ja in der Westsahara verloren und seit Mauretanien nur eine Karkasse als Ersatz dabei.
Der Reifen ist schnell gewechselt und auch das alte Ding aus Mauretanien ist überraschender Weise dicht. (Wir fahren schlauchlos.) Es zeigen sich keine Risse in den Flanken und auch bei hohem Tempo läuft der Reifen völlig ruhig. War doch nicht so schrottig wie ich beim Kauf dachte.
Nach zwei Stunden ist für die Zuschauer das Kino beendet und wir fahren weiter durchs hohe Gras. Jetzt mit Herzklopfen.
Nach Tagen durch Savannenlandschaft erreichen wir die Hauptstadt von Burkina Faso, Ouagadougou.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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