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Löwen in Botswana
Südliches Afrika

Botswana

Seit ein paar Wochen sind wir mit Lothar und Marion unterwegs, die wir bei den Himba-Nomaden in Opuwo getroffen haben. Die Beiden haben ebenfalls einen Magirus Deutz und pendeln zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika. Sechs Monate hier, dann wieder sechs Monate dort, ihr Deutz steht in der Zwischenzeit in Windhuk. Wer mehr über ihre Reisen wissen will, kann mal bei www.nature-trail.de.vu  gucken.

Unterwegs im Okawango-Delta

Unterwegs im Okawango-Delta

 

Obwohl fast sechs Wochen vergangen sind, gibt es nicht viel zu schreiben. Ganz normaler Alltag. Gute Straßen, Supermärkte mit allem was man braucht, blauer Himmel, Kaffee im Schatten von Palmen, nette Leute, traumhafte Sonnenuntergänge und Nachts das Gebrüll von Hippos und Löwen. Und das Ganze zu bezahlbaren Preisen z.B. Bier an der Hotelbar am Pool für umgerechnet 60 Eurocent.
Eines der Highlights waren unsere Tage im Etosha-Nationalpark. Aber was soll ich euch mit Beschreibungen langweilen, wie wir am Wasserloch sitzen und Zebras, Giraffen und Elefanten beobachten.

Elefanten am Wasserloch

Stundenlang beobachten wir Elefanten am Wasserloch

Mordversuch

Außergewöhnlich spannend war lediglich ein Mordversuch auf mich.
Wir waren auf der Suche nach Wüstenelefanten und wollten eine Fahrszene mit unserer neuen Filmkamera drehen. Dazu musste Stativ und Kamera auf einen kleinen Hügel getragen werden. Die Film wurde gedreht und anschließend wollte ich Sabine entgegen laufen und das Stativ tragen. Plötzlich zischt es neben mir und ein Schlangenkopf schießt in die Höhe. Ich schreie und mache reflexartig einen Sprung zur Seite. Im gleichen Moment beißt die Schlange zu, verfehlt mein Bein nur um einige Zentimeter. Ich war wahrscheinlich ein paar hundertstel Sekunden schneller. Sabine kommt angerannt und ich kann ein paar Filmaufnahmen machen, leider keine Fotos. Es handelt sich um eine Puffotter, eine der gefährlichsten Schlangen Afrikas. 70 % der Schlangenbisse gehen auf ihr Konto, weil sie sich bei Gefahr nicht verkriecht, sondern liegen bleibt und im letzten Moment zubeißt. Ihr Biss ist in den meisten Fällen tödlich.

Da muss noch mehr sein

loeweDie Grenzabfertigung in Botswana in Kazungula beginnt mit einer Lachnummer. Unsere Pistenkuh muss desinfiziert werden oder besser gesagt, die Reifen. Zum Glück ist dieser Service kostenlos. Ein großes Schild verbietet die Einfuhr von Fleischprodukten, doch wir sind gut gerüstet, alle Leckereien diesbezüglich sind so gut versteckt wie an der iranischen Grenze der Alkohol. Die Kontrollbeamtin watschelt auf uns zu. „Wie kann man sich nur so fett fressen“, geht es mir durch den Kopf. Wäre sie nicht schwarz, ginge sie glatt als Burenfrau durch. Sabine und ich müssen aussteigen und auf einem womit auch immer durchweichten Putzlumpen unsere Schuhe abtreten, damit wir keine Seuchen einschleppen. Wir machen den Spaß mit ernster Mine mit, jetzt nur nicht loslachen. Das ein Europäer mehr als ein paar Schuhe hat, liegt außerhalb ihrer Vorstellungskraft.
„Habt ihr Fleisch und Wurst dabei?“ und ich antworte mit einem sofortigen und ganz entschiedenen „No, Madam.“
Mit einem Griff ziehe ich den Korb aus der Kühlbox und will ihr demonstrativ den Inhalt präsentieren, doch ich traue meinen Augen nicht. Schinken und Fleischwurst . Scheiße, Sabine hatte doch alles versteckt. Ich versuche wenigstens den Schinken zu retten und schiebe das Päckchen unter die Sitzkissen.
Aufregung, großes Geschrei. „Das ist meine Wurst“, ruft die Dicke mit funkelnden Augen. „Und da war auch noch Schinken.“ So ein Mist. Die Fettleibige kommt nicht in unser Auto, zu hoch, zu schwer und Tür zu eng. Ein junger Mann wird zum Hilfssheriff ernannt und muss unser Auto durchsuchen. „Da muss noch mehr sein, such alle Wurst“, feuert sie ihn an.
Ich kürze die Suche ab, greife unter das Polster und gebe ihr den Schinken.
Das Auto von Lothar und Marion wird jetzt ebenfalls noch mal gründlich durchsucht. Da werde ich wohl heute Abend den Whisky zur Kola spendieren müssen.
Die Beamtin verschwindet mit ihrer Beute in einer Blechbaracke und wir können weiterfahren.
Lothar schaltet schnell und hat die geniale Idee. Zu viert gehen wir zur Blechbude und fordern die Wurst zurück. „Wir essen die Wurst jetzt auf.“ Wenn Blicke töten könnten.

Kwai-River

Am Kwai-River sind wir von Elefanten umzingelt

Landrover ist besser als Landcruiser

Die Sonne nähert sich dem Horizont, wir haben einen Nachtplatz direkt neben der Piste, die zum Chobe-Nationalpark führt, gefunden. Eigentlich ist mit keinem Verkehr mehr zu rechnen, doch zu unserer Verwunderung nähert sich Motorengeräusch. Der Landrover stoppt und der schwarze Botswaner, ein Mitarbeiter des Parks, lächelt uns an. Lothar und ich gehen zu ihm, er steigt aus und wir stehen zu dritt hinter dem Landy. Vielleicht können wir von ihm etwas erfahren, wo sich im Moment welche Tierherden aufhalten oder noch besser, wo gibt es ein Wegelchen in den Park, das nicht am Zahlhäuschen vorbeiführt.
Also erst mal Small-talk.
Wir zeigen uns von unserer freundlichsten Seite und bieten Kekse an. Er greift nach der vollen  Schüssel und futtert sie schmatzend komplett leer. Dann dreht er sich um und pullert neben uns in den Sand. „Sorry, I must piss.“
Dann erfahren wir zwar nichts zu Tieren und Wegen, da kennt er sich nicht aus, aber von Autos versteht er was und referiert immer noch Kekse futternd warum Landrover für Botswana besser ist als Landcruiser.
„Landcruiser fährt schneller als Landrover und ist besser für Teerstraße. Landrover ist langsamer und daher besser auf schlechten Straßen. Landcruiser ist auf schlechten Straßen schnell kaputt, weil er ist einfach zu schnell.“
„Hängt das nicht vom Fahrer ab?“, frage ich vorsichtig. Er guckt mich mit großen Augen an.
„Der Fahrer kann doch nun wirklich nichts dafür, wenn das Auto kaputt geht, dass liegt an den schlechten Straßen und am Fahrzeug.“ Und in seinem Hirn kann ich regelrecht den Gedanken sehen: „Mein Gott, was sind die Weißen blöd, die haben nichts begriffen.“

Klingt echt

Wir waren ein paar Tage am Kwai-River. Nachts schlichen die Löwen um unsere Autos und Lothar machte ein paar Tonaufnahmen des Löwengebrülls.
Auf dem Campingplatz in Maun hörten wir uns Abends die Tonaufnahmen über die Stereoanlage an. Es klang völlig authentisch, so echt, dass die Nachtwächter verängstigt mit riesigen Gewehren bewaffnet den Zaun absuchten. Wir regelten die Anlage runter und spielten wieder Musik.

Noch eine kleine Geschichte zum Schluss

Die Gewerkschaften in Pretoria haben zu Protesten aufgerufen und die Schwarzen gehen auf die Straße. Die Regierung soll endlich was gegen den hohen Ölpreis unternehmen. Zudem fordern sie von der Regierung einen sofortigen Preisstopp, 30 % mehr Lohn sofort und eine Verpflichtung zu Neueinstellungen.
Endlich mal Gewerkschaftsvertreter mit realistischen Vorstellungen.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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