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Adventure-Scout

Geisterdörfer 2022 Adventure Scout Blog Robin

Das Team Mercedes G und Robin starten ihre Adventure-Scout-Tour durch Nordspanien.

Am Morgen nach einer geisterlosen Nacht.

Adventure-Scout-Bericht aus Nordspanien vom 13.08.2022

Seit einigen Tagen fahren wir die Geisterdörferstrecken ab und haben die östlichen
Vorpyrenäenreihe abgeschlossen. Im Gegensatz zu meinen bisherigen Reisen ist es diesmal recht
entspannt, da ich mich nicht um die Orientierung und Streckenwahl kümmern muss. Das hat diesmal
das Team der Pistenkuh übernommen. Der Mercedes G muss ja „nur“; fahren, was aber an manchen
Stellen schon fordernd für ihn ist. Mancher Geländeabsatz , manche Auswaschung oder auch mal ein
von Geröll überschütteter Weg waren bisher zu meistern. Der Geländefahrspaß war bis jetzt auf
jeden Fall gegeben, ist aber natürlich längst noch nicht gestillt.


Immer dann, wenn ich auf „lost-place-tour“ in den Geisterdörfern bin, bekommt der G seine
wohlverdiente Pause. Diese Pause kann dann schon mal länger ausfallen, denn ich den verlassenen
Dörfern gib es einiges Interessantes zu entdecken. Hängen doch teilweise noch Wäscheklammern an
den Leinen und selbst eine Glocke nebst Zugseil ist in einem Kirchturm noch zu finden – gerade so,
als hätten die Bewohner gerade erst ihr Dorf verlassen. An anderen Stellen jedoch, ist viel verfallen
und zugewuchert, was manchmal wirklich mystisch wirkt.

Einen Ort habe ich sogar besucht, in welchem sich Aussteiger niedergelassen haben und einige der
verlassenen Häuser bezogen haben und sich autark versorgen wollen. Wie das im Detail speziell mit
der Wasserversorgung aussieht, ob also z.B. noch intakte Brunnen vorhanden sind, konnte ich nicht in
Erfahrung bringen.

Apropos Versorgung: Hier geht es dem G besser als mir, denn Tankstellen gab es auf der Strecke
bisher immer reichlich. Eine Bäckerei oder auch mal ein Lebensmittelladen auf dieser Route zu
finden, gestaltete sich dagegen manchmal etwas schwierig. Eventuell lag es auch nur an der
spanischen Siesta und ich war zur falschen Zeit am richtigen Ort.
Dass wir in Nordspanien am richtigen „Ort“ sind, dass kann das Team Adventure Scout Nordspanien
schon jetzt bestätigen.
Ich konnte schon grandiose Ausblicke von meinen Übernachtungsplätzen genießen auch wenn das
ein oder andere abendliche Gewitter mich zum Umparken veranlasst hat. Es ist wirklich eine
wunderschöne Gegend mit interessanten und mystischen Locations und herrlichem Weitblick von
den Höhen- nur auf Geister warte ich bis jetzt vergeblich 😉

Und hier noch ein paar Bilder der bisherigen Offroad-Reise zu den spanischen Geisterdörfern:

Auf den Strecken ist von schlammig bis steinig alles dabei.

Oft sind die Geisterdörfer nur mit Allradfahrzeugen zugänglich.

Ob Übernachtungsplatz einsam im Geisterdorf oder auf präsenter Höhe, alles ist auf den Strecken möglich.

Zwischenbericht vom 22.08.2022

Nach zwei Wochen auf Reise, sind wir mittlerweile auf den Geisterdörfertouren in den westlichen
Vorpyrenäen unterwegs. Einige Strecken führen an den vielen Höhenzügen der Gegend entlang, wo
auch gerne mal an die 50 Windräder wie an der Perlenschnur aufgereiht auf den Bergrücken stehen.
Die Strecken sind sehr leicht zu fahren, da die Schotterpisten zu den Windrädern dementsprechend
gut ausgebaut sind. Es ist auf jeden Fall ein lohnendes Ziel, den von den Höhenzügen hat man nach
Norden auf den Pyrenäen-Hauptkamm, sowie in den Süden einen Blick auf ein gigantisches
Panorama.
Schlafplätze sind hier einfach zu finden und natürlich habe ich meinen Stellplatz mit Bedacht gewählt.
Ich stehe an einem Höhenzug etwa 300 m von einem Windrad entfernt. Es war windstill und keines
der Räder produzierte Strom geschweige denn Geräusche. Später am Abend kommt doch Wind auf
und die nun erzeugten Geräusche lassen keine gute Nacht erwarten. Das Problem löse ich damit,
dass das Aufstelldach heute zu bleibt und ich unten im G schlafe. Für genau solche Fälle habe ich ja
diese Option bei der Ausbauplanung vorgesehen und es wird trotz der Nähe zum Windrad eine
ruhige, erholsame Nacht.
Die westlichen Geisterdörferstrecken unterscheiden sich landschaftlich deutlich von den bisher
befahrenen Abschnitten. Es ist alles etwas weitläufiger und offener. Es gibt eine Vielzahl
landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Da zu dieser Zeit aber die Getreideernte eingefahren ist, hat man auch bei Schlafplätzen am Feldrand keinen Besuch. Die Geisterdörfer hatte ich bis auf wenige Ausnahmen immer für mich alleine. Lediglich Pferde leisten mir ab und zu beim Abendessen Gesellschaft auf der Suche nach einigen grünen Halmen.

Sie laufen komplett frei Ihre Strecke ab und
nach einer gewissen Zeit trotten Sie wieder zurück Richtung Dorf, wo sie offenbar zu Hause sind.
Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist auch mal das ein oder andere kleine Dorf zu
erkunden. Oftmals gibt es wunderschön sanierte Häuser und kleine verwunschene Gassen zu
entdecken. Nur wer auf ein Cafe oder einen Lebensmittelladen hofft, wird meistens enttäuscht
werden. So etwas gibt es in diesen kleinen Ortschaften in den seltensten Fällen.
Allerdings gibt es fast überall öffentliche Trinkwasserzapfstellen. Sehr praktisch und ideal für uns
Offroadreisende, um den Wassertank zu füllen oder die Wäsche zu waschen.
Nordspanien lässt sich auch im sonst heißen August gut bereisen, da meistens in den Höhenlagen ein
angenehmer Luftzug geht. Allerdings sind viele Bäche ausgetrocknet und die Stauseen haben
Niedrigwasser. Somit ist die erfrischende Abkühlung bei einem Bad im Gebirgsbachgumpen leider
nicht möglich. Da kommt mir heute ein an der Strecke liegendes öffentliches Freibad in einer
Ortschaft gerade recht und ich ziehe hier fast alleine meine Bahnen, denn die Spanier halten am
Sonntagnachmittag bei 34 Grad offenbar lieber Siesta. Hier bekomme ich auch einen wirklich
guten Kaffee für 1,20€ .


Morgen fahre ich schon die letzte im Buch beschriebene Etappe und überlege gerade, wie ich dann
weitere fahre. Zurück nach Frankreich? Oder doch lieber quer durch Spanien und noch ein paar Tage
ans Meer? Mal sehen, wie ich mich entscheiden werde.

Meine Reise nähert sich dem Abschluss. Ich habe die letzte der im Tourenbuch beschriebenen Region
„Nordspanien Geisterdörfer“ angefahren. Da ich die Touren von Ost nach West abgefahren bin, ist
somit der Abschnitt „Kastilien /La Roja“ für mich der Abschluss der Geisterdörfertour. Inzwischen
sind leider zwei der im Buch beschriebenen Strecken mit einem allgemeinen Fahrverbotsschild für
Kraftfahrzeuge versehen und somit offiziell nicht befahrbar. Wir Offroadreisende kennen das aus
anderen Regionen jedoch häufiger als hier und somit keine große Überraschung.
Für mich waren die Streckensperrungen hier nicht weiter schlimm, denn die noch verbleibenden
Geisterdörfer der Route, die auch anfahrbar sind, gehören zu den größeren Geisterdörfern und sind
vermutlich interessanter, als die nicht anfahrbaren.
Die Strecken führen durch waldreiche Abschnitte und immer wieder erreicht man einen Höhenzug
mit schöner Aussicht. An einer dieser Höhen, an einem Feuerbeobachtungsposten machte ich eine
Kaffeepause.

Lange blieb ich nicht alleine, denn ein Mitarbeiter der Beobachtungsstation begann
seinen Dienst. Wir tauschten uns kurz aus und ich erfuhr, dass diese Gegend sehr bevölkerungsarm
ist und im Winter so gut wie menschenleer sei. Nur die Jäger, welche es auf Hirsch, Wildschaf und
andere Tiere abgesehen haben, sind dann noch unterwegs. Doch mit der Jagd hatte ich nichts am
Hut und konnte den Herrn somit beruhigen, denn mein Interesse galt dem nächsten Geisterdorf. Tief
im Wald versteckt lag das Dorf El Vallejo.

Mit ca. 25 Häusern ein eher mittelgroßes Dorf. Doch etwas
war ganz anders als in den anderen Geisterdörfern. Hier hatte jemand einen Rastplatz mit
Hängematte, Stehtisch und Mülleimer sowie eine Möglichkeit zum Händewaschen eingerichtet.
Seltsam! Bei meiner weiteren Erkundung fand ich dann im Dorf verteilt Bänke als Sitzgelegenheit.
Den krönenden Abschluss der Kuriositäten war dann in einer der Häuserruinen zu finden. Ein Tisch
mit zwei Plastikstühlen, uralte Schuhe der ehemaligen Dorfbewohner sauber in Reih und Glied im
Regal stehend und an der Wand eine Dartscheibe inkl. Pfeile. Sehr seltsam.

Was mich dann wirklich
wunderte war, dass die Treppe in den ersten Stock blitzsauber gefegt war. Das obere Stockwerk
hatte jedoch wieder Ruinencharakter und war entsprechend schmutzig.

Im ersten Moment dachte
ich, dass sich hier wieder Aussteiger niedergelassen hatten und das verlassene Dorf bewohnten. Ich
war mutterseelenallein in diesem Dorf. Hatte ich nun endlich meine langersehnte Geisterbegegnung?
Waren das die Zeichen für unsichtbare Bewohner? Ich konnte keine Antwort auf die Fragen finden,
durch wen oder was dieser Ort augenscheinlich für Besucher hergerichtet worden war. Jedoch war
das ein schöner Abschluss der Geisterdörfertour.
Da in dieser Gegend auch viele Spuren und Überbleibsel von Dinosauriern gefunden wurden und
wirklich noch einiges zu besichtigen war, nahm ich mir vor, diese Gegend wieder einmal zu bereisen
und diese Besichtigung für meinen zukünftigen Besuch aufzuheben.

Nordspanien mit seinen tollen
Offroadstrecken und den Geisterdörfern ist auf jeden Fall eine Wiederholung wert.
Weiter geht es jetzt für mich und den G für ein paar Tage zum Baden an die Costa Brava bevor wir
uns auf den Heimweg machen.
Ich freue mich, dass ich euch mit meinen Berichten ein bisschen an der Tour teilhaben lassen konnte
und hoffe, es hat euch gefallen.

Bis bald auf einer Offroadstrecke.
Liebe Grüße
Robin und der G

VLG Robin und der G


Unterwegs ist Robin und sein G mit dem 4×4-Offroad-Tourenbuch „Geisterdörfer“.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Andre

    Hallo Robin,
    weißt du noch, welche der Strecken gesperrt waren/sind?
    Wir wollen im Oktober auf Geisersuche, allerdings bedingt durch die Reiseplanung und -zeit vorab ausgewählte Strecken abfahren. Es wäre ja blöd, wenn wir dann eine Tagestour starten, dafür eine längere Anfahrt in Kauf nehmen und dann unverrichteter Dinge nicht weiter können.

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