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Offroad Reifen für Land Rover Defender
Der lila Pistenlandy

Offroad Reifen für Land Rover Defender

Einen Offroad Reifen für Land Rover Defender zu finden sollte doch nicht so schwer sein, oder?

Unser Defender TD4 war mit der Original Bereifung in der Größe 7.50R16 ausgerüstet.
Bei einem Geländefahrzeug hat der Reifen eine Schlüsselposition für eine gute Off-Road Performance, denn er ist das Bindeglied zwischen Gelände und Fahrzeug.
Die Originalreifen sind sicherlich nicht schlecht und zig tausend Land Rover und Land Cruiser kurven in den hintersten Ecken der Welt mit dieser Größe umher, doch wer wirklich Fahrspaß, Sicherheit und eventuell auch anspruchsvolles Gelände angehen will, kommt um eine Umbereifung nicht herum.
Und dann beginnt die Qual der Wahl.
Der Reifen sollte möglichst groß sein, also einen großen Durchmesser haben.

Und damit kauft man sich eine Reihe Nachteile ein.
Damit ist der Reifen schwerer, belastet Radlager und Radaufhängung stärker.
Motordrehmoment und Bremsleistung nehmen gefühlt ab.
Unter Umständen ist eine Höherlegung erforderlich, damit die Räder in die Radkästen passen und damit unter Umständen geänderte Kardanwellen mit größerem Beugewinkel nötig. So kann die gute Idee schnell teuer werden.

Für unsere Ansprüche und Einsatzbedingungen (Reisefahrzeug mit hohem Offroad-Anteil in Sand und Schlamm) ist die Größe 285/75R16 meines Erachtens ideal. Doch dafür sind Felgen nötig, die es nur als teure Alufelge gibt. (Nach meinem Kenntnisstand.)
Daher kommen aus Kostengründen nur die Größe 255/85R16 oder 265/75R16 in Betracht.
Der 255/85R16 hat im Vergleich zum 265/75R16 eine höhere Flanke und bietet damit mehr Reserven um den Reifendruck im Gelände zu reduzieren. Zudem ist er etwa 5% größer und bietet 2 cm mehr Bodenfreiheit.
Die Nachteile sind natürlich auch klar: Theoretisch höhere Belastung und Verschleiß des Antriebsstranges (Kupplung, Getriebe, Wellen), höhere Belastung und Verschleiß der Radlager und Radaufhängung, wobei die Größen von Land Rover frei gegeben sind und somit die Mehrbelastung laut Hersteller in der Praxis kein Problem darstellt, Höherlegung etc. Und die Größe ist nicht so verbreitet wie z.B. 265/75R16 oder 285/75R16 und damit evtl. Ersatz teurer und aufwändiger in der Beschaffung.

Nun gut, die Entscheidung ist getroffen, es wird die Größe 255/85R16 montiert.

Als Felge wählte ich die Original Land Rover Felge, ANR4583PM, auch als Wolf-Felge bekannt, die zwar optisch nicht so gut aussieht wie die Felgen von EVO Corse, aber dafür mit knapp 90,- Euro besser ins Budget passen. Auf diese Felge lassen sich auch die Größen 235/85R16 und 265/75R16 montieren.

Offroad Reifen für Land Rover Defender

Offroad Reifen an einem Jeep Rubicon

Offroad Reifen TOYO Open Country an einem Jeep Rubicon

Als Reifen kamen eigentlich nur zwei Varianten in Frage.
Zum einen der BFGoodrich Mud-Terrain T/A KM2
und der TOYO Open Country M/T.

Beide Reifen haben ein Profildesign mit großen Blöcken und tief eingeschnittenem Profilmuster. Damit haben beide Reifen eine hervorragende Selbstreinigung, was besonders in Morast und sumpfigen Wiesen Vorteile bringt. Beide Reifen bieten sehr gute Leistungen bei der Überwindung von Hindernissen und sind außergewöhnlich robust, auch beim Fahren mit reduziertem Reifendruck.

Freunde fuhren die Transafrika mit zwei fast identischen Fahrzeugen, der eine mit TOYO-Reifen, der andere mit BFGoodrich. Beide hatten keine Ausfälle, der Reifenabrieb des TOYO Open Country war minimal höher, was wohl an der weicheren Gummimischug gegenüber dem BFGoodrich liegt, dafür ist der Toyo auch etwas leisert. Der TOYO Open Country ist aber rund 20-30% günstiger und so war der Preis letztendlich für mich kaufentscheidend.

Also bekommt der Pistenlandy vier neue Toyo Open Country in der Dimension 255/85R16 auf einer „Wolf“-Felge.

Die Wolf-Felgen gibt es hier:
https://shop.4ward4x4.de/land-rover-wolf-felge-6-5×16.html

 

Offroad Reifen für Land Rover Defender

Eine Übersicht der genannten Größen

Größe Breite in mm Durchmesser in mm Umfang in mm Reifen-angebot
235/85R16 235 806 2458 +++
255/85R16 255 840 2562
265/70R16 265 778 2373 +++++
265/75R16 265 804 2452 ++
275/70R16 275 792 2416 +
285/75R16 285 834 2544 +

 

TOYO Open Country MT

Flankenprofil am Offroad Reifen TOYO Open Country MT

Offroad Reifen mit Flankenprofil

Am Offroad Reifen des TOYO Open Country ist das Profil an der Flanke fortgeführt. Dies bietet einen zusätzlichen Schutz beim Fahren mit reduziertem Luftdruck und vor allem ein Anprallschutz in steinigem und felsigem Gelände. 
Der große Vorteil kommt jedoch auf weichen, morastigem Untergrund zum Tragen. das Seitenprofil gibt zusätzlichen Grip, wenn der Reifen in den Schlamm einsinkt. Ebenso ermöglicht das Flankenprofil Spurinnen in feuchten Wiesen oder auf Waldwegen leichter zu verlassen.
Ein ausführlicher Praxisbericht zum Reifen erscheint im Spätherbst, wenn wir die Offroad Reifen am Land Rover Defender in in den schlammigen Wäldern Rumäniens getestet haben.


Offroad Fahrtraining-DVD

Offroad Fahrtraining-DVD

Mehr zum Offroad fahren findest du auf unserer DVD “Offroad Fahrtraining” im Pistenkuh-Shop

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 3 comments

  1. Roland

    Hallo,
    mein 11 Jahre alter Defender TD4 hatte noch nie größere Reifen als 235/85R16. Ausschlaggebend war die Ersatzteilbeschaffung. Versuche mal in Afrika etwas anderes als Geländereifen in 235 zu bekommen. In Zagora habe ich im letzte Jahr mitbekommen, dass ein Toyo-Fahrer unbedingt einen speziellen Reifen nachkaufen wollte. Der kam zwar per Express aus Europa, kostete aber ein Vermögen incl. Versand und Zoll. Ein 235er wäre vorrätig gewesen…
    Aus dem Grund, und dem geringeren Verschleiß des Fahrwerks, fahre ich 235er. Ich war damit in Island im Hochland auf den meisten Pisten unterwegs und auch in den Sanddünen des Erg Chebbi und Erg Chegaga. Früher fuhr ich BF Goodrich All Terrain, jetzt Cooper ST Max (All Terrain). Mud Terrain hatte ich mal an meinem Discovery, von Fulda. Waren nur laut und auf Wellblechpisten, gefahren mit 70-80 km/h, bin ich viel schneller ins Driften geraten als mit All Terrain.
    Wenn Du viel im Schlamm wühlst ist sicher der Mud Terrain nötig, für Reisen würde ich jederzeit wieder zum All Terrain greifen!
    Gruß
    Roland

  2. Michael

    Bei euren neuen Reifen erhöht sich der Umfang gegenüber der Serienbereifung um 4%. Demnach dürfte euer Tacho bei 100 km/h nur noch 96 anzeigen. Bei Abweichungen > 3% ist üblicherweise eine Tachoüberprüfung, -angleichung, TÜV-Abnahme und Eintragung im Fahrzeugpapiere erforderlich.
    Dieses Procedere kann ganz schön nerven.
    Allerdings ist Bodenfreiheit im schwierigen Gelände durch nichts zu ersetzen. Dafür muss man halt ein paar (finanzielle) Opfer bringen und auch Ersatzräder mit der größeren Bereifung anschaffen.

  3. Christian Weinberger

    Ich hatte für Südamerika ebenfalls die 255er auf der Wolffelge montiert, aber nach 2 Jahren Mangels Verfügbarkeit des 255er in Südamerika schließlich auf 285/75/16 gewechselt. Hab mich mit dieser Kombo sehr wohl gefühlt, in Österreich leider keine Eintragung möglich, da dieser Reifen eigentlich zu breit für die Felge ist. Fazit nach bisher 85000 km auf allen Untergründen mit teilweise sehr hartem Einsatz – Problemlos. Der Reifen steht auch nicht über den Kotflügel raus. Wer außerhalb des Tüv Geltungsbereichs unterwegs ist, kann diese Kombi bedenkenlos montieren. Fahrwerk mit 5 cm Höherlegung mit Doppelgelenkwelle, diese hatte laufend Schwierigkeiten gemacht, wichtig im Gelände sehr oft abschmieren. Bei Höherlegung sollte man beachten, das man nicht nur Dämper und Federn, sondern auch umliegende Bauteile beachtet. ich hatte vorne die Nachlaufkorrektur, hinten waren die Längsstreben original, durch den veränderten Winkel hatte ich erhöhten Verschleiß der vorderen Gummilager, ein Freund fährt die gekröpften, da die Gummis dann wieder gerade anliegen, weniger Verschleiß. Radlager hatte ich bisher (besitze den Landy seit 2009) einmal an der HInterachse tauschen müssen, Fahrleistung des Landy bisher 245000, davon 120000 in Südamerika. Antriebswellen und MItnehmer ebenfalls einmal getauscht an Hinterachse, alle Achsgummis waren mehrfach hinüber. Generell erhöhte Belastung Hinterachse durch das sehr hohe Gewicht. Ich hatte auch einige Reifenpannen in Südamerika, sowohl an 255er wie 285er, ausschließlich bei Fahren mit reduziertem Reifendruck.

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