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Expeditionsmobile bis 3,5 Tonnen

Hymer ML-T 4×4 – Wohnmobil mit Allrad

Lieber Burkhard, wir brauchen deinen Rat in Bezug auf ein Hymer ML-T 4×4 Wohnmobil. Wir möchten ein Allrad Motorhome kaufen, kein Expeditionsfahrzeug wie Ihr es habt ( zu teuer ), aber ein Allrad mit genügend PS und hohem Radstand, für Touren wie Ihr die jetzt macht, Karelien, oder weiter bis Sibirien.

Ich fand da mehrere Homepages, aber keine Ahnung was gut und gerechtfertigt ist.

Am Anfang, total keine Ahnung, dachte ich der Hymer ML-T 580 Allrad tut es für uns Gelegenheitstourer, dann dachte ich 148 PS für 3,5 Tonnen, das ist viel zu wenig!!!

Bitte, wenn du Zeit hast, lass mich doch bitte einen oder zwei Links wissen wo man ein Allradmotorhome das Gravel, Sandpisten, Schlammpisten ab kann, erstehen kann. Es braucht nicht completely OFF Road zu sein, also Dünen, tiefes Wasser, etc., sollte aber genug Kraft haben um eine schlammige Piste zu befahren.

Was denkst Du über den Hymer ML-T 580 Allrad mit 148 PS für zwei Personen wie uns?

Allradwohnmobil Hymer ML-T 4x4

Allradwohnmobil Hymer ML-T 4×4

Meine Meinung zum Hymer ML-T 4×4

Ein Wohnmobil wird durch Allradantrieb nicht zum Expeditionsmobil. Reisen abseits der Touristenströme, findet überwiegend auf Schotterwegen oder Erdstraßen statt. Dafür ist nicht unbedingt Allradantrieb erforderlich, aber ein stabiler Möbelbau.
Für Reisen in tiefe Wüstengebiete, Dschungeldurchquerungen oder steinige Gebirgspässe braucht es mehr als einen Allradantrieb. Hier zählen manchmal sogar Bodenfreiheit, kurze Überhänge und robuste Technik mehr als der 4×4 Schalter am Armaturenbrett.
Und hier sehe ich den Schwachpunkt beim Hymer ML-T 4×4. Im Kern bleibt es ein Wohnmobil.

Sieht man sich seine Abmessungen an, wird klar, mit einer Länge von fast sieben Metern und einem Hecküberhang von knapp zwei Metern ist die Offroad-Tauglichkeit ganz schön begrenzt.
In der Basisversion als 3,5 Tonner ist er zwar mit dem Führerschein der Klasse „B“ zu fahren, verfügt dann aber kaum noch über ausreichende Zuladung, die lange autarke Reisen abseits der Versorgungsmöglichkeiten erlaubt.
Eine Auflastung auf 3,8 oder besser 4,2 Tonnen ist sinnvoll. Weiter wäre mir ein Untersetzungsgetriebe wichtig und die Motorisierung mit 163 PS.

Mit ein paar Kreuzchen auf der Ausstattungsliste kommt man schnell an 80.000 Euro. Viel Geld für ein Wohnmobil, aber es wäre ein Schnäppchen für ein pistenfestes Expeditionsmobil.

Hätte ich eine Summe von 80.000 Euro zur Verfügung und wollte ich ein Expeditionsmobil haben, das den Namen auch verdient, würde ich mich auf jeden Fall im gebrauchten Allrad-LKW Bereich umsehen oder noch ein paar tausend Euro draufpacken und mir von einem Expeditionsfahrzeugbauer meine individuelle Lösung auf einem Allrad-Sprinter (wenn es unbedingt ein Mercedes sein muss) bauen lassen. Dabei könnte man sogar das Untersetzungsgetriebe von Daimler ordern.  

Ich denke, die Zielgruppe des Hymer ML-T 4×4 sind Wohnmobillisten, welche die zusätzliche Sicherheit des Allradantriebes im Winter auf verschneiten Straßen brauchen oder mal für einen kleinen Abstecher das Asphaltband verlassen wollen, um z.B. einen einsamen Übernachtungsplatz zu erreichen. Die Offroad-Expeditionsreisenden hat Hymer mit dem Allrad ML-T  wohl nicht im Visier gehabt.

Einen Fahrzeugtest zum Hymer ML-T 4×4 findest du hier:

http://www.auto-motor-und-sport.de/fahrberichte/hymer-ml-t-580-wohnmobil-wintercamping-test-11624814.html

Wohnmobil mieten

Wer jedoch an den Kauf eines Hymer ML-T 4×4 denkt, hat einen großen Vorteil: Die Raumaufteilung und das Wohnkonzept sind baugleich mit den „normalen“ Wohnmobilen der Baureihe ML-T 560 und 580 des Herstellers.
So kann man vor dem Kauf der Allradvariante zum Beispiel ein Hymer-Wohnmobil ML-T 560 mieten und auf einer Urlaubsreise ausgiebig den Reisealltag testen.
Über schlechtes Wetter braucht man sich dann nicht ärgern, denn gerade bei Dauerregen über mehrere Tage zeigt sich, ob Platz und Lüftungssysteme ausreichend sind.
Mit den auf der Reise gewonnenen Erkenntnissen lässt sich die Entscheidung kostengünstig absichern. 
Auch wenn die Entscheidung nicht zum Kauf eines standardisierten Wohnmobils führt und man doch den Selbstbau oder ein maßgeschneidertes Mobil vorzieht, sind die gewonnenen Erfahrungen ein guter Gegenwert zum Mietpreis.
Wohnmobile mieten kann man z.B. hier: Erento 

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Peter Gräubig

    Hallo.

    Wie Burkhard schon schrieb, ist und bleibt es ein Wohnmobil und wird sich dementsprechend einfach totrütteln, sobald der Asphalt endet. Damit bis nach Sibirien? Da kann ich euch eine Garantie geben, dass ihr diesen Urlaub nie wieder vergessen werdet!…

    Mein Rat:

    Buch “Ulrich Dolde – Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren” = 63.95€
    2 x LKW-Führerschein = 6.000€
    Halle mieten und Werkzeug anschaffen = 5.000€
    Brauchbaren Allrad LKW kaufen = 15.000€
    Umbau/Aufbau/Ausbau = 40.000€

    Für grob überschlagen 66.000€ habt ihr dann ein Wohnmobil, dass all euren Anforderungen gewachsen ist, ihr frei nach euren Wünschen gestalten und ausbauen konntet und habt sogar noch ein paar Tausend Euro übrig, mit denen ihr dann euer Schätzchen auf einer ausgedehnten Reise testen könnt. 😉

    LG Peter

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