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Sicherheitslage in Marokko
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Sicherheitslage in Marokko

Wie ist die Sicherheitslage in Marokko nach dem 7. Oktober, dem Angriff der Terroristen auf Israel?
Kurz gefasst kann man sagen, es ist wie immer.

Vor ein paar Tagen waren wir in Zagora, besuchten Freunde, die wir seit Jahren kennen wie z.B. den Autoschnitzer oder Abdoul in seiner Werkstatt.
Im Cafe trafen wir Abdrahim, der Wüstentouren und Kamelritte in den Erg Chegaga organisiert.
Das Geschäft läuft dieses Jahr nicht optimal, er hat rund 20-30% weniger Buchungen als zu dieser Jahreszeit üblich. Als Grund vermutet er zwei Ereignisse. Zum einen das Erdbeben am 8. September 2023 und zum anderen den Israel-Gaza-Krieg.
„Das Erdbeben hat uns in Zagora nicht betroffen, doch viele unserer Pauschalreise-Kunden, die für ein paar Tage zu uns in die Wüste reisen, kommen aus Marrakesch. Dort haben die Reiseveranstalter und Hoteliers Buchungseinbußen, weil viele Touristen befürchten, die Hotels seien beschädigt oder werden als Notquartiere genutzt. Dabei ist es nicht so, unser Geschäft könnte ganz normal laufen, doch gegen die Angst, auf Komfort zu verzichten, können wir nichts machen.“
(Info Erdbeben Marokko 2023)

Ich hatte das Erdbeben und die Auswirkungen auf den Tourismus schon gar nicht mehr auf dem Schirm, weil wir als Individualreisende keinerlei Auswirkungen bemerkten.
Sein an zweiter Stelle genannter Grund war mir schon plausibler. Nach dem Überfall der Hamas-Terroristen auf Israel tat sich das offizielle Marokko schwer mit einer klaren Positionierung und einer Verurteilung der Morde, Entführungen und verübten Gräueltaten.
In Europa sahen wir Bilder von Pro-Palästina-Demos in Rabat und Casablanca im Fernsehen. Nun ist das Demonstrationsrecht eine der Säulen der Demokratie und uns Europäern nicht fremd, dennoch führten diese Bilder und das Schweigen (oder die nicht gehörte Positionierung) der Regierung zur Verunsicherung.
Abdrahim meint: „Ich bin draußen in einem Zelt bei Mhamid geboren, kenne die Nomaden genau. Niemand wird hier aus politischen oder religiösen Gründen einem Gast auch nur ein Haar krümmen.
Das ist draußen in der Wüste so, in Zagora genauso und ich denke in ganz Marokko. Die Touristen, die Marokko kennen und schon öfter bei uns waren, kommen auch jetzt, aber wer noch nie in Marokko war, der bucht im Moment nicht.“

Zu Beginn unserer Reise waren wir ein paar Tage in Rabat, besuchten Freunde die dort beruflich abgeordnet sind und relativ gute Informationen über die Sicherheitslage in Marokko haben.
Natürlich war der 7.Oktober und die Auswirkungen auf den Tourismus in islamischen Ländern Gesprächsthema. Unser Freund sagte: „Mir ist keine politisch motivierte Straftat auf Touristen bekannt, die über das Zeigen des Stinkefingers hinaus ging. Ich würde Touristen raten, dass Gespräch nicht auf das Ereignis zu lenken und vielleicht generell bei politischen und religiösen Themen zurückhaltend zu sein.“

Bevor ich diese Zeilen geschrieben habe, telefonierte ich noch mal mit unserem „General“, zu dem wir immer noch sporadisch gegenseitig Kontakt halten und Neuigkeiten austauschen. „General“ nenne ich ihn, weil er viele Orden an seiner Uniform hat und zur Coronazeit die Entscheidung traf, dass wir den Lockdown in Freiheit in der Wüste verbringen konnten. Seinen genauen Dienstgrad kenne ich nicht.
Im Telefonat bestätigte er, dass es keinen einzigen Vorfall gab, der wegen dem Gaza-Krieg gegen Touristen oder Reisende gerichtet war. Kurz nach dem 7. Oktober gab es eine „Ansprache“ an alle Sicherheitskräfte und Verantwortliche im Land, in der die Polizei nochmals auf ihre Verantwortung für Sicherheit der ausländischen Touristen sensibilisiert wurde. Das führte wohl dazu, dass es teils zu Übereifer kam und Freies campen in einigen Regionen nicht mehr geduldet wurde. Inzwischen hat sich die Anspannung auf Seiten der Sicherheitskräfte gelegt und das Reisen ist so möglich, wie man es in Marokko kennt.

Mein persönlicher Eindruck: Marokko ist sicher. Es spricht nichts gegen eine Reise, egal ob individuell mit dem Camper oder pauschal organisiert.


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This article has 9 comments

  1. Jochen

    Das ist gut zu hören, obwohl wir uns keine Gedanken machen. Wir werden in ca. 1 Woche nach Marokko übersetzen. Auch haben wir von der Reisewarnung gelesen, aber davor wir ja schon lange gewarnt. Wir werden mit unserem Wohnmobil ca. 3 Monate dort bleiben und die Kultur kennenlernen.

  2. Christian Hennek

    Ist nicht verkehrt, wenn man als Tourist die drei Themen Politik, Religion und Sex möglichst vermeidet. Fussball ist als Gesprächsthema dagegen super, aber da weiss ich immer zu wenig. LG Chris

  3. Omar Miftah

    Marokko ist nicht nur das schönste Land der Welt, sondern auch eines der sichersten Länder der Welt, sodass Sie jederzeit und überall hinkommen können, ohne Schaden zu nehmen. Es reicht aus, dass ein Jude ohne Angst mit seiner Kippe von Nord- nach Südmarokko reisen kann, und es ist das einzige Land auf der Welt, in dem Juden nach der Thora heiraten (Familienrecht). In jeder Stadt gibt es jüdische Einrichtungen, und sie wurden nie beschädigt, auch wenn sie jahrelang verlassen blieben
    Viele der reichen und berühmten Menschen der Welt laufen als normale Bürger durch Marokko, weil sie sich sicher fühlen und sich nicht wie Ausländer fühlen. Einige von Ihnen haben ihre Kinder Morocco benannt , wie Mary Carey und Mike Taisen…

  4. Pascal

    Guter Bericht, aber was ist von dem Bericht vom 29.12.2023 zu halten: Plötzlich wird der Traumurlaub zum Albtraum.

    An der Strandpromenade von Agadir in Marokko genießen drei Passanten ihren Urlaub, als sie plötzlich brutal attackiert werden. Der Täter ist für die Polizei kein Unbekannter.

    Liebe Grüsse Pascal.

    PS: wir standen in Algeciras, in der Schlange um auf die Fähre zu gelangen, als wir diese Meldung laden. Meine Frau wollte nicht mehr auf die Fähre. So haben wir Sylvester in Cadiz, anstatt in Agadir verbracht.

    • Burkhard Koch

      Der Überfall in Agadir war ein ganz normaler Überfall, nicht politisch oder religiös motiviert. Überfälle sind in Marokko eher selten. Ich persönlich halte ein Überfall an der spanischen Küste für wahrscheinlicher als in Marokko. Vermutlich wart ihr Sylvester in Cadiz in höherer Gefahr überfallen zu werden als in Agadir.

    • Peter Zimmermann

      Ich war schon 2x in Marokko und bereite gerade eine 4-wöchige Motorradtour dorthin vor. Abgesehen von der landschaftlichen Schönheit und deren Abwechslungsreichtum, habe ich mich noch nirgends so sicher gefühlt wie ebenda. Selbst abends am Jemaa el-Fnaa in Marrakesh trotz der Menschenmassen.
      Montenegro bot mir auch ein ähnliches Gefühl von Sicherheit und unglaublicher Gastfreundschaft wie sonst nirgends in Europa.
      Leider ist das der Fluch der (un)sozialen Medien, die einzelne Fälle aufgreifen und durch vielfaches Weiterteilen Angst erzeugen. WhatsApp, Facebook und Co hetzen, verbreiten Angst und spalten (siehe COVID). Daher habe ich mich davon schon vor Jahren verabschiedet und nutze die Zeit in der Natur, beim Sport oder am Motorrad. Mir gehen diese Sachen nicht ab! Mit Familienmitgliedern und Freunde verabrede ich mich und verbringe die Zeit, die ich sonst mit diesen Medien versch….. würde, lieber im persönlichen Gespräch.
      Liebe Grüße
      Peter

  5. Martina Bergmann

    Ich war zu der Zeit in Agadir,wenn die Attentatbilder nicht auf Facebook gewesen wären,hätten die meisten Leute dort gar nichts davon gewusst.ich habe mich als Alleinreisende Immer und überall sicher gefühlt.jederzeit wieder!

  6. Gabi und Ulli

    Mit grossem Interesse lesen wir seit einem halben Jahr jeden Kommentar über Marokko oder Touren nach und um Marokko herum. Momentan befinden wir uns das erste Mal auf unserer Reise in das wunderschöne Land. Ich bin selber in Afrika so gut wie aufgewachsen. Ich bin mein Leben lang, auch als Frau alleine, viel und weit gereist. Ich habe noch nie Angst gehabt, weder im Auto zu übernachten, oder oder als Wohnmobilist irgendwo wild zu stehen. Im Gegenteil erlebe ich negative Dinge leider nur in Europa und selbst dann möchte ich behaupten, sind wir es in der Regel auch noch selber schuld, wenn uns etwas schlimmes passiert. Selbstverständlich bin ich schon beklaut worden. Gerade jetzt vor einer Woche aus eigener Dummheit auf einer französischen Raststätte. Ja, ich höre schon die Unkenrufe: Man weiss doch, dass man auf einer Raststätte in Frankreich, in Spanien, in Italien, in Polen….bla, bla, bla, nicht stehen bleiben darf und übernachtet. Nun, das bedeutet aber im Rückschluss, dass auch hier alle Polen, Italiener etc pauschal in einen negativen Topf geworfen werden und unsere Vorväter/mütter der 50/60Jahre total falsch gelegen haben, als sie die ersten südlichen Länder mit uns Kleinkindern in den Sommerferien besucht haben. Auf der ganzen Welt gibt es schwarze Schafe, die haben nie etwas mit einer generellen Vorverurteilung der entsprechenden Nation zu tun. Wer weiss, wer uns in Frankreich bestohlen hat. Ich bin mir sicher, derjenige würde uns unser Eigentum wiedergeben wenn er uns in die Augen sehen könnte und darüber informiert würde, welche Probleme wir durch den Diebstahl haben. Wir würden ihm das bisschen Geld lassen, aber wir hätten wenigstens unsere Papiere zurück. Und das ist nicht erst in Marokko oder sonst wo in der Welt passiert, nein in meinem geliebten Frankreich. Ulli, dessen Jacke es war, meinte als ersten Hinweis: Das waren keine Franzosen. Nein, man darf nie die Bevölkerung einer Nationalität für einen persönlichen Schaden verantwortlich machen. Dann dürfte man sich auch zu Hause nicht mehr nach draussen trauen. Da finden nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung die meisten Verbrechen statt, ist man doch dort auch die meiste Zeit auf der Straße. Es sei denn man geht nicht vor die Türe und wartet nur auf seinen Negativpartner zufällig dann in Marokko. Denn irgendwann muss man auch mal mit solchen Erfahrungen konfrontiert werden. Das ist meine Einstellung und auch meine eigene Erfahrung. Natürlich wünscht man sich das nicht als Dauerbestandstest und auch nicht als direkter Todesstoß! Aber mal ehrlich und auch zynisch ausgedrückt: Ist es nicht besser, wenn sein eigenes Stündlein geschlagen hat, an der Courniche von Agadir umzukommen, als im Pflegebett einer Dauereinrichtung unter Fremdbestimmung?
    Wir freuen uns auf das Abendteuer“Marokko“.
    Gabi und Ulli von der Sieg

  7. Henry

    Hallo an alle Schreiber*innen,
    mit Interesse habe ich die Beiträge gelesen. Überraschungen, angenehme wie unangenehme, gehören dazu, wie im Heimatstädtchen genauso. Man wird Zuhause oft mehr mit „Mist“ konfrontiert, als unterwegs. Räubereinen in Frankreich oder Spanien sind nicht selten ausländisch Gangs, die mit Sat-Funk+Phone genau abpassen, wo man gerade ist und was man klauen könnte. Aber das Verhältnis ist ziemlich genau 2:500.

    Ich möchte 2024 im Herbst (Okt-open end) mit dem Motorrad nach Marokko, vielleicht auch weiter nach Mauretanien, das kommt drauf an, wie ich drauf bin. Angst habe ich nicht, aber Respekt. Ich möchte nicht in einer Gruppe losfahren, eher lieber unterwegs schauen, wer unterwegs ist und man Etappen gemeinsam bestreitet. In organisierten Gruppen gibt es mir zu viele Meckerer (Frühstück, Kaffee, Matratze und was verwöhnten Menschen alles so einfällt).

    Soweit ich weiß, bekommt man das Visum für Mauretanien direkt an der Grenze, eine Botschaft gibt es ja hier in D nicht. Bzgl. Marokko scheint vieles safe zu sein, man muss halt auf sein Zeug aufpassen, aber das muss ich in DACH auf dem C-Platz auch.

    Ich bin sehr gespannt, was diese Reise in sich trägt, was ich erleben werde und wie ich mit Sand, Wind+Wetter zurecht kommen, denn im Zelt ist es ja nochmal was anderes als in einem Exped-Mobil… aber zum Erholen werde ich sicher auch das eine oder andere Riad ansteuern.

    Danke für eure lehrreichen Beiträge, liebe Grüße von
    Henry
    ————–

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