Toyota Land Cruiser HZJ
Spanien - Pyrenäen

Offroad auf Schmugglerpfade in den Pyrenäen

Es muss wohl mehr als 25 Jahre her sein, 1993 oder 94, als wir das erste Mal alte Schmugglerpfade in den Pyrenäen befuhren. Ich erinnere mich gut, unser altes rostiges Wrack kämpfte sich über Schotterwege in die Höhe und ermöglichte uns weite Blicke nach Spanien. Abends saßen wir mit einer Flasche billigem Wein auf dem Dach und warteten auf den Großen Wagen am Sternenhimmel. Die Erlebnisse blieben in Erinnerung, ebenso die Idee, mal mit mehr Zeit und einem geeigneten Fahrzeug, das rostige Wrack war ein Ford Transit, in diese Bergwelt zurück zu kehren und die vielen kleinen Schotterpisten zu erkunden.
Als dann Zeit und Möglichkeiten gegeben waren, folgten wir dem Ruf des Abenteuers in ferne Länder, den Pyrenäen fehlte der Thrill den wir suchten.
Die Pyrenäen konnten warten, doch dieses Jahr ist es so weit. Unser Steyr 12m18 ist für die schmalen Gebirgspisten zu schwer und zu breit, das ist klar, nicht nur, aber auch deswegen haben wir einen Land Rover Defender 110 ausgerüstet, um endlich den alten Offroad-Traum zu verwirklichen: Ohne Zeitlimit mit dem Geländewagen die steinigen Bergpisten zu erkunden, offroad einen großen Teil der Schmugglerpfade der Pyrenäen zu erforschen.
Die beste Reisezeit für eine solche Unternehmung ist der Sommer, ab Ende Mai sollten die Wege auf die Gipfel schneefrei sein. So werden wir Ende Mai drei Zargeskisten mit Klamotten in den Pistenlandy stellen, das Dachzelt montieren und die Fotokiste auf die Rückbank schnallen. Wir reisen mit wenig Gepäck, einfach und leicht soll die Reise und auch der Defender für die Offroad-Erkundungen sein.

Unsere Recherchearbeit füllt bereits die virtuellen Ordner. Verlassene Klöster in den Wäldern, Geisterdörfer und Hexenhöhlen, die nur über einen 120 m langen, gegrabenen Tunnel zugänglich sind. Tollkühn angelegte Schmalspurtrassen, Blauschimmelkäse, kreisende Geier und natürlich jede Menge Offroad-Strecken, die die Grenze zwischen Spanien und Frankreich queren.
Angelegt und genutzt wurden die Schmugglerpfade in den Pyrenäen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die Pyrenäen bildeten einen natürlichen Puffer zwischen den napoleonischen Truppen und den Spaniern. Andorra war in dem Krieg zwar offiziell neutral, aber die Bewohner transportierten alle möglichen (illegalen) Güter zwischen den verfeindeten Ländern und auch der Waffenschmuggel war gut organisiert.

Auf diese Weise entstand ein Netz von Straßen und Wegen, die teils verfallen, teils gesperrt aber auch noch von Abenteurern befahren werden.
Unser Ziel ist es nicht Waffen zu schmuggeln, sondern eine zusammenhängende Strecke durch Täler und Höhen zu finden, die die kleinen Dörfer verbindet, offroad natürlich.

Wir wollen die Pyrenäen auf diesen alten Spuren überqueren und so vielen unbefestigten Wegen wie möglich folgen, beginnend am Mittelmeer über Andorra und weiter nach Westen bis zum Atlantik.

Hast du Lust, im Sommer virtuell mit uns Offroad auf Schmugglerpfade in den Pyrenäen unterwegs zu sein? Wir freuen uns darauf.


Zur Vorbereitung dient uns unter anderem Das Buch “wild swimming Spanien” das bei uns im Shop erhältlich ist.

Buch ansehen 

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 6 comments

  1. Rasta

    Hallo Ihr beiden,
    da wünsche ich Euch doch gleich mal viel Spaß bei Eurem Vorhaben. Klingt nach einem schönen Abenteuer. Ich hoffe mal dass aus der Reise wieder ein feines (Off)Roadbook entsteht. Der erste Kunde wartet auf jeden Fall schon drauf 😉
    Ich wünsche Euch eine tolle Reise und natürlich immer ne handbreit Platz unterm Diff.
    Der Rasta von den Trail-Punks

  2. Kai

    Genau mein Ding!

    Aaaaaaber…
    1) habe ich leider ein sehr strenges Zeitlimit.
    2) mein Bulli kann zwar viel, aber 4×4 ist er trotzdem nicht.

    Bin gespannt auf eure Tracks, und vielleicht ist ja doch der eine oder andere dabei, der auch ohne 4×4 geht 😉

    Cheerio

    der Kai

  3. Andreas Beuthien

    Hallo ihr beiden,

    da wünsche ich auch ich auch ein tolle Reise. Der Mai ist perfekt von der Jahreszeit her aber oft sind die Pisten noch nicht wieder in Stand gesetzt macht euch auf Bäume und abgerutschte Strassen gefasst.
    Ich habe so was ähnliches gemacht 2017. Wir sind vom Mittelmeer zum Atlantik gefahren aus so viel Pisten wie möglich. Leider war die Zeit zu kurz und wir sind fast jeden Tag gefahren und konnten es nicht richtig auskosten. Das schreit nach Wiederholung.
    Als Anregung für die Strecke haben wir uns an dem Roadbook Nr.- 5 von Vibraction orientiert, alles sehr genau beschrieben (https://www.vibraction.org/road-books/espagne/road-book-5) und auf meiner Seite habe ich ein paar Bilder (https://landysprinter.de/06-2017-von-west-nach-ost) veröffentlicht. Vielleicht ist ja auch was für euch dabei. Besonders zu empfehlen ist ein Abstecher auf den Turbón (GPS: 42°24’54.1″N 0°29’20.4″E)
    Wie geht es eurem Landy? Wenn er noch in Bühl steht ist er ganz in meiner Nähe.

    Viel Spaß und ich bin auf euren Bericht gespannt

  4. Petrec

    Moin Ihr!

    Schöööne Tour, die Transpyrenäenstrecke!!

    Evtl. Kreuzen sich ja die Wege! Bin so ab Mitte Juli dort(Beginnend in den Pyrenäen Oriental)unterwegs! (Mit Dachzelt und 4×4 und 23cm Luft unterm Diff😉)

    Ende Mai sind die Hochlagen eigentlich noch nicht schneefrei…und die Nächte können empfindlich frisch sein!….aber dafür gibt es ja heisse Quellen😅

    Wünsche euch ne tolle Reise…sehr vorausschauend dies mit einem kleinen Fahrzeug zu
    machen!
    Sonnige Grüsse Petrec
    Petrec der auch vor knapp 30Jahren mit einem Ford Turnier

  5. Anastass

    Jaja – die Schmugglerpisten in den Pyrenäen. *lach*

    Eigentlich gibt es um Andorra nur eine bestimmte Gegend, wo diese Pisten vorhanden sind. 😉
    Und historisch lebte eine ganze Region zur Franco-Zeit und kurz danach von diesem Schmuggel.
    Doch auch heute wird offensichtlich dieser “Grenzhandel” betrieben, was man allein schon daran erkennt, dass man häufig die Guardia Fiscal und Guardia Civil in einigen Teilabschnitten dieser Pisten antrifft.
    Euch viel Spass auf Euren Erkundungen.

  6. Karl

    Vor ~30 Jahren mit einer alten BME und noch älteren Militärkarten (bessere bekam ich damals nicht) erstmals in der Gegend unterwegs gewesen. Damals auf der spanischen Seite praktisch touristenfreie Zone, ziemlich menschenleer mit vielen verlassenen Dörfern. War eine meiner schönsten Touren. Empfehlung: Schaut euch mal San Victorian an (auch wenn das Kloster inzwischen teilweise restauriert ist. Toll fand ich auch die Treppenwasserfälle von Guaso und das verlassene Bergstädtchen Aramunt.
    Viel Spaß – ich muss leider im Büro sitzen 🙁
    Karl

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