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Nahost

Jordanien – Wadi Rum – Petra

Wir sind in Aqaba (Jordanien) und stehen am Strand des Roten Meeres. In Sichtweite liegen die Hochhäuser von Israel, die Küste Ägyptens und Nachts sieht man die beleuchtete Grenzstation zu Saudi-Arabien.
Unser Stellplatz ist klasse. Jeden Tag kommt die Müllabfuhr und leert die Mülleimer und reinigt den Strand. Wasser und Stromanschlüsse sind kostenlos, ebenso die Duschen und Toiletten, die ebenfalls täglich gereinigt werden und wirklich sauber sind. Zudem stehen wir hier nicht allein, so ergeben sich viele Gespräche Abends am Lagefeuer oder bei unzähligen Kaffeerunden. Es macht richtig Spaß und wir wollen gar nicht mehr hier weg.
Spektakuläres erleben wir hier natürlich nicht, und so gibt es auch nichts aufregendes zu berichten. Dafür sind die Menschen, denen wir begegnen ganz interessant.
Aqaba
So zum Beispiel ein Lehrerehepaar aus Wetzlar, das in ihrem Sabbatjahr in einem Wohnmobil rund ums Mittelmeer fährt. Mehrere Abende sitzen wir zusammen, trinken Wein und kochen gemeinsam. Irgendwann werden wir gefragt, wie lange wir noch hier bleiben. „Warum“, frage ich zurück.
„Wir wollten schon längst weiter sein, wir sind nur hier, weil die Abende mit euch so schön sind. Wenn ihr aufbrecht, wollen wir auch los.“
„Genau das habe ich vor zwei Tagen zu Sabine gesagt, wenn die Lehrer aufbrechen, packen wir auch.“
Leider haben sie kein Allradfahrzeug, so können wir nicht gemeinsam ins Wadi Rum, aber in drei Wochen hat Thomas Geburtstag und dann werden wir uns irgendwo treffen.

Wadi Rum

Wadi Rum

DromedarTagelang fahren wir durch die grandiose Wüstenwelt des Wadi Rum. Laurenz von Arabien sammelte hier die Beduinenstämme hinter sich um die Türkenherrschaft zu beenden. Wir haben Glück, sind fast alleine unterwegs, denn die Mohamedkarikaturen lassen viele Pauschaltouristen zu Hause bleiben.
Wadi Rum

Petra

wir sind in Petra, jener weltbekannten Kulturstadt der Nabatäer. Von der Stadt ist nichts mehr zu sehen nur die Totenstadt mit über 3000 in den Sandstein gemeißelten Gräbern ist zu besichtigen. Wir betreten die Stadt durch eine tiefe und einige hundert Meter lange Schlucht.
Schatzhaus PetraDie Schlucht ist schon beeindruckend und plötzlich sehen wir die Säulen des Schatzhauses in der Sonne stehen. Zum Glück fotografieren wir digital, sonst hätte ich hier schon wieder ein grossteil meiner Filme verballert. Weiter geht´s zum Zentrum, den Königsgräbern und dem Theater. Der Sandstein hat unterschiedliche Farben. Von hellgelb über ocker bis tief rot. In den Gräbern sehen wir tolle Marmorierungen, sie sind schon ein eigenes Kunstwerk.
Wir wandern zwei Tage durch die Stadt, dann verschlechtert sich das Wetter. Es wird kalt. Das Thermometer sinkt nachts auf den Gefrierpunkt und auch tagsüber erreicht es die 10 Grad Marke so eben. Regen setzt ein. Wir finden einen schönen ruhigen Übernachtungsplatz in der wilden Berglandschaft unweit der antiken Totenstadt. Wir warten drei Tage auf besseres Wetter, aber die Wetterlage scheint stabil zu sein.

Wir sind übrigens nicht allein, in Petra haben wir Thomas und Christiane, das Lehrerehepaar aus Wetzlar, wiedergetroffen.
Die Beiden fahren angesichts des schlechten Wetters wieder zurück nach Aqaba, wo man wenigstens in der Sonne sitzen und im Roten Meer schwimmen kann.
Tote MeerWir fahren weiter zum Toten Meer. Das Tote Meer liegt ca. 400 Meter unter dem Meeresspiegel und Petra 1000 Meter darüber. Wir hoffen, durch die Höhendifferenz auf wenigstens warme Temperaturen.

Dänen sind unerwünscht

Normalerweise werden wir häufig nach unserer Nationalität gefragt. Jetzt ist es etwas anders. Man fragt nur ob wir Dänen seien oder nicht.
Für die Araber scheint die Welt nur noch aus Dänen und Nicht-Dänen zu bestehen. Immer wieder schaffen es selbst einfache Beduinen das Gespräch auf die aktuelle Politik zu bringen, obwohl wir das Thema gerne umgehen.
Grundsätzlich sind alle Dänen schlechte Menschen. Gotteslästerer, ungläubig, dumm. Denen würde man nie helfen, nicht mit ihnen sprechen. Man wird ihre Wirtschaft ruinieren indem man keine Butter mehr von ihnen kauft.
Auf mein Einwand, das nicht alle Dänen schlecht sind, das nur eine handvoll Redakteure die Entscheidung zum Druck der Zeichnungen getroffen haben wird erwidert: „Alle Dänen sind böse, es gab keine Demonstrationen des Volks gegen die Zeitung und somit steht das Volk hinter den Karikaturen.“
„Warum gab es keine Demonstrationen der Muslime nach dem 11. September 2001, warum jetzt nicht gegen die brennenden Botschaften, sind alle Muslime Terroristen ?“ war meine Gegenfrage.
„Hinter dem 11.September steht der Israelische Geheimdienst, die Juden haben den Anschlag verübt. Die brennenden Botschaften sind nicht wahr. Das wird in der westlichen Welt hochgespielt und aufgepuscht um Hass gegen die Muslime zu erzeugen.“
Erschreckend ist, dass nicht Einzelne dieser Ansicht sind, sondern ein Grossteil der Bevölkerung. Vom Viehhirten über die Händler auf dem Markt bis hin zum Polizisten.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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