freies campen
Marokko

Marokko – Freiheit, die Reise beginnt

Alles ist verstaut, Wasser vollgetankt, die Pistenkuh reisefertig. In Luxemburg bunkern wir knapp 800 Liter Brennstoff, ausreichend um bis in den Süden Marokkos zu kommen. Es ist die Testfahrt unseres neuen Reisefahrzeugs für die nächsten Jahre. Ein gebrauchter Steyr 12M18 des österreichischen Militärs, soll zeigen, dass er so zuverlässig und robust ist wie ein Deutz.
Wir meiden gebührenpflichtige Straßen, fahren daher nicht die Autobahn durch Frankreich, sondern meist gut ausgebaute Nationalstraßen. In Spanien sind die Schnellstraßen von Nord- nach Südspanien über Madrid autobahnähnlich ausgebaut und gebührenfrei, wir kommen schnell voran. Auf Teerstraßen bewährt sich der Steyr 12M18 gut. Das Fahren macht richtig Spaß.

Siehe: Fahrbericht Steyr 12M18.

Wir übernachten während der Anreise, wie auch sonst, „wild“, bevorzugen einsame Plätze im Wald oder ländlichen Gebieten. In etwa so wie hier in Frankreich kurz hinter Luxemburg.

Diebe gibt es überall

In Südspanien kennen wir ein paar freie Stellen am Strand an denen das „wilde“ campen (auch wochenlang) von der Ordnungsmacht toleriert wird. Die Plätze sind nicht ganz so einsam, denn auch andere wissen wo man gut stehen kann. Die Strände sind dennoch nicht ganz ungefährlich, Diebe gibt es überall. Als wir auf dem Platz westlich von Estepona ankommen fällt uns ein alter, gelber T3-Bulli auf. Wir parken mal daneben und laden Sabrina zum Kaffee ein. Sie ist Mitte zwanzig, hat gerade ihre Referendarzeit als Lehrerin für Geschichte und katholische Religion hinter sich und lässt sich jetzt erst mal mit ihrem Bulli durch die Welt treiben. Wenn das Geld knapp wird, wird sich irgendwo Arbeit finden und das Leben im Bulli ist nicht teuer. Eigentlich reist sie allein, hat aber zufällig im Norden Spaniens einen Australier, der durch Europa trampt, mitgenommen und eine Tramperin aus Dänemark. Seit drei Wochen reisen sie jetzt gemeinsam, aber zu dritt ist es bei Regenwetter schon ganz schön eng im T3. Wir glauben es sofort.

Nachmittags trifft ein weiterer T3-Bus ein. Moritz aus Österreich, Anfang 30 und ebenfalls alleine unterwegs, parkt vor uns, so dass sich ein U ergibt. Seit eineinhalb Jahren lebt er im Bulli und kurvt durch Europa. Die vier laufen zum Supermarkt, Wein und ein paar Kleinigkeiten fürs Abendessen besorgen. Wir haben keine Lust, unsere Vorräte sind gut gefüllt und ich will endlich mal meine Festplatte sortieren und aufräumen. Zwei Stunden später sehen wir die vier zurückkommen, und winken ihnen zu. Moritz schließt die Schiebetür auf und wird hektisch. Alles ist durchwühlt. Kameraausrüstung mit wertvollen Objektiven gestohlen. Wert: Mehr als 4.000 Euro.
Bei weiterer Untersuchung stellen wir fest, dass das Schloss der Fahrertür geknackt wurde. Wir standen keine fünf Meter entfernt und haben nichts mitbekommen.

Team Ferdinand

Zwei Tage später treffen wir uns westlich von Tarifa mit Stefanie, Stefan und Lotta. Die drei sind mit ihrem Mercedes 508 auf dem Weg nach Marokko. Wir kennen uns schon lange und das Treffen war mehr oder weniger zwanglos geplant. Für alle, die sich für die Reiseerlebnisse von Team Ferdinand, Ferdinand heißt ihr 508, interessieren, geht es hier zur Webseite. www.team-ferdinand.de
Auch hier gibt es einen großen Strandabschnitt an dem wildes campen geduldet wird. Wegen des guten Windes ist es der Platz der Surfer und Kiter. Von hier kann man bei guter Sicht rüber nach Marokko gucken. Am nächsten Morgen bilden die gelb-orange leuchtenden Wolken ein schönes Fotomotiv, das das Gefühl von freiem Leben am Strand besser beschreibt als meine langen Texte.

Gibraltar

Freies Leben am Strand

Gibraltar

Die Meerenge bei Gibraltar habe ich schon oft fotografiert, doch noch nie ist ein Foto mir so gut gelungen wie am Tag der Überfahrt dieser Reise. Wir starten im Morgengrauen am Strand bei Tarifa. Die Straße führt bergauf und langsam geht die Sonne auf. Das Lichtspiel der warmen Farben mit den Wolken wird immer besser, doch nirgends kann man anhalten. Auf der Höhe gibt es zum Glück einen kleinen Parkplatz. Zum Stativ aufbauen und genauem Ausrichten fehlt die Zeit. Ich lege die Kamera einfach auf eine Abgrenzungsmauer und hoffe, dass die Bilder halbwegs gelingen. Glück gehabt. Das erste schöne Sonnenaufgangsbild der Reise.

Meerenge von Gibraltar

Gibraltar – Blick am Morgen nach Afrika

Offroad Strecken in Marokko

GPS Offroad Reiseführer Marokko PistenkuhZu den Offroad-Strecken in Marokko haben wir einen GPS-Offroad-Reiseführer Marokko zusammengestellt. Er enthält genaue Pistenbeschreibungen, zudem alle Waypoints, Tracks und Routen als GPX-Format. Ebenso ist eine IGN-Detail-Karte auf dem Datenträger.

Offroad Impressionen Marokko PistenkuhZum Einstimmen auf die abenteuerlichen Pisten in der Berg und Wüstenwelt gibt es einen Reisefilm Offroad Impressionen Marokko von uns.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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