GPS-Daten Algerien
Algerien

GPS-Daten zu Offroad in Algerien

Tassili n’Ajjer (Afara), Erg Admer und Tadrart-Gebiet

Routenbeschreibung:

Vom Grenzübergang Tunesien-Algerien bei Taleb Larbi bis nach Illizi ist Polizeieskorte vorgeschrieben. Wir schaffen die ca. 1.300 km überwiegend gute Teerstraße in 2,5 Tagen. Übernachtet haben wir zwei Mal an Polizeistationen. Tag eins von fünfzehn ohne Eskorte führt uns zunächst in den Tassili n’Ajjer Nationalpark bei Afara. Nach der kurvenreichen Fahrt über das steinige Fadnoun-Plateau biegen wir ca. 170 km südlich von Illizi auf eine breite Schotterpiste in das Afara-Gebiet ab. Schon am ersten Rastplatz entdecken wir die ersten Naturbrücken und laufen begeistert mit dem Fotoapparat zwischen den Felsen hin und her. Doch das war erst der Anfang. Auf der Weiterfahrt sehen wir rechter Hand in der Ferne den markanten Felsenturm Adaradj, der wie ein Finger in den Himmel zeigt. Er erhebt sich etwa 500 Meter aus der Umgebung, wir biegen auf eine Nebenpiste ab und fahren auf die monumentale Felsformation zu.   

Auch den 2. Tag verbringen wir in der Nähe, zunächst müssen unsere Steyr eine hohe Düne erklimmen, der Sand ist fest, die Hochfahrt kein Problem. Von hier oben bietet sich eine fantastische Rundsicht in unzählige, fast schwarze Felsentürme, dazwischen angewehter Sand. Es sieht genauso aus, wie wir es uns auf Bildern vom Tassili n’Ajjer zur Vorbereitung auf die Reise angesehen haben. Nur mit dem Unterschied, dass wir jetzt wirklich hier sind und mitten in den bizarren Felsen-Sand-Gebilden unser Nachtlager aufschlagen.

Unser Guide hat sich für den nächsten Tag viele Kilometer vorgenommen, offroad natürlich. Nach zwei Stunden Fahrt erklimmen wir einen Aussichtspunkt auf einer Düne.
„Von hier sind es etwa 500 km bis Tamanrasset, diese Richtung“, sagt Saman und zeigt mit dem Finger nach Südwesten. „Beim nächsten Mal vielleicht“, erwidern wir. Vom westlichsten Punkt unserer Reise geht es nach Norden, den Mittag verbringen wir in dem Felsenlabyrinth bei  Ifadaniouene. Trotz schlechtem Fotolicht gelingen uns ein paar gute Bilder, schade, dass wir hier nicht die Nacht verbringen. Dass wir nicht selbst entscheiden können, wo wir übernachten und der Tagesablauf durch die geplante Route mehr oder weniger vorgegeben ist, daran müssen wir uns erst noch gewöhnen. Wir fahren einen anderen Weg durch ein traumhaft schönes Felsental zurück ins Afara-Gebiet und kommen in der Dämmerung an dem von unserem Guide vorgesehenen Nachtplatz an.

Auf dem Weg nach Djanet verläuft die Teerstraße am Erg Admer entlang und schon bald biegen wir ab und kämpfen uns die ersten Dünen hoch. Von hier oben hat man einen bleibenden Eindruck auf das nicht enden wollende Sandmeer bis zum Horizont. Wir fahren kreuz und quer in den Ausläufern des Ergs und verbringen eine zweite Nacht südlich von Djanet in den Dünen.

Danach geht es nach Südosten, zunächst ein langes Stück auf Teerstraße, dann biegen wir auf eine gute Piste ab, die uns ins Tadrart bringt. Was wir jetzt noch nicht wissen, in dem Gebiet, das bis nahe an die lybische Grenze heranreicht, wimmelt es nur so von Naturbrücken, Torbögen und Felsgebilden, die der Phantasie freien Lauf lassen.
Über das Wadi Elbereg ist der Einstieg in das wenig bekannte Tadrart. Am Nachmittag erreichen wir eine markante Felsformation, die unser Führer als „Helikopter“ bezeichnet. Wir suchen nach den besten Fotomotiven bis zum Sonnenuntergang und mit den ersten Sonnenstrahlen sind wir schon wieder auf Fotojagd und entdecken neue Naturbrücken.

Für heute hat sich Saman eine ganz besondere Passage ausgedacht, eine steile Dünenabfahrt. Er ist sich nicht sicher, ob wir diese mit unseren Expeditionsfahrzeugen meistern können/wollen. Wir erreichen eine hohe Düne, dass muss sie sein, da kommt jetzt die Steilabfahrt. „Wow, die ist extrem steil und noch dazu verdammt lang.“ Burkhard ist sowas noch nie gefahren. „Wir müssen nicht darunter fahren, wir können auch umkehren und einen anderen Weg nehmen. Für den Toyo ist es kein Problem“, meint Saman. Bei den Tuareg heißt die hohe Düne Moula n’Aga.
Wir stimmen uns mit unseren Reisepartnern ab, denn wenn wir jetzt da runter fahren, müssen diese es auch wagen, schließlich können wir unsere Gruppe ja nicht trennen. „Alleine würde ich jetzt umkehren, ich habe zu wenig Sanderfahrung. Aber wenn du den Anfang machst, komme ich hinterher“, sagt Marc zu Burkhard. Die Entscheidung liegt also bei uns, bzw. bei Burkhard, denn ich rede ihm da nicht rein. Er ist der Fahrer und so lange ich da nicht mitfahren muss und dafür die Steilabfahrt fotografieren kann, ist es für mich okay.

Burkhard wagt es, er und die Pistenkuh kommen heil unten an. Für mich sah es gar nicht so schlimm aus, aber für Burkhard war es schon eine extreme Anspannung. Adrenalin pur, meinte er später.
Jetzt ist Marc im Zugzwang, auch Doro fährt nicht mit und zieht es vor, zu Fuß die Düne runterzulaufen. Unten angekommen sind wir natürlich mächtig stolz, dass wir es gepackt haben.
Am Nachmittag braut sich mitten zwischen den hohen Dünen bei Tin Merzouga ein Unwetter zusammen. Wir spannen eine Plane zwischen die Pistenkuh und den Toyo, damit unsere Begleiter, die immer im Freien schlafen, für die Nacht trocken bleiben.

Nach der Regennacht hat Saman ein paar Sorgenfalten im Gesicht. Durch den Regen sind einige Wadis voll Wasser gelaufen, der vor uns liegende Weg wird schwierig. Doch unsere Steyr haben mächtig Spaß bei der Schlammschlacht und die Fahrer natürlich auch.
Und noch eine Naturbrücke, so mächtig und hoch ist der Felsen, dass er die Kathedrale getauft wurde. Klar, dass wir hier eine extra Runde drehen und Fahrszenen filmen.

Vier Tage verbringen wir im Tadrart-Gebiet, wir könnten hier Wochen verbringen und uns wäre nicht langweilig. Der letzte Tag führt uns noch mal auf eine hohe Düne hinauf, von hier oben sind es etwa 30 km Luftlinie bis zur lybischen Grenze. Wir verabschieden uns von den roten, hohen Dünen bei Tin Merzouga, unser Weg zurück nach Djanet führt durch das Wadi In Djarene.

Nur ein paar Kilometer nördlich von Djanet sehen die Felsen wieder ganz anders aus, Skulpturen und Formen mit weichen Rundungen. Hier verbringen wir die Nacht bevor es weiter nordwärts geht, noch vier Tage und wir werden wieder an die tunesische Grenze eskortiert. Offroad machen wir nochmal Abstecher in das Tassili n’Ajjer grob nordwestlich von Djanet. Im Wadi Essendilene wandern wir durch eine Schlucht zu einem Guelta. Und ein letztes Mal fotografieren wir einen Torbogen von verschiedenen Fotostandpunkten. Ach ja, die unzähligen Felsbilder und Felsgravuren, die es in der Sahara gibt, die hat uns der Guide natürlich auch nicht vorenthalten.

Im Tuareg Dorf Iherir ist wenig los, uns wird ein schöner Platz nahe eines kleinen Sees zugewiesen. Hier bleiben wir noch einen Tag und warten auf die vorgeschriebene Eskorte. Zurück in Tunesien sind wir voll mit Eindrücken und müssen erst mal das Erlebte verarbeiten. Die Tour war anstrengend, mehr als 4.200 Kilometer liegen hinter uns. Auch sind wir froh, nach insgesamt 22 Tagen wieder selbstbestimmt unterwegs zu sein.

GPS-Daten im Download

Zur Navigation haben wir die GPS-Koordinaten zusammengestellt. Waypoints, Track und Route zum kostenlosen Download findest du hier:

Download GPS-Daten – Algerien

Im kostenlosen Download befinden sich Waypoints, Track und Route im gpx- und kmz-Format zum Importieren ins Navigationsgerät sowie die Routenbeschreibung und die Wegpunktliste als PDF zum Ausdrucken. Durch Betätigen des Download Link wird ein Zip-Ordner heruntergeladen. Nach dem Entpacken befinden sich die o.g. Dateien auf deinem Computer.

Mit nahezu allen GPS-Geräten wird eine einfache Navigationssoftware ausgeliefert (beispielsweise bei Garmin die Software BaseCamp), die den Import/Export von Dateien im gpx-Format z.B. via USB-Kabel ermöglicht. Die kmz-Dateien lassen sich ideal in Google Earth importieren.
Die zur Verfügung gestellten Daten sind nur für deinen privaten Gebrauch. Eine Veröffentlichung auf anderen Seiten oder ein Verkauf der Daten in jeder Form ist nicht gestattet.


Trescher Verlag Algerien Buch Cover

Aufgrund der Ereignisse im Jahr 2003 und den damit verbundenen Restriktionen für 4×4 Individualreisende war Algerien lange aus dem Fokus der Wüstenfahrer verschwunden. Jetzt öffnen sich langsam wieder Türen.
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Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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