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Der lila Pistenlandy

Defender einfacher Innenausbau

Unser Defender Innenausbau ist fertig. Vor ein paar Tagen haben wir unseren Land Rover bei der Schreinerei Reuter in Lennestadt abgeholt. Ich zeige mal ein paar Bilder, was aus dem Pistenkuh-Defender geworden ist.

Ausbaubesprechung mit Volker bei der Schreinerei Reuter in Lennestadt

Im Vorgespräch mit Volker Schweinsberg, dem Inhaber der Schreinerei, haben wir wenig konkrete Vorgaben gemacht, sondern eher die Ziele definiert.

  • Robust
  • Leicht
  • (Multi)-Funktional
  • Kurze Lieferzeit
  • Violett

Es sollte kein Wohnmobil werden, sondern ein robuster Offroad-Camper, bei dem das Leben vorrangig draußen stattfindet. Daher gibt es im Fahrzeug auch fast keine Technik, also keine Wasseranlage mit Tank, Pumpe, Spülbecken, sondern einfach nur drei Kanister. Die einzige „Technik“ ist eine Kühlbox und ein 220V Inverter.
Das Aussehen spielte nur eine untergeordnete Rolle (außer der Farbe violett), wir brauchen kein „schönes“ Auto, sondern ein geländetaugliches. Um Gewicht und Kosten zu sparen, verzichteten wir überwiegend auf Schubladen und Türen. Wir transportieren unseren Kram in Kunststoffkisten, die mit Riegeln an ihrem Ort im Regal fixiert werden. Aus Erfahrung im Steyr wissen wir, dass für das Rausziehen keine Auszüge nötig sind, sondern einfache Aluprofile ausreichen, was nochmals Gewicht, Kosten und Montagezeit spart.

Der einzige Punkt, der extrem konträr zu unseren Forderungen steht, ist die Farbe violett. Da es die Farbe nicht als Beschichtung gibt, musste lackiert werden. Eine lackierte Oberfläche ist aber weniger robust als eine Beschichtung, erfordert einen höheren Zeitaufwand, damit längere Lieferzeit und höhere Kosten. Eine violette Kröte müssen wir halt schlucken.

Als Grundriss orientierten wir uns an den klassischen Ausbauvarianten, also Klapptisch an der Hecktür, Kiste mit zwei Sitzplätzen auf einer Seite, gegenüber Stauraum. Wasser in Kanistern zugänglich durch die Seitentür, ebenso Stühle und Tisch für draußen.

Bei der PWS-Offroad montierten wir ein Alu-Cab Klappdach sowie eine Alu-Cab Markise. Diese ist auf der Fahrerseite montiert und wiegt um die 30 kg. Damit das Gewicht des reisefertigen Defenders halbwegs ausgeglichen bleibt, war klar, dass die „Schrankwand“ auf die gegenüberliegende Seite der Markise montiert wird. Wir kochen mit Gas, haben dafür einen einfachen, robusten Gasbrenner und eine 5 kg Gasflasche an Bord. Der Brenner soll auf dem Klapptisch der Hecktür stehen, die Gasflasche sollte in Reichweite sein und nicht für den Kochvorgang bewegt werden müssen. Daher war auch der Standort der Gasflasche vorgegeben. Sie sollte auf der Seite stehen, an der auch die Hecktür angeschlagen ist, damit der Schlauch im Kochbetrieb nicht zur Stolperfalle im Fahrzeug wird.

Leergewicht Pistekuh-Defender

Vor dem Innenausbau haben wir den Defender mal leer auf die Waage gefahren. 2.380 kg.
Das gewogene Gewicht beinhaltet das Alu-Cab Dach und die Markise, Seilwinde, größere Bereifung, Getriebeschutz, Dachgepäckträger etc. Der Kraftstofftank war fast voll.
Das sind etwa 300 Kg mehr als das Leergewicht laut Hersteller. 

Ein paar Bilder zum Defender Innenausbau:

Die “Schrankwand” in unserem Defender. Statt Schubladen und Staufächer verwenden wir Kunststoffkisten, die sich leicht sauber halten lassen und geringes Gewicht haben. 

Mit Edelstahl-Federbolzen werden die Kisten in ihrer Position fixiert. So bleibt alles auch im Offroad-betrieb an seinem Platz.

An der Hecktür befindet sich ein Klapptisch, den wir hauptsächlich als Kochstelle nutzen werden. Die Gasversorgung erfolgt mit einer 5 kg Gasflasche.

Ebenso an der Hecktür, oberhalb des Kochers, ist ein Staufach für Besteck und Kochutensilien.

Gegenüber der “Schrankwand” befindet sich die “Sitzecke” für zwei Personen. Eine Schlafvorrichtung außer dem Klappdach ist nicht vorgesehen.

Ein “Not”-Tisch lässt sich aus der Schrankwand ziehen, um bei Regenwetter auch mal im Auto einen Kaffee zu trinken oder am Laptop zu arbeiten.

Geschlafen wird im Obergeschoss.

Die Wasserversorgung erfolgt ausschließlich mittels Kanister (2 x 20 + 1 x 10 Liter + 20 Liter Wassersack).

Auf der anderen Seite bietet eine Schublade Platz für Werkzeug und Bergetools.

Fazit:

Im nach hinein hätten wir auf die violette Farbe verzichten sollen. Uns gefällt der Ausbau so gut, dass wir ihn gar nicht benutzen wollen, aus Angst ihn zu zerkratzen und zu ramponieren. Vielleicht sollten wir ein paar Schondecken kaufen? Nein, das Fahrzeug ist gebaut um genutzt zu werden und damit beginnen wir in 14 Tagen, in Rumänien. Auf der achtwöchigen Rumänienreise wird sich auch zeigen, ob der Ausbau robust ist.

Zum Schluss noch das Gewicht nach dem Ausbau.

Gewicht des Defenders mit Ausbau

Genau 2.500 kg. Das Gewicht beinhaltet neben dem Ausbau auch die Kühlbox und die Gasflasche. Also 120 kg zusätzlich. Verbleiben noch rund 500 kg Zuladung. 

Hier nochmal die “Lieferanten”
Alu-Cab Klappdach von PWS-Offroad
Offroad-Transporter-Ausbau von Schreinerei Reuter 
Fahrwerk, Dachgepäckträger, Seilwinde etc. von 4ward4x4

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 2 comments

  1. Christoph Schmid

    Super geworden, gefällt mir sehr gut! 🙂
    Das mit dem Kocher und dem langen Schlauch wirkt etwas fummelig, aber ich kann mich da auch täuschen.
    Ansonsten sehr funktional und durchaus schick. Auch Schlichtheit hat ihren Reiz.
    Eine Tour bei Dauer-Regenwetter ist da womöglich nicht so bequem, aber notfalls könnt ihr ja immernoch in die Pistenkuh zurückkehren 😉
    Rumänien klingt interessant, schreibt ihr dafür auch wieder ein Roadbook?
    Ich werde nächstes Jahr mit eurem Pyrenäen-Guide das besagte Gebirge zwischen Spanien und Frankreich unsicher machen… da mein kleines Renaultzeros in Barcelona hergestellt wurde, ist das ja beinahe eine Heimkehr *lacht*
    Viel Spaß euch beiden! – und ein großes Lila-Muuuh!

    Christoph

    • Burkhard Koch

      Hallo Christoph,

      ob es ein Offroad-Tourenbuch Rumänien geben wird, steht nicht zu 100% fest. Wir hoffen in den 8-10 Wochen in Rumänien genügend Streckten zusammen zu bekommen. Im Winter wäre das dann die Aufgabe, für die langen dunklen Abende ohne Fernseher, daran zu schreiben. Erscheinen würde es im Frühjahr 2021, sofern alles klappt und der Defender nicht schon auf der Anreise liegen bleibt.

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