Yardangs in der Wüste Lut in Iran
Iran - Oman

GPS Daten zur großen Expedition in die Wüste Lut

Hinweis:

Die hier vorgestellte Route stellt fahrtechnisch keine allzu großen Schwierigkeiten dar. Das Besondere ist die Einsamkeit der Wüste Lut. Im Gegensatz zur Sahara ist sie menschenleer. Es gibt keine Brunnen, keine Nomaden und kaum Touristen. Bei einem technischen Defekt des Fahrzeugs ist keine Hilfe zu erwarten. Deshalb ist eine Expedition mit zwei autark ausgerüsteten Fahrzeugen eine gute Entscheidung. Im Befahrungsjahr (Nov. 2015) haben wir nur wenige alte Fahrspuren gesehen und sind in einer Woche niemandem begegnet.

Genehmigung und Minengebiete

Genauere Infos herauszufinden, ob für die Befahrung der Wüste Lut eine Genehmigung benötigt wird, gestalten sich als schwierig. Wir haben bei der Polizei in Shahdad nachgefragt, die wussten nicht, was wir meinen und haben uns mit einem Tourguide in Kerman verbunden. Dieser wollte uns natürlich sofort eine Tour verkaufen. Er sagte, in dem Gebiet der Kalouts unweit der Teerstraße nahe Shahdad kann ohne Genehmigung gefahren werden. Möchte man allerdings weite Gebiete der Wüste Lut erkunden, geht das nur mit einem Tourguide, der sich dann auch um die Genehmigung der Tour kümmert. Wir sind eine größere Route ohne Genehmigung gefahren, das Militär hat uns nicht danach gefragt.

Da der Drogenschmuggel von Afghanistan teilweise auch durch Gebiete der Wüste Lut führt, kann sich die aktuelle Lage ändern bzw. die Weiterfahrt in die Wüste durch das Militär verweigert werden. Auch darüber, ob und wo sich Minengebiete in der Wüste Lut befinden, gibt es keine genauen Angaben. Siehe hierzu einen Artikel vom Iran Journal, einer Internetseite auf Deutsch des Projekts Transparancy for Iran, vom 10. April 2014. http://iranjournal.org/gesellschaft/landminenproblem-im-iran

Routenbeschreibung:

Ausgangspunkt ist Kerman, auf Asphaltstraße geht es nach Shadad, eine Oase am Rand der Wüste Lut. Nach dem Gebiet der Kalouts, von Kerman 130 km, fahren wir noch etwa 80 km auf der Straße, die quer durch die Wüste Lut nach Nebandan führt, und biegen dann Richtung Süden auf eine Kiesebene ab. An der Abbruchkante eines Plateaus suchen wir nach einer Abfahrt und durchqueren ein großes Gebiet mit Yardangs, traumhaft schöne Wüstenlandschaft. Am Rand eines Dünengebiets erfolgt ein Richtungswechsel nach Osten, eine lange Distanz offroad über eine Kiesebene, keine Fahrspuren weit und breit. Nach einer Senke mit einem ausgetrockneten See dreht die Kompassnadel nach Nord. Kilometerlang geht es an großen Dünenketten entlang, teilweise sind kleine Sanddünenfelder zu durchqueren. Letztlich trifft man nach 278 km Piste/offroad wieder auf die Straße Kerman-Nebandan.

Distanzen:

gesamt: 739 km
Kerman bis zum Einstieg Piste/Offroad: 210 km
Rundkurs Piste/Offroad: 278 km
Rückweg nach Kerman (Straße): 251 km
Versorgung mit Diesel gibt es in Kerman und Nebandan.  Etwa 4-5 Tage sollten für die Tour eingeplant werden, allein für die Anfahrt von Kerman bis zum Einstieg in die Piste/offroad wird schon ein halber Tag benötigt.

Details:

Im Osten von Kerman biegen wir ab auf die Straße nach Bam, WP01. Nach 19 km geht es links nach Shadad, bevor die Straße in die Senke der Wüste Lut führt, muss ein 2.690 Meter hoher Pass bezwungen werden. Kurz vor Shadad biegen wir links ab, WP03, und erreichen nach weiteren 20 km, von Kerman gesamt 130 km, WP05. Hier stehen riesige, bizarre Yardangs (Kalouts) links und rechts der Straße, bis hier her fahren auch die Touristen von Kerman aus für einen Tagesausflug. Dementsprechend sind hier viele Fahrspuren im Gelände.

Wir folgen weiter der Straße, ab jetzt wird es einsam, nur noch wenig Verkehr, der die Wüste Lut bis Nebandan durchquert. Bei WP 08 biegen wir auf eine alte, nicht mehr befahrene Piste ab, die wir nach wenigen Kilometern verlassen. Es geht über eine feine Kiesebene grob nach Süden, Bodenwellen erzwingen ein langsames Tempo.   
Wir erreichen die Abbruchkante eines Plateaus und fahren an dieser entlang, bis wir bei WP 11 eine Abfahrt ins Tal finden und den Fahrspuren folgen. Bei klaren Sichtverhältnissen bietet sich eine weite Aussicht auf Lehmtürme und Hügel in bizarren Formationen. Ein schöner Camp-Platz für die erste Nacht.
Die Spuren führen irgendwann wieder hoch auf ein weiteres Plateau, wo sich der nächste traumhafte Ausblick auf unzählige Yardangs bietet, WP12 und WP 13. Auf festem Sand geht es entlang der Lehmschlote, die Spuren bündeln sich, WP17. Eine enge Passage führt zwischen den Yardangs hindurch, WP18, weiter bergauf, mäßig schwierig.  

In der Ferne erblicken wir einige Sanddünen, die eine interessante Struktur aufweisen. Vorbei an den Sanddünen muss der Einstiegspunkt gefunden werden, WP 19, um das Fahrzeug durch eine enge Passage zwischen Yardangs zu führen. WP 20 ist der Ausgang aus der Passage, fährt man die Tour andersherum, dient er als Einstiegspunkt.

Eine weitere Dünenlandschaft kommt ins Sichtfeld, wenn man nach Süden blickt. Wir machen jedoch einen Richtungswechsel nach Osten, WP 21. Kilometerlang geht es über graue, eintönige Kiesebene, keine Fahrspuren weit und breit zu sehen. Wegen einiger Bodenwellen geht es nur langsam voran. Der Track führt in eine Ebene zu einem ausgetrockneten See, die Oberfläche hat eine graubraune Färbung. Danach folgt eine schwierige Auffahrt über weiches Gelände, der Motor braucht alle Kraft.
Wir kreuzen viele, alte Fahrspuren die von Nord nach Süd verlaufen, geradeaus bewegen wir uns auf ein riesiges Dünenmeer zu, WP 24. Am Rand der Dünen machen wir einen Richtungswechsel nach Norden. Zwischen kleinen Dünen und einem Berg bahnen wir uns einen Weg, WP 28, etwas schwierig zu fahren, da die Dünen von der weichen Seite her angefahren werden müssen.

Es folgt ein Richtungswechsel nach Westen, die Sanddünen lassen wir hinter uns zurück. Wir treffen auf eine Piste, die von Süden kommt, und folgen dieser nach Norden, entlang schöner Wüstengebirge. Wieder erreichen wir ein Dünengelände und fahren kilometerlang auf festem Sand, der bald eine schnelle Fahrweise erlaubt, an den Sanddünen entlang.

Bei WP 35 kann man entscheiden, entweder dem Track diagonal grob Nordost Richtung Straße folgen, offroad über hügelige Kieslandschaft. Nach 58 km (ab WP 35) trifft man wieder auf die Asphaltstraße, WP 36. Von dort geht es zurück nach Kerman, noch 251 km zu fahren.

Oder geradeaus nach Norden, der etwas kürzere Weg zur Straße. Nach ein paar Kilometern trifft man auf eine deutliche Piste, die nach etwa 50 km bei WP „Lut-Straße“ auf die Straße Kerman-Nebandan führt. Von hier sind es nach Nebandan 90 km. Wegen der Grenznähe zu Afghanistan ist die Militärpräsenz Richtung Osten hoch, mit einigen fest eingerichteten Militärposten an der Straße.

 
Die einsame Strecke stellt hohe Anforderungen an Navigation und Fahrerisches Können, mehrere Sanddünengebiete sind zu durchqueren. Infos zur Entstehung von Yardangs und kurzr Filmausschnitte unserer Expedition gibt es hier:

Expeditionsziel: Yardang in Iran

Zur Navigation haben wir die GPS-Koordinaten zusammengestellt. Waypoints, Track und Route zum kostenlosen Download findest du hier:

Download GPS-Daten – Wueste Lut

Im kostenlosen Download befinden sich Waypoints, Track und Route im gpx- und kmz-Format zum Importieren ins Navigationsgerät sowie die Routenbeschreibung und die Wegpunktliste als PDF zum Ausdrucken. Durch Betätigen des Download Link wird ein Zip-Ordner heruntergeladen. Nach dem Entpacken befinden sich die o.g. Dateien auf deinem Computer.

Mit nahezu allen GPS-Geräten wird eine einfache Navigationssoftware ausgeliefert (beispielsweise bei Garmin die Software BaseCamp), die den Import/Export von Dateien im gpx-Format z.B. via USB-Kabel ermöglicht. Die kmz-Dateien lassen sich ideal in Google Earth importieren.
Die zur Verfügung gestellten Daten sind nur für deinen privaten Gebrauch. Eine Veröffentlichung auf anderen Seiten oder ein Verkauf der Daten in jeder Form ist nicht gestattet.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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