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Griechenland 2022 Adventure Scout Blog Annika & Flo

Fährüberfahrt und Ankunft in Griechenland

Mit der Fähre ging es für uns am 03.08.2022 nach Griechenland. Wir sind von Ancona nach Igoumenitsa gefahren und haben uns über den Luxus der „Camping on Board“ Option gefreut.

Angekommen mit der Fähre in Igoumenitsa

Relaxen am Strand und Planung der nächsten Routen

Die nächsten zwei Tage verbrachten wir in einer einsamen Bucht direkt am Meer. Sonnenschein, glasklares Wasser und Entspannung füllten unseren Tag. Am letzten Tag stiegen wir in die Planung der nächsten Touren ein. Es soll nach Norden gehen, ins Pindos-Gebirge.

Entspannen in einer Bucht am Meer

Planung der nächsten Routen mit dem Tourenbuch

Auf dem Weg ins Pindos-Gebirge. Auch in Griechenland findet man noch Übernachtungsplätze an kühlen Bergflüssen

Offroad-Spaß im Pindos-Gebirge

Die erste Route führte uns durchs Pindos-Gebirge, Startpunkt war Ioannina.

Wir lassen Ioannina hinter uns und fahren hinauf ins Pindos-Gebirge

Es ging stetig bergauf, vorbei an Viehställen und weidenden Kühen, bis wir schließlich den höchsten Punkt erreichten. Nicht nur Landschaft und Aussicht waren sehr abwechslungsreich, auch das Wetter wechselte nach jeder Kurve, Regen war in Sicht.

Das Wolkenspiel verspricht Regen

Mit einem Naturspektakel an unserem Nachtplatz endet unsere erste Reisewoche. Wir freuen uns nach diesem vielversprechenden ersten Track schon auf die nächsten Offroad-Pisten die kommen werden.

Naturspektakel an unserem Nachtplatz. Ein schöner Abschluss unserer ersten Reisewoche.

Die zweite Woche unserer Griechenland-Reise im Unimog ist vorbei. So viel können wir schon mal verraten: es hat viel geregnet, war sehr matschig, ein Abenteuer reihte sich an das nächste und der Offroad-Spaß war groß.

Abenteuer am Steilhang

Auf dem Weg zur nächsten Route fuhren wir zunächst auf Teerstraße entlang, mit traumhaften Ausblicken auf das Tymfi-Gebirge. Wir befinden uns jetzt in der Gegend um Konitsa.

Auf Teerstraße unterwegs, das Tymfi-Gebirge im Rücken.

Wir verließen die gut zu befahrende asphaltierte Straße und bogen auf Schotter ab. Hier folgte nach wenigen Kilometern das erste Abenteuer. Etwa 200 m Weg an einem Steilhang entlang lagen vor uns. Der Nervenkitzel war groß, als wir eng am Abhang losfuhren. Noch war der Weg reifenbreit, doch eine Engstelle mit etwas abgerutschtem Kies folgte. Also hieß es aussteigen, etwas Hang abgraben, dann vorsichtig weiterfahren. Geschafft! Stolz und zufrieden lassen wir den Abend auf einer Kiesbank am Fluss ausklingen.

Haarscharf geht es für uns am Abhang entlang.

Wieder im Tal angekommen, entspannen wir erstmal am Fluss.

Hoch oben in luftigen Höhen

Die nächsten Tage verbrachten wir auf teilweise über 2.000 Metern. Die Luft wurde dünner und kühler, Regen kündigte sich an. Wir übernachteten zweimal auf 2.100 Metern, morgens schalteten wir bei 10 Grad im Unimog die Heizung an.

In zahlreichen Serpentinen schlängelten wir uns im nördlichen Pindos-Gebirge bergauf.

 

Erster Nachtplatz auf 2.100 Metern. Absolute Stille, nur die ein oder andere Kuhglocke war zu hören.

Zum Kochen mussten wir uns warm anziehen. Am frühen Abend hatte es bereits nur noch 15 Grad.

Ist das hier wirklich Griechenland?

Diese Frage stellten wir uns nicht nur aufgrund der Temperatur, auch die Landschaft war so einzigartig, die Farben so kräftig, dass wir zeitweise sogar dachten, wir wären auf Island. Wahnsinn, wie ein Land so vielfältig sein kann.

Das Farbenspiel in Kombination mit der Stimmung und dem Wetter erinnert uns sehr an Island.

Der Adrenalinspiegel steigt

Weiter ging’s auf erdigen Wegen, noch blieben wir vom Regen verschont. Immer wieder genießen wir den Blick in die Ferne.

Auf erdigen Wegen geht unser Track weiter.

Die Aussicht lässt sich besonders gut von diesem Felsen aus betrachten.

Es wurde zunehmend nasser, Wolken bedeckten den gesamten Himmel. In der Ferne war Donner zu hören. Passend zur Stimmung des Wetters forderte uns auch die Route entsprechend heraus. Erstes Hindernis war ein großer Felsbrocken, der mitten auf dem Weg lag. Uns blieben nur drei Optionen: versuchen, den Felsen zu umfahren, ihn wegziehen oder zurückfahren. Da letztere Option nicht in Frage kam, fingen wir mit Option 1 an. In Schräglage und mit einer Seite am Hang passten wir gerade so vorbei. Nochmal gut gegangen.

Den Felsen zu umfahren war die erste Herausforderung auf dieser Route.

Der Regen erschwerte zunehmend die Weiterfahrt, ab und an gerieten wir auf dem lehmig-sandigen Boden ins Rutschen. Hinzu kamen Querrillen, die uns, gefüllt mit Wasser, das Bergabfahren nicht unbedingt erleichterten. Zum krönenden Abschluss standen wir wenig später vor dieser Engstelle:

Die Engstelle erforderte all unsere Aufmerksamkeit und starke Nerven.

Der Weg war ca. 50 cm zu schmal für unseren Unimog. Rechts floss stetig Wasser die abgerutschte Stelle hinunter. Dort mit dem Hinterreifen zu landen und abzurutschen wäre der Supergau. Deshalb galt es nun Steine zu schleppen, um die Stelle etwas auszufüllen und ein paar Zentimeter mehr Breite zu erlangen. Gleichzeitig gruben wir den Hang links etwas ab, um weiter rüber fahren zu können. So zumindest die Theorie. In der Praxis klappte alles, bis zu dem Moment, als der Hinterreifen rechts auf den Steinen stand. Dann kamen die Steine ins Rutschen. Wir hielten an, alles blieb an Ort und Stelle. Kurze Besprechung, dann unser Entschluss: mit Schwung drüber, alle anderen Reifen hatten gute Traktion. Gesagt, getan. Wenige Sekunden später standen wir auf der anderen Seite. Wir machten drei Kreuze, dass wir diese Stelle gemeistert hatten, waren stolz auf unseren Mog und freuten uns, dass wir trotz Regen so gut durchgekommen waren.

Um jedem weiteren Abenteuer an diesem Tag aus dem Weg zu gehen, übernachteten wir direkt in der Kurve hinter der Engstelle.

Unterbodenwäsche inklusive

Unsere dritte Woche startete am Aoos-Stausee. Hier verbrachten wir eine ruhige Nacht an einem
Picknickplatz direkt am See. Gleich am folgenden Morgen starteten wir die nächste Tour.

Übernachtung am Aoos-Stausee.

Es ging hinunter ins Flusstal. Gleich nachdem der Teerbelag endete, standen wir vor der ersten Furt.
Heute wurde es nass. Zur Abwechslung aber mal nicht von oben, sondern von unten, denn wir hatten
noch einige Furten und kurze Passagen im Fluss vor uns.

Der Offroadspaß in den zahlreichen Furten war groß.

Wir durchquerten ein Felsentor in einer langen Flusspassage. Traumhafte Fotolocation.

Im Herzen des Pindos-Nationalparks

Die folgenden Tage fuhren wir weiter durch das zentral gelegene Pindos-Gebirge und den Pindos-
Nationalpark. Das Wetter war mittlerweile wieder sonnig und warm, von actionreichen
Schlammfahrten blieben wir verschont und konnten so die Fahrt auf den einfach zu befahrenen
Pisten noch mehr genießen.

Die Durchfahrt durch den Nationalpark ist erlaubt, nur übernachten ist nicht gestattet.

Da wir hier kaum jemandem begegnen, bieten sich auch Plätze direkt am Straßenrand mit schöner Aussicht zur Übernachtung an.

Weiter gen Süden

Wir orientierten uns immer weiter Richtung Süden, die Landschaft war hier wieder atemberaubend
schön, mit grün bewachsenen Berghängen und zahlreichen Schafen, Ziegen und Kühen, die auf den
Höhen weideten.

Disteln am Pistenrand sorgen für farbliche Abwechslung in der grünen Landschaft

Immer wieder kommen Viehställe ins Sichtfeld, die tagsüber verlassen sind.

Die grünen Berghänge zeugen von den kühlen Temperaturen hier oben und dem reichen
Wasservorkommen. Sie entsprechen so gar nicht der Vorstellung von karger, vertrockneter
Berglandschaft, die man von Griechenland haben könnte.

Grüne Berghänge, soweit das Auge reicht.

Das Beste kommt zum Schluss

Unsere letzte Route in den Bergen war der beste Abschluss unserer mehrwöchigen Tour durch das
Pindos-Gebirge, den wir uns vorstellen konnten.

Zu Beginn wird nochmal Luft abgelassen, die Piste wird holpriger.

In der Ferne sahen wir schon die Bergspitzen, die bereits von hier atemberaubend aussahen.

Die Landschaft wurde plötzlich bunt, nicht mehr nur grün um uns herum. Rottöne, Grüntöne und
Brauntöne ergaben zusammen ein beeindruckendes Farbenspiel, an dem wir uns kaum sattsehen
konnten.

Die imposanten Berggipfel rücken immer näher.

In Serpentinen geht es stetig weiter bergauf. Hier waren sie noch ausreichend
breit, sodass wir nicht rangieren mussten.

Der Berggrat war überquert, auch die Aussicht auf der anderen Seite war fantastisch. In 14 sehr
engen Kehren schlängelten wir uns langsam nach unten. Die Beschränkung auf dieser Route für
Fahrzeuge bis 6 Meter ist durchaus berechtigt. In jeder Kehre mussten wir reversieren. Am
Wegesrand fanden wir wieder einen schönen Nachtplatz, abends besuchten uns Hirten, die hier ihre
Schafe hüteten. Sie sprachen zwar kein Englisch, es ist aber immer wieder erstaunlich, wie gut man
sich verständigen kann, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht.

Letzte Übernachtung in den Bergen.

Diese Woche hätte nicht besser enden können. Ganz nach dem Motto „Man soll gehen, wenn’s am
schönsten ist“, werden wir die Berge in der nächsten Woche hinter uns lassen und noch ein paar
Tage das Meer genießen, bevor wir die Heimfahrt antreten.

Entspannen am Meer und am Acheron

Unser Urlaub neigt sich dem Ende zu, die Abfahrt der Fähre rückt immer näher. Die verbleibenden Tage verbringen wir entspannt am Meer. Ein Glück, dass wir diese beiden Traumplätze gefunden haben. Die Suche war langwierig, denn die Küste südlich von Igoumenitsa ist vom Tourismus geprägt, allein ist man hier nirgends.

Fantastischer Platz direkt am Strand

Zwar konnten wir nicht direkt am Meer übernachten, das traumhafte glasklare Wasser entschädigte jedoch den kurzen Fußmarsch vom Auto hinunter an den Strand

Im Anschluss fuhren wir nochmal eine kurze Strecke in die Berge, an den Fluss Acherontas. Auch dieser Ort sprudelt nur so über von Touristen, ganze Busladungen werden hierher gebracht zum Raften, Flusswandern und Zip-Linen. Wieder war das Glück auf unserer Seite. Wir fanden einen verhältnismäßig ruhigen Platz direkt am Fluss, schauten dem Trubel aus sicherer Entfernung zu, genossen den Ausblick aus unserer Hängematte. Weshalb wir überhaupt hierher gefahren sind? Auch wir stürzten uns in die wunderschöne Schlucht, wanderten im eiskalten Wasser flussaufwärts, freuten uns an dem Wunderwerk, das die Natur hier geschaffen hatte.

Abseits vom Trubel konnten wir am Acheron übernachten

Wanderung durch die wunderschöne Schlucht

Wenn es ruhiger wurde und die Sonne langsam unterging, bereiteten wir unser Abendessen zu

Unsere Reise ist fast zu Ende, wir blicken zurück auf dreieinhalb Wochen in Griechenland, die wir uns nicht schöner hätten vorstellen können. Ohne das Tourenbuch im Gepäck hätte es uns definitiv an Offroadspaß gemangelt!
Mit der Fähre werden wir nun zurück nach Italien fahren, dann weiter nach Deutschland. Es hat uns viel Freude gemacht, euch von unserer Reise durch Griechenland zu berichten und wir hoffen, dass wir den ein oder anderen ermutigen konnten, mal ein ganz anderes Griechenland kennenzulernen.

Bis bald
Annika&Flo

P.S.: in unserem Story-Highlight „Greece 2022“ auf Instagram speichern wir all unsere Erlebnisse auch mit kleinen Filmsequenzen. Wer gerne bewegte Bilder zu den oben beschriebenen Abenteuern sehen möchte, kann gerne mal vorbei schauen.
https://www.instagram.com/thesaharatouch/


Mehr von Annika und Flo – TheSaharaTouch

Mehr Unimog- und Reisebilder, sowie ihre ganz aktuellen Erlebnisse in Griechenland findet ihr bei Instagram oder auch bei Facebook.

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4x4 Offroad Tourenbuch Griechenland

4×4 Offroad Tourenbuch Griechenland

Unterwegs sind Annika und Flo mit dem Pistenkuh 4×4-Tourenbuch „Griechenland“. Mehr Infos zum Buch: 4×4-Tourenbuch Griechenland

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

This article has 1 comment

  1. Bernd+Tesch

    Ich habe mal in 1978 eine UNIMOG-404-Benziner-Reise durch Tunesien, Algerien, südlich um das Tassili-Gebirge nach Libyen zurück nach Tunesien gemacht als andere davon nur träumten! Jetzt mit 81 Jahren bleibt nur noch das Träumen von der Erinnerung und einem UNIMOG 6×6. Bernd Tesch. Germany. Hammer.

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