Maxtrax Sandboards
Allrad-Technik und Tipps

Maxtrax Sandboard Test

Maxtrax Bergeboards sind Down Under fast die einzigen Sand-„Bleche“ auf dem Markt. Inzwischen gibt es auch in Deutschland einige Expeditionsausrüster, die diese Kunststoff-Anfahrhilfen im Programm haben. Wir haben zwei Maxtrax Boards 18 Monate in Australien im Sand und Schlamm eingesetzt. Vorher hatten wir nur Erfahrung mit amerikanischen Dural-Aluminium-Militärblechen, den klassischen „Luftlandeblechen“, mit denen im zweiten Weltkrieg provisorische Landebahnen gebaut wurden und die den Amerikanern als Bergehilfe dienten.

Leicht und ohne scharfe Kanten

Der große Vorteil der Maxtrax ist ihr geringes Gewicht. Sie lassen sich leicht über weite Strecken tragen, durch die eingearbeiteten Griffe braucht man dazu nicht einmal Handschuhe. Da alles abgerundet ist, ist die Verletzungsgefahr sehr gering. Aufgeschlitzte Hosenbeine kann man sich damit ersparen. Auch dem Geländewagen werden die Maxtrax keinen Schaden zufügen, wenn sie beim Überfahren hochschlagen sollten.
Durch die Färbung in Signalorange sind sie leicht im Sand und Schlamm zu erkennen.

Vor- oder Nachteil: Zähne für Grip

Für besseren Grip sind sie mit „Zähnen“ ausgestattet. Dieser Grip wird in der Werbung als großer Vorteil gegenüber herkömmlichen MIL-Blechen rausgestellt. In der Praxis sind sie jedoch eher nachteilig. Der Reifen dreht auf dem Board trotz der Zähne und trotz der Aufschrift “no wheel spin” durch, erst recht im Schlamm. Die Zähne brechen ab oder schmelzen und verursachen auf jeden Fall einen deutlich höheren Reifenverschleiß als MIL-Bleche. Ein großer Nachteil.

Im Schlamm nicht sauber zu kriegen

Werden die Boards im Schlamm genutzt, setzt sich der Morast schön zwischen die Zähne und ist nur noch mit viel Mühe und reichlich Wasser zu entfernen. Auch wenn der Lehm getrocknet ist, lässt er sich nicht so einfach abschlagen. Wenn man die Boards außen am Fahrzeug transportiert, kann einem das ziemlich egal sein, aber einige transportieren sie auf dem Rücksitz.
Drei Sicken machen das Board ausreichend stabil. Man kann sogar kleine Gräben überbrücken, die Boards verbiegen sich dabei (Toyota Land Cruiser HZJ 78), kommen jedoch nach zwei bis drei Stunden in der warmen Sonne in ihre ursprüngliche Form zurück.
Ein weiterer Minuspunkt ist die Länge der Boards. Sie sind mit 1,10 Meter zu kurz, um den Wagen zu beschleunigen. Eine Länge von 1,30 bis 1,50 Meter wäre besser.

Der größte Nachteil ist jedoch ihre Dicke. Man braucht die Boards ja immer dann, wenn man feststeckt, wenn also die Kraft fürs Vorwärtskommen nicht auf den Boden übertragen werden kann. Legt man die Boards vors Rad (nachdem man Sand, Schlamm etc.) weggeschaufelt hat und hofft, der Wagen schafft es aufs Board, wird man feststellen, dass man nicht nur ein paar Zentimeter Vorwärtskommen sondern auch noch ein paar Zentimeter nach oben auf die Boards kommen muss. Und genau diese Kraft fehlt. Hier liegt der große Vorteil der nur 5,2 mm dicken Luftlandebleche oder deren Nachbauten aus Aluminium.

Fazit:

Die Maxtrax sind gut und brauchbar, wir bleiben jedoch bei original Aluminium Militärblechen oder guten Nachbauten.

– zu kurz
– zu dick
– Zähne brechen ab
– Zähne können Reifenverschleiß erhöhen

+ leicht
+ keine scharfen Kanten
+ stabil

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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