Warenkorb

Land Rover Defender
Blog

Rezension „Land Rover & Defender 1983-2016“, Autor Andreas Woithon

Ich stehe auf dem Messestand der Pistenkuh und unterstütze im Verkauf der Reisebücher. Vor mir steht ein junges Paar. Wir sind mit einer „Serie“ unterwegs berichten die Beiden mir begeistert von ihrem Fahrzeug. „Oh klasse, fahre einen 110er“, kommt ein Kommentar von der Seite. Der ältere Herr strahlt dabei über sein Gesicht. „Serie“, „110er“, was soll das sein, wird sich der Laie jetzt fragen. Und woher kommt diese Euphorie, wenn man über sein Fahrzeug spricht. Die Antworten und noch viel mehr findet man in dem neuen Buch von Andreas Woithon, „Land Rover & Defender 1983-2016“, das vor wenigen Wochen im Motorbuch Verlag in der ersten Auflage erschienen ist.

Der Autor ist nicht neu in der Szene. Als Redakteur von Matsch&Piste sowie langjähriger Landyschrauber erfüllt Andreas Woithon alle Voraussetzungen, um so ein Werk auf die Beine zu stellen.

Werfen wir einen Blick in das Inhaltsverzeichnis.

Das Buch teilt sich in 9 Kapitel auf. Bereits das Erste „Das kompromissloseste Auto der Welt“ vermittelt einen Eindruck darüber, welche Begeisterung damit verbunden ist. Aha, daher auch die strahlenden Gesichtern bei meinem kurzen Gespräch am Anfang. Die nächsten Kapitel widmen sich zunächst der Historie, bis dann letztendlich auf den Defender und noch einmal ganz intensiv auf den TD5 Motor eingegangen wird.

Schauen wir uns das Buch genauer an.

Historie, Gegenwart, Zukunft, das wäre ein klassischer Aufbau eines Autosachbuches. Da aber der Defender in der alten Version bis 2016 nun schon seit 10 Jahren nicht mehr gebaut wird, passt das nicht. Somit der ungewöhnliche Start des ersten Kapitels.
Das nächste ist eine sachliche Abhandlung über die Anfänge und Historie von Rover und schafft ein gutes Fundament für das weitere Wissen. Gehört eben einfach dazu in einem Sachbuch. Spannender wird es wieder im nächsten Block. Der Land Rover ist nicht nur ein Fortbewegungsmittel, um von A nach B zu kommen. Ob nun die First Overland Expedition oder viele Jahre der Cameltrophy, Andreas Woithon überzeugt wieder mit einer fundierten Recherche und spannenden Informationen.

Kapitel 4, 5 und 6 widmet sich den verschiedenen Stufen der „Serie“ also dem Urvater des Defenders. Und dann kommt er, auf den die meisten Leser wahrscheinlich gewartet haben: „Aus dem Land Rover wird der Defender“. Waren die ersten „Serien“ eher einfache Arbeitsgeräte, wird der Landy nun voll gesellschaftsfähig. Ob als Lastesel, Reisefahrzeug, Jagdauto oder…, die Anwendungen und Einsatzzwecke sind sehr vielseitig. Von der Heilsarmee in Australien bis zum Transport von Touristen in Saudi-Arabien, der Defender macht’s. Und selbst die Queen von England war eine begeisterte Landyfahrerin.

70% aller Land Rover sollen sich angeblich noch auf den Straßen befinden. Dies zeigt die Robustheit der Fahrzeuge, aber insbesondere auch die Liebe der Besitzer und Schrauber, die sich mit der Ikone auseinandersetzen. Der Autor steigt aufgrund seines umfangreichen Wissens / Erfahrung in den beiden letzten Kapiteln intensiv in die Motorentechnik der beiden letzten Antriebe ein, dem TD5 und dem TD4 Motor. Es ist zwar noch keine Reparaturanleitung für die eigene Werkstatt, bringt aber trotzdem viele Infos für die Leser, die sich intensiv mit einem Erwerb oder dem Unterhalt beschäftigen.

Wie immer zum Schluss die letzte Frage:
Und was ist mit Fotos?

Wenn ein

Textlich lassen sich die Emotionen, die das Leben mit einem Land Rover verbindet und sachliche Informationen schon gut vermitteln. Noch viel besser geht das natürlich in Kombination mit Fotos. Begeistert hat mich, das hierbei nicht nur auf die zahlreichen Fotos z.B. der Cameltrophy zurückgegriffen wurde, sondern Andreas Woithon auch viele eigene Fotos in sein Buch beisteuert. So gibt es trotz begleitender Bücher am Markt hier neue, noch nicht gezeigte und für uns aus einem anderen Blickwinkel entstandene Bildwerke, die beim Betrachten Spaß machen.

Resümee: Ein gut recherchiertes Sachbuch mit vielen fundierten Informationen.

Es ist emotional, begeistert und dennoch technisch geschrieben. Dabei deckt es eine große Bandbreite an Lesern ab. Das Buch passt gut in den „Autobegeistert-“ sowie auch in den Reisebuchschrank.

Norditalien, 20.09.2026
Autor Rezension: Holger Beernink, Wildniscamper Reisefotografie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert