Vollmond in der Wüstenlandschaft
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Tipps um den Mond fotografieren

Wie oft sitzt man in einer sternenklaren Wüstennacht vor seinem Offroad-Camper und denkt: „ich könnte ja mal den Mond fotografieren.“
Oder denkt man etwa, das klappt sowieso nicht, das ist was für die Profis mit teurer Ausrüstung?

Die Wahrheit liegt dazwischen, mit einem Handy einfach drauf los knipsen ergibt, kein brauchbares Ergebnis, aber eine einfache Kamera, an der man das Objektiv wechseln kann, reicht völlig aus.
Wer den Mond fotografieren will, braucht ein Stativ und ein Teleobjektiv mit mindestens 200mm Brennweite. Je länger die Brennweite, umso besser.
Das Stativ sollte stabil sein, um auch bei leichtem Wind die durch das Teleobjektiv schwere Kamerakombination ein paar Sekunden absolut still zu halten. Ein Fernauslöser ist fein, aber nicht nötig, alternativ kann der kamerainterne Selbstauslöser auf 2 Sekunden eingestellt werden. Ein Kompass ist nützlich, wie wir später noch lesen. Mehr braucht es nicht.

 

Richtig den Mond fotografieren

Aufnahme: ISO 640, F 9,  2,5 s  352 mm, Nachbearbeitung mit Lightroom

Vollmond in der Wüstenlandschaft

Vollmond in der Wüstenlandschaft

Der Fotostandpunkt

Wollen wir nur den Mond fotografieren, ist es relativ einfach. Wir brauchen nur einen Ort in der Natur, in der es wenig Streulicht von Siedlungen oder Verkehrswegen gibt.

Soll Landschaft oder ein Motiv wie dein Auto oder ein Baum mit auf das Bild, wird die Standortsuche schon schwieriger. Denn der Mond muss bei Mondauf- oder Untergang fotografiert werden, wenn er sich knapp über dem Horizont befindet. Die Phase ist knapp, man wird keine Zeit haben, erst dann den Fotostandpunkt festzulegen und den Bildaufbau zu gestalten. Man muss folglich vorher wissen, an welcher Stelle am Horizont der Mond erscheinen wird.
Dazu gibt es eine sehr gute Seite im Internet. www.mondverlauf.de
Man gibt seine Koordinaten und das Datum ein und bekommt exakt die Gradzahl geliefert, an der der Mond erscheinen wird.

Damit der Mond groß wird, sind lange Brennweiten (400-600mm) erforderlich. Das heißt aber auch, man muss sich von seinem Fahrzeug oder dem Baum der mit ins Bild soll, ein gutes Stück entfernen.

Wir stellen das Stativ auf, montieren die Kamera mit dem Teleobjektiv und achten mit dem Kompass darauf, dass die Linse dort hin zeigt, wo der Mond aufgehen wird.

Fokussierung

Die automatische Fokussierung liefert in der Regel keine guten Ergebnisse. Am besten fokussiert man manuell (MF). Ich mache es so, dass ich zunächst den Mond in die Bildmitte nehme und mit dem Autofokus (AF) fokussiere. Ist der Mond scharf abgebildet, stelle ich auf manuellen Fokus (MF) und verändere ihn nicht mehr. Jetzt gestalte ich meinen Bildausschnitt, zum Beispiel den Mond ins linke obere Drittel.

Blende, Belichtung und ISO

Langzeitbelichtungen führen beim Mond Fotografieren zu dem Ergebnis, dass der Mond unscharf wird, er bewegt sich schneller als wir meinen.
Je länger die Brennweite, umso kürzer muss die Belichtungszeit sein, um Bewegungsunschärfe zu vermeiden, die alte Regel gilt auch bei der Mondfotografie.

Die Blende völlig zu öffnen, führt ebenfalls zu einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis. Das Bild ist nicht so knackscharf, wie man es eigentlich möchte. Der Mond soll scharf und deutlich abgebildet sein, als auch die Landschaft. Optimale Ergebnisse erzielt man mit einer Blende zwischen 6,3 und 10.

Damit man mit einer Blende von 8,0 mit einer Belichtungszeit von z.B. 1/60 Sekunde den Mond fotografieren kann, wird man die Empfindlichkeit, also den ISO-Wert erhöhen müssen. Ein guter Wert ist 640 oder 800.

Die Bilder müssen später bearbeitet werden. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass man die Lichter etwas zurück nimmt, damit Konturen auf dem Mond erkennbar werden. Die Tiefen müssen angehoben werden, damit auch Konturen in der Landschaft zur Geltung kommen. Daher fotografieren wir im RAW-Format, um möglichst viele Optionen der Anpassung zu haben.
Wir aktivieren die Spiegelvorauslösung und stellen die Zeit des Selbstauslösers auf 2 Sekunden, sofern wir keinen Fernauslöser benutzen.

An der Kamera steht alles auf Manuell.

Jetzt können wir den Mond fotografieren

Für die erste Einstellung wähle ich ISO 640, Blende 8,0 und belichte mit 1 Sek.
Ist das Bild zu dunkel, belichte ich mit 2 Sekunden. Immer noch zu dunkel, erhöhe ich die ISO Zahl auf 800.
Sollte hingegen der Mond zu hell sein, reduziere ich die Belichtungszeit.
Es gibt keine feste Regel, viele Kombinationen führen zu einem guten Ergebnis.
Bei der schnellen Bildkontrolle auf dem Kameradisplay vergrößere ich den Mond und wenn leichte Konturen der Krater zu erkennen sind, ist die Einstellung der Kamera schon ideal. In den folgenden Minuten fotografiere ich etwa 50-100 Bilder mit leichten Anpassungen der Belichtungszeit nach oben und unten, um so später auf dem Computermonitor das bestmögliche Bild zur Nachbearbeitung auswählen zu können, oder um z.B. mit Photoshop aus zwei Aufnahmen eine zu machen.

Tipp: Damit der Unterschied zwischen dunkler Landschaft und alles überstrahlendem Mond reduziert wird, fotografiert man den Mondaufgang einen Tag vor Vollmond, oder den Monduntergang am morgen nach Vollmond. So bekommt man ihn in der blauen Stunde vor die Linse.

Das folgende Bild wurde aufgenommen mit: ISO 800, F 6,3  1/60s  600mm, Nachbearbeitung mit Lightroom
wegen Dunst keine klare Sicht, nicht optimal fokussiert.

Den Mond fotografieren ist gar nicht so schwer

Den Mond fotografieren ist gar nicht so schwer

Nur den Mond fotografieren

Wenn wir nur den Mond fotografieren wollen, also ohne Landschaft, eignet sich am besten ein Mond, der nicht komplett ist, also etwa 4-6 Tage vor oder nach Vollmond . Dann kommen am Rand die Krater gut zur Geltung.
Hier ist es relativ einfach, weil wir keine Rücksicht auf die Landschaft nehmen müssen.

Wir bauen das Stativ auf, richten die Kamera mit einem Teleobjektiv mit möglichst langer Brennweite auf den Mond. Das Fotografieren läuft gleich ab, wie oben beschrieben:
Aufnahme im RAW-Format, Spiegelvorauslösung aktivieren, Fokussieren und anschließend auf Manuell stellen. Da wir nun nur den Mond scharf und gut richtig belichtet haben wollen und dieser hell strahlt, können wir mit ISO 100 und Blende 8,0 beginnen und uns über das Ändern der Belichtungszeit dem Optimum nähern. Sieht das Bild gut aus, fotografieren wir eine Serie mit 10-20 Bildern mit leicht unterschiedlichen Belichtungszeiten.

Später bearbeiten wir zum Beispiel in Lightroom etwas die Kontraste, die Tiefen und die Lichter und haben unser Mondbild.

Aufnahme: ISO 200  F 7,1  1/320  600mm  Nachbearbeitung mit Lightroom

Der Mond, wenige Tage alt

Der Mond, wenige Tage alt

Ein Video mit guten Erklärungen, wie man den Mond fotografiert habe ich auch gefunden.
Guck mal hier:


Persönlicher Buchtipp: 


Rainer Mirau zählt zu den erfolgreichsten, österreichischen Fotografen. Hunderte seiner Bilder erscheinen jedes Jahr in Kalendern und Magazinen. In diesem Büchlein hat er sein ganzes Wissen zur stimmungsvollen Mondlichtfotografie wiedergegeben und es vermittelt viele Ideen zur fotografischen Umsetzung. Nach dem Lesen wird man die nächste Mond-Nacht kaum erwarten können.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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