Sonnenuntergang fotografieren in Schweden
BlogFotografieren - Technik und Tipps

Sonnenuntergang fotografieren

Es gibt Fotomotive, die schaffen es, unser Innerstes zu berühren, Emotionen auszulösen. Sonnenuntergänge gehören dazu. Die Lichtstimmung ist etwas Besonderes, die warmen Farbtöne, die die Landschaft in ein gelb-orange-rötliches Licht tauchen, erzeugen ein Gefühl der Wärme, der Geborgenheit. Behaglichkeit stellt sich ein, denn die Strapazen des Tages sind vergessen. Man sitzt am Strand, genießt ein Glas Wein oder eiskaltes Bier am Lagerfeuer, die Sonne versinkt glutrot am Horizont. Jetzt die Zeit anhalten zu können, wäre wunderbar. Wenn das schon nicht geht, dann doch wenigstens den Moment als Erinnerung auf einem Foto festhalten.
Doch zu Hause wirken die Sonnenuntergangsbilder oft flach, sind zu hell oder so dunkel, dass die Schatten der Landschaft nicht mehr zu erkennen sind.

Sonnenuntergang fotografieren – Tipps

Wie kommt man zu einem guten Ergebnis beim Sonnenuntergang fotografieren?

Mehrere Faktoren sind zu berücksichtigen. Damit die Emotionen festgehalten werden, muss der Bildaufbau stimmen. Nur allein die rote Sonne am Horizont weckt beim Betrachter des späteren Bildes keine Emotionen, der Bildaufbau ist hier wichtig, vielleicht wichtiger als bei anderen Bildern.
Wenn der Bildaufbau stimmt, müssen die Kameraeinstellungen der ungewöhnlichen Belichtung angepasst werden, damit die Bilder nicht zu hell oder zu dunkel werden.

Meerenge von Gibraltar

Gibraltar – Blick von Europa nach Afrika

Sonnenuntergang fotografieren – Vorbereitung

Ein gutes Sonnenuntergangsbild braucht etwas Vorbereitung.
Zunächst muss man wissen, wann und wo die Sonne untergeht.
Die Zeit des Sonnenuntergangs einzuschätzen, gelingt nicht immer präzise, insbesondere wenn man an dem Tag einige hundert Kilometer nach Ost oder West gefahren ist. Die meisten Navigationsprogramme an Bord der Expeditionsmobile liefern entsprechende Werte.
Falls nicht, kann man hier die Zeiten bekommen:

https://galupki.de/kalender/sunmoon.php

Keine Hektik beim Sonnenuntergang

Position der Kamera und Zeitpunkt müssen genau stimmen

Position der Kamera und Zeitpunkt müssen genau stimmen

Um Hektik beim Sonnenuntergang zu vermeiden, sollte man sich schon am späten Nachmittag mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut machen. Wo wird die Sonnen unter gehen, wo entfache ich das Lagerfeuer oder auf welche Anhöhe positioniere ich die Kamera, damit der Geländewagen genau durch die unter gehende Sonne fährt.

Wirklich spannende Bilder haben einen Vordergrund, also muss das Glas Wein oder das Lagerfeuer auf jeden Fall mit ins Bild. Kann man nichts arrangieren, muss sich der/die Liebste ins Bild setzen.
Ansonsten nimmt man die Steine im Wasser, das Boot auf dem Meer, die Bäume der Savanne etc. mit ins Bild. Wer hier die Regeln des Goldenen Schnitts anwendet, wird kein herausragendes Sonnenuntergangsbild zaubern, aber eines, dass man durchaus vorzeigen kann.

Sonnenuntergang am Meer

Sonnenuntergang am Meer

Für herausragende Bilder muss man experimentieren, ungewöhnliche Standorte, ungewöhnliche Perspektiven oder auch mal hochkant den Sonnenuntergang fotografieren.
Oder auch einfach mal die Sonne weg lassen. Die Sonne muss nicht immer auf einem Sonnenuntergangsbild zu sehen sein. Eine Spiegelung der roten Wolken auf einer glatten Seeoberfläche oder nur die letzten Sonnenstrahlen in einem Kornfeld übermitteln ebenso gut  Emotionen.

Sonnenuntergang fotografieren – Technik

Sonnenuntergang in Namibia

Sonnenuntergang in Namibia

Um unser Motiv und unsere Bildkomposition auf den Sensor der Kamera zu bringen wählen wir ein Objektiv mit großer Brennweite. Eine Teleobjektiv zwischen 100 und 300 mm bezogen auf ein Kleinbildformat ist ideal. Weitwinkelobjektive lassen die Sonne zu einem hellen Stecknadelkopf im Bild verkümmern. Teleobjektive machen aus dem kleinen weißen Punkt einen großen roten Feuerball.
Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, sollte ein Stativ verwendet werden. Zum einen ist bei z.B. 200mm Brennweite die Gefahr des Verwackelns schon recht groß und so kann man mit niedriger ISO-Zahl arbeiten und das auch noch, wenn die Sonne untergegangen ist und nur die Wolken in der Blauen Stunde schöne Fotos ermöglichen.
Wer keinen Fernauslöser hat, kann den Selbstauslöser der Kamera, den man auf 2 Sekunden einstellt, nutzen.

Wir fotografieren im RAW-Format, so lässt sich nachträglich bei der Bildbearbeitung leicht der Weißabgleich vornehmen.
Wir schalten die Kamera auf Zeitautomatik, wählen also die Blende vor. Ich starte immer mit 100 ISO und einer Blende von 8. Ist das erste Bild zu hell oder zu dunkel, korrigiere ich die Belichtung bis das Bild halbwegs gut aussieht. Dann mache ich eine Belichtungsreihe, um später das optimale Bild für die Weiterbearbeitung zu haben. Ist die Belichtungsreihe im Kasten, verändere ich die Blende. Nehme z.B. mal eine Blende von 16 oder 20. Die fast geschlossene Blende bewirkt bei hellen Lichtquellen sternenförmige Lichtstrahlen, den so genannten Blendenstern.
Auch hier wieder die grobe Kontrolle am Vorschaumonitor und dann eine Serie mit leicht nach oben und unten korrigierten Belichtungszeiten.

Dann noch ein paar Bilder mit veränderter Brennweite, gleiches Vorgehen und schon ist die Sonne untergegangen. Viel Zeit bleibt dem Fotografen nicht.
Aber keine Sorge, morgen ist ein neuer Tag, wieder mit einem fotogenen Sonnenuntergang.
Wir wünschen viel Glück und beeindruckende Bilder von deiner abenteuerlichen Reise.

Hier noch eine sehr gute App für Fotografen:
http://photoephemeris.com/

Sonnenuntergang in Albanien

Leicht finden sich traumhafte Übernachtungsplätze in den Bergen

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.