Bewegung im Bild durch Mitzieher
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Fotografie: Bewegung im Bild darstellen

Reisen bedeutet sich zu bewegen, sich von einem Ort zum nächsten zu begeben, doch wie zeigt man die Bewegung im Bild?

Doch nur wenige Fotografen fangen dieses „sich bewegen“ in ihren Bildern ein. Sie fotografieren ihr Fahrzeug stehend am Nachtplatz, auf dem Parkplatz vor der Sehenswürdigkeit oder „parkend“ auf der Piste.

Wüstencamp bei Nacht

Wüstencamp bei Nacht
ISO 1600, Blende 5,6, 0,3 Sekunden

Keine Frage, ein Nachtplatz vor einem Felsvorsprung, der mit einem Lagerfeuer oder einer Petroleumlampe ausgeleuchtet wird, kann schöne, stimmungsvolle Bilder ergeben.
Aber für einen Vortrag oder einem bebilderten Reisebericht auf der eigenen Webseite braucht man mehr als stimmungsvolle Bilder, man braucht Dynamik und im wahrsten Sinne Bewegung im Bild.

 

Bewegung im Bild einfangen

Als Fotograf hat man mehrere Möglichkeiten, Bewegung im Bild einzufangen.

Die einfachste Weise ist es, die Bewegung einzufrieren. Praktisch fotografiert man ganz normal, mit schneller Verschlusszeit. Allein der aufgewirbelte Staub hinter den Rädern erzeugt ein dynamisches Bild, welches gegenüber einem Bild, bei dem das Fahrzeug auf der Piste stand, von Action nur so strotzt. Neben aufgewirbeltem Staub eignen sich auch Pfützen, in denen die spritzenden Wassertropfen für Action sorgen. Verstärkt wird die Bildwirkung in dem man die Kamera in Bodenhöhe positioniert, ein Teleobjektiv verwendet und relativ kurze Verschlusszeiten wählt.

jeep rubicon unlimitedJeep Rubicon Unlimited in Russland unterwegs.

Der Mitzieher

Der Klassiker um Bewegung einzufangen ist der „Mitzieher“. Statt die Kamera ruhig auf das Motiv, in dem Fall das Fahrzeug, zu halten und mit kurzen Belichtungszeiten zu arbeiten, wird hier die Kamera mit dem fahrenden Auto mitgezogen. Die Landschaft wird durch den Wischeffekt unscharf, aber das Fahrzeug bleibt scharf.

Für gute Ergebnisse braucht man etwas Übung und ein Stativ. Optimal ist es, mit einem Teleobjektiv und einer Brennweite zwischen 70-200mm zu fotografieren. Das Stativ gleicht Wackler nach oben und unten aus. Ein guter Wert für die Belichtungszeit ist 1/30 Sekunde.
Um die Chance auf ein gelungenes Bild zu erhöhen, fotografiere ich im Serienbildmodus. Das heißt die Kamera macht während des der Zeit des Mitziehens etwa 10-20 Bilder.

Bewegung im Bild durch Mitzieher

Bewegung im Bild durch Mitzieher ISO 100, 200mm, F29,  1/40 sec. 

Lange Belichtung

Leichter ist es, die Umgebung scharf und das Auto verwischt abzubilden.

Dazu montiert man die Kamera auf ein Stativ und wählt ebenso eine Belichtungszeit von etwa 1/30 Sekunde. Der Fahrer fährt auf ein Zeichen hin durch das Bild. Damit man das Auto optimal im Bild hat, fotografiert man auch hier im Serienbildmodus und wählt später das beste Bild aus. 

Unscharfes bewegtes Motiv vor scharfer Landschaft

Mit Stativ und einer Belichtungszeit von etwa 1/30 sec. erhält man ein brauchbares Ergebnis

Rig-Aufnahme

Offroad in Australien

1/30 Sekunde und Kamera fest am Fahrzeug montiert lässt die Landschaft und Fahrbahn verschwimmen.

Eine weitere Möglichkeit ist es, die Landschaft verschwimmen zu lassen. Dazu befestigt man die Kamera an dem sich bewegenden Objekt, z.B. dem Fahrzeug. Hierfür benötigt man optimaler Weise einen Saugnapfhalter für die Kamera, um diese an der Frontscheibe, der Seitentür oder der Motorhaube mit Kamerablick in Fahrtrichtung zu befestigen. Auch hier gelingen gute Bilder mit Belichtungszeiten von 1/30 Sekunde. Ein Weitwinkelobjektiv ist für diese auch als „Rigaufnahme“ bezeichneten Bilder vorteilhaft. Die Fahrbahn sollte möglichst glatt sein und die Landschaft neben der Straße oder Piste abwechslungsreich. Monotone Sandebenen eignen sich dafür weniger. Häuserzeilen, Waldwege, Felswände etc. ergeben einen guten Effekt. Auch hier fotografiert man besser im Serienmodus.
Ist man um seine Kamera nicht ängstlich und verfügt über einen funkgesteuerten Fernauslöser, lässt sich die Kamera überall am Fahrzeug montieren. Durch die ungewöhnliche Perspektive, gepaart mit eingefangener Bewegung ergeben sich ungewöhnliche Bilder, die jeden Erlebnisbericht bereichern.
Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß beim Fotografieren.

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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