verfallenes Bauernhaus in Polen mit der Drohne fotografiert
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Luftbilder mit der Drohne

Luftbilder sind on vogue. Inzwischen sind allein in Deutschland mehr als 400.000 Drohnen verkauft worden. Vieles davon ist Spielzeug, aber auch viele Fotografen möchten die neue Technik nutzen, um ungewöhnliche Aufnahmen zu bekommen. Wobei ein Hype, wie er derzeit auf dem Drohnenmarkt stattfindet, dazu führt, dass Luftaufnahmen gar nicht mehr so ungewöhnlich sind.

Wer gute Luftbilder mit seiner Fotodrohne fotografieren möchte, muss zwei Dinge beherrschen: Seine Kamera und seine Drohne.

Luftbilder: Der Unterschied

Die Unterschiede zur Fotografie auf dem Boden sind erheblich. Während man auf dem Boden genügend Zeit hat, das Bild zu gestalten, auf das richtige Licht zu warten, seine Kamera entsprechend der Motivwahl einzustellen und ein Stativ zu verwenden, muss es in der Luft schnell gehen. Der Akku des Kopters begrenzt die Zeit der Motivwahl und je nachdem, welche Kamera man benutzt, muss ISO-Wert, Blende, Verschluss und Brennweite vor dem Start gewählt werden.

Luftbild: Flusslandschaft in Lettland mit der Drohne fotografiert

Luftbild: Flusslandschaft in Lettland mit der Drohne fotografiert

Kameraeinstellung: Während des Fluges wird es trotz Gimbal und gut ausgewuchteter Rotoren zu minimalen Vibrationen kommen. Die Profis wuchten übrigens ihre Propeller mit Nagellack oder kleinen Tesafilmstücken aus, bis sie absolut rund laufen.
Wegen dieser Vibrationen wählt man eine kurze Verschlusszeit.
Aus dem gleichen Grund sind Teleaufnahmen aus der Luft nur bedingt möglich. Sie machen im Übrigen auch nicht viel Sinn, denn man kann ja an das Objekt heran fliegen.
Da in der Luft weniger mit Schärfe/Unschärfe gearbeitet werden kann und eigentlich alles scharf abgebildet  sein soll und zudem ein Weitwinkelobjektiv montiert ist, ergibt das folgende, typische Kameraeinstellung: Blende zwischen 5,6 und 7,1 und Verschlusszeit von kürzer 1/250 Sekunde. Der ISO-Wert wird entsprechend angepasst, um diese Werte zu erreichen.

Für einen Großteil der Luftaufnahmen ist eine Brennweite zwischen 28 und 50 mm (bei Kleinbildformat) ideal. Die Bilder nimmt man wie sonst auch im RAW-Format auf, um so optimale Nachbearbeitungsmöglichkeiten zu haben.

Zeit: Für „normale“ Bilder eignet sich die Zeit zwischen 11 und 15 Uhr nur in seltenen Fällen. Die Lichtstimmung am Morgen und in den Nachmittagsstunden ist ideal.
Bei Luftaufnahmen mit einer Drohne kann  das nicht ganz so pauschal beantwortet werden. In der Mittagszeit gelingen Nadir-Aufnahmen (Nadiraufnahme =   Luftbildaufnahme mit genau lotrechter Aufnahmerichtung) wegen der kurzen Schatten oft besser. Durch die besonderen Bedingungen bietet sich für die Drohnenfotografie der ganze Tag an.

Das Gassengewirr in Old Meski

Nadir-Aufnahme mit der Drohne von dem Gassengewirr in Old Meski (Marokko)

Bildaufbau: Die allgemeinen Stilelemente für einen Bildaufbau gelten auch bei Luftaufnahmen. Also gerader Horizont, goldener Schnitt (Drittelregel), Linienführung  etc. Damit gelingen gute Bilder.

Die richtig guten Bilder, nur wenige beherrschen das, sind jene Bilder, bei denen man erkennt, dass diese nur mit einem Kopter aufgenommen worden sein können.

Luftbild fotografiert mit Drohne: Brunnen in der Sahara

Luftbild fotografiert mit Drohne: Brunnen in der Sahara

Natürlich kann man mit einer Fotodrohne auf 300 Meter Höhe gehen (in Deutschland nicht erlaubt) und fotografieren, aber das Bild könnte auch aus einem Ballon oder mit einem Ultralight aufgenommen sein. Gute Kopterbilder zeichnen sich durch geringe Höhe aus, die im Vordergrund z.B. die Kirchturmspitze zeigt.

Inspirieren lasse ich mich für Luftbilder oft bei Dronestgrm.
http://www.dronestagr.am/2016-international-drone-photography-contest/


Drohnen Fotografie

Mit Drohnen fotografieren und filmen

Im Pistenkuh-Büchershop gibt es ein passendes Buch.

Mit Drohnen fotografieren und filmen
Ich zitiere dazu mal eine Rezension:
“Das Buch ist Inspiration pur, es zeigt neben wirklich atemberaubenden Bildern, auch den beruflicher Werdegang des Autors und der ist faszinierend und inspirierend zu gleich.
Es packte mich sofort die Lust zum Reisen und zum Fotografieren, da mich das Buch auf neue Ideen brachte und mich aber auch aufklärte, wie das denn ist mit einer Drohne zu verreisen. Auf welche Dinge man bei der Einreise und beim Gepäck achten muss, und viele andere sehr nützliche Tipps.”

Burkhard Koch reiste im Alter von 15 Jahren mit dem Fahrrad und Schlafsack frei durch Deutschland. Die Reiseleidenschaft wurde perfektioniert. Heute reist er ständig mit seiner Frau Sabine und einem Allrad-Lkw. Burkhard Koch schreibt für verschiedene Zeitschriften und Magazine.

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